Quoten auf den Europameister: was in der Zahl steckt und wer sie in der Schweiz anbieten darf

Updated Oktober 2026
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Stand: 29. Oktober 2026 – Bewilligungen geprüft gegen die Gespa-Liste der zugelassenen Veranstalter und die Spielregeln von Swisslos und Loterie Romande.

Ein Paar Fussballschuhe steht auf einer Holzbank in einer leeren Umkleide, über der Bank hängt ein Handtuch.
Im EM-Finale 2024 am 14. Juli 2024 im Olympiastadion Berlin besiegte Spanien England mit 2:1 und gewann seinen vierten EM-Titel.

Wer nach den Quoten auf den Europameister sucht, bekommt heute Angebote für ein Turnier, das noch nicht begonnen hat, und für eines, das längst entschieden ist. Beides steht unter den gleichen Bedingungen. Der Preis auf einen Turniersieger ist keine Vorhersage, sondern eine Zahl mit einer eingebauten Gebühr, und in der Schweiz darf ihn überhaupt nur ein sehr kleiner Kreis von Veranstaltern annehmen. Wer das verwechselt, hält eine Einschätzung für eine Chance und zahlt den Aufschlag, den die Buchmacher auf jede Einschätzung erheben.

Die zweite Verwechslung ist noch teurer: die Annahme, eine Quote sei eine Quote, egal auf welcher Seite sie steht. Die Rechtsordnung der Schweiz lässt bei Sportwetten zwei Veranstalter zu, eine geschlossene Liste von Märkten und eine Aufsicht, die jeden dieser beiden prüft. Alle übrigen Anbieter, die im Netz um Einsätze werben, stehen ausserhalb dieses Rahmens. Was daraus folgt, ist der eigentliche Inhalt dieser Seite.

Die zehn Anbieter im Vergleich

Die Auswahl ist kleiner, als die Suchmaschinen vermuten lassen. Wer auf den Sieger einer Europameisterschaft setzen will, findet auf den ersten Blick Dutzende Buchmacher. Nach den Schweizer Spielregeln bleiben davon genau zwei übrig.

Ein Tennisplatz aus Sand liegt im Morgengrauen still da, Nebel hängt über der Grundlinie und dem aufgespannten Netz.
Die Fussball-Europameisterschaft 2028 findet mit 24 Nationen statt; Eröffnungsspiel ist am 9. Juni 2028 in Cardiff, das Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London.
Plattform Schweizer Bewilligung Ausgewiesene Lizenz bzw. Veranstalterin
Swisslos Sporttip Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung, Grossspiel nach BGS, Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung, Grossspiel nach BGS, Aufsicht Gespa Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande
Rollbit Ohne Schweizer Bewilligung Ausgewiesene Lizenz nicht festgestellt
Bruce Bet Ohne Schweizer Bewilligung Ausgewiesene Lizenz nicht festgestellt
BetLabel Ohne Schweizer Bewilligung Ausgewiesene Lizenz nicht festgestellt
Betscore Ohne Schweizer Bewilligung Ausgewiesene Lizenz nicht festgestellt
Betovo Ohne Schweizer Bewilligung Ausgewiesene Lizenz nicht festgestellt
ZotaBet Ohne Schweizer Bewilligung Ausgewiesene Lizenz nicht festgestellt
N1 Bet Ohne Schweizer Bewilligung Ausgewiesene Lizenz nicht festgestellt
AmunRa Ohne Schweizer Bewilligung Ausgewiesene Lizenz nicht festgestellt

Die Anordnung folgt keinem Quotenvergleich. Sie folgt der einzigen Unterscheidung, die in der Schweiz durchsetzbar ist: ob hinter dem Anbieter eine Bewilligung steht oder nicht. Die oberen zwei Zeilen sind die Veranstalter, die das Gesetz zulässt. Die acht darunter sind Marken, für die es keine Schweizer Bewilligung gibt – ein Status, der nicht relativ ist und keinen Zwischenwert kennt.

Warum die Bewilligung die Quote schlägt

Eine Quote ist eine Zahl auf einem Bildschirm, und die kann jede Website ausgeben. Eine Bewilligung ist ein Rechtsverhältnis mit einer Behörde, einer Prüfung der Spielregeln und einer Aufsicht, die einschreiten kann. Swisslos und Loterie Romande führen eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz; die Gespa beaufsichtigt beides. Ausländische Marken mögen eine Zulassung irgendeines anderen Staates nennen. In der Schweiz hat die keine Kraft, denn eine Bewilligung gilt nur hier.

Diese Ordnung ist unbequem, weil sie die Wahl für viele zusammenstreicht. Sie ist aber keine Grauzone, sondern das gewollte Ergebnis: Die Kantone haben die Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Es gibt keine Liste weiterer zugelassener Buchmacher, weil es keine gibt. Veröffentlicht wird nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains.

Selbst diese zwei dürfen nicht alles. Die erlaubten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten stehen auf einer geschlossenen Liste, und Randmärkte, die anderswo selbstverständlich sind, fehlen darauf. Ein Blick in die Bedingungen vor dem ersten Einsatz spart späteres Erstaunen.

Zwei Häuser, zwei Gebiete

Ein Konto bekommt nur, wer im Gebiet des jeweiligen Veranstalters wohnt. Sporttip bedient die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Jouez Sport bedient Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Ein Wohnsitz in Freiburg schliesst das Sporttip-Konto aus, einer in Zürich das Jouez-Sport-Konto.

Wer im falschen Kanton wohnt, hat also nicht zwei Anbieter zur Auswahl, sondern einen. Das ist für einen Vergleich unangenehm und trotzdem die Lage. Innerhalb des eigenen Gebiets ist die Wahl dagegen keine Frage des Geschmacks, sondern eine zwischen zwei Häusern mit unterschiedlichen Einsatzgrenzen und Auszahlungsregeln.

Wie Siegerquoten auf ein Turnier entstehen

Eine Quote auf den Europameister entsteht lange bevor ein Turnier beginnt. Sie wird aus der Einschätzung eines Teilnehmerfeldes gebaut, aus dem Geld, das auf die Mannschaften fliesst, und aus einer Marge, die der Veranstalter auf den ganzen Markt setzt. Der letzte Bestandteil ist der einzige, der unabhängig vom Ergebnis feststeht.

Quote, Kehrwert, implizite Wahrscheinlichkeit

Eine Quote von 6,00 heisst: CHF 1 Einsatz zahlt im Gewinnfall CHF 6 zurück, davon CHF 5 als Nettogewinn. Der Kehrwert, rund 16,7 %, ist die implizite Wahrscheinlichkeit. Sie ist die brauchbare Grösse, weil sie sich über einen ganzen Markt addieren lässt – und weil die Summe über 100 % liegt, ohne dass ein Rechenfehler dahintersteckt.

Dafür sorgt die Marge. In einem illustrativen Zwei-Weg-Markt mit zwei Quoten zu 1,90 ergibt der Kehrwert der Summe der Kehrwerte eine Auszahlungsquote von 95 %, also eine Marge von rund 5 %. Bei einem Turniersiegermarkt mit einem Feld von rund zwei Dutzend Mannschaften addieren sich die impliziten Wahrscheinlichkeiten stärker über 100 %, und die Marge fällt entsprechend grösser aus. Sie liegt je nach Markt und Haus deutlich über den 5 % des Zwei-Weg-Beispiels.

Wer eine Siegerwette platziert, kauft damit eine Position, deren Preis einen Abschlag auf den fairen Wert enthält. Der Veranstalter muss dafür nicht besser raten als der Kunde. Es genügt, dass zwischen beiden Preisen ein Abstand liegt.

Warum Kurse aus zwei Turnieren nicht vergleichbar sind

Der Markt auf den Sieger der EM 2028 existiert erst, wenn belastbar bekannt ist, wer teilnimmt. Vor der Auslosung am 6. Dezember 2026 in Belfast beschreibt jede Zahl ein anderes Feld als danach. Deshalb haben zwei Kurse, die ein Jahr auseinanderliegen, kaum etwas miteinander zu tun: Sie beantworten verschiedene Fragen.

Der Unterschied verschwindet nicht dadurch, dass die Zahl stehen bleibt. Ein Kurs vor der Auslosung trägt die Unsicherheit über die Gruppenzusammensetzung in sich, ein Kurs im Turnier nicht mehr. Wer zwei solche Werte nebeneinanderlegt, vergleicht zwei Informationsstände und nennt das Ergebnis eine Bewegung. Das ist ein Kategorienfehler mit Quotenformat.

Die Rechtslage: Nur zwei Veranstalter dürfen diese Wetten annehmen

Kein Abschnitt dieser Seite entscheidet so viel wie dieser. Wer die Rechtslage falsch einschätzt, setzt sein Geld ohne jeden Schutz, und kein noch so gutes Verständnis der Quote repariert das.

Ein Smartphone liegt mit der Rückseite nach oben auf einem Kaffeehaustisch neben einer Tasse und einem Löffel.
Bei der Fussball-Europameisterschaft 2024 erzielten sechs Spieler je drei Tore: Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo und Ivan Schranz.

Gespa, BGS und die geschlossene Liste

Online-Sportwetten sind nach dem Bundesgesetz über Geldspiele (BGS, SR 935.51, in Kraft seit dem 1. Januar 2019) ein Grossspiel und stehen unter Aufsicht der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern, die auf dem Geldspielkonkordat beruht (in Kraft seit dem 1. Januar 2021). Die ESBK ist nicht zuständig – sie beaufsichtigt nur Casinos. Wer sich über einen Sportwettenanbieter beschweren will und bei der ESBK anruft, ist an der falschen Tür.

Eine Bewilligung besteht aus zwei Teilen: einer Veranstalterbewilligung und einer Bewilligung pro Spiel. Da die Kantone die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt haben, bleiben Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Swisslos trägt den vollständigen Namen SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft und sitzt in Basel.

Die Liste des Erlaubten ist geschlossen: bewilligte Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Qualifikationsrunden zählen nur, wenn sie dort stehen, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie dort stehen, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet, und Wetten auf Trainingsläufe gibt es nicht. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt. Livewetten sind erlaubt, soweit der Veranstalter über eine entsprechende Bewilligung verfügt; das Gesetz bindet sie nicht an bestimmte Märkte. Cash-Out ist gesetzlich nicht geregelt und bleibt eine Funktion des einzelnen Veranstalters.

Warum eine ausländische Lizenz in der Schweiz nichts wert ist

Ein Buchmacher mit Curaçao-, Malta- oder deutscher Bewilligung hat in der Schweiz keine. Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten veranstaltet, macht sich strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Der Spielende selbst wird nicht bestraft.

Die Folgen für ihn sind trotzdem real. Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Es gibt keine Aufsicht, die das Spielgeschäft prüfen würde, und keine Instanz, bei der man sich beschweren könnte. Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS blockieren; die erste Fassung stammt vom 3. September 2019, Ende 2025 standen 671 Domains darauf. Blockierte Adressen werden innert Stunden ersetzt – die Gespa nennt diesen Vorgang Domain-Hopping. Eine Sperre ist also ein Hindernis, keine Mauer.

Die ehrliche Bilanz lautet so: Bei einem Schweizer Veranstalter gibt es vollen Schutz, dafür nur zwei Häuser, eine geschlossene Liste von Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzanforderung und eine Identitätsprüfung. Bei einem Anbieter ohne Bewilligung gibt es das alles nicht, dafür Bedingungen, die einem gefallen mögen. Keine der beiden Seiten ist automatisch die sichere.

Was die Werberegeln über das Angebot verraten

Werbung für Geldspiele, die in der Schweiz nicht erlaubt sind, ist verboten und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet. Geldspielwerbung darf zudem nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Gratisspielguthaben brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa; 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos.

Daraus folgt etwas Praktisches. Die lautesten Angebote im Netz sind genau jene, für die hier nicht geworben werden darf. Sie erscheinen auf Portalen und in Netzwerken, die sich an Schweizer Recht nicht halten. Wer eine Seite mit einem Turnierbonus findet, sollte deshalb zuerst fragen, wer ihn auslobt, und erst danach, wie hoch er ist. Eine Beschränkung auf bestimmte Tageszeiten gibt es nicht – die Herkunft der Werbung verrät trotzdem, wo man sich befindet.

Spielerschutz: Limiten, die man selbst setzt

Ein Turnier erzeugt viele Wetten in kurzer Folge. Gruppenphase, Achtelfinale, Torschützenmarkt, Gruppensieger – ein Wettkonto, das einmal offen ist, füllt sich schneller, als man denkt. Die Limite vor der ersten Wette ist deshalb wichtiger als jede Quote darauf.

Verlustlimiten und ihre Fristen

Vor der ersten Teilnahme bei Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage einrichten. Das Verordnungsrecht sieht für die Erhöhung 24 Stunden vor; Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an.

Der wirksame Teil dieser Regel ist nicht die Zahl, sondern die Verzögerung. Eine Limite, die man in der Sekunde anheben kann, in der man sie reissen will, ist eine Empfehlung. Drei Tage Bedenkzeit sind dagegen ein Mechanismus, und er greift genau dann, wenn der Impuls am stärksten ist.

Sperren und das schweizweite Register

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre lässt sich nach Verordnung erst nach drei Monaten wieder aufheben, unter Beteiligung einer Fachstelle. Wer gesperrt oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.

Wer glaubt, der Jugendschutz funktioniere an der Verkaufsstelle von selbst, sollte eine Zahl kennen: Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 200 Fällen in 47,5 % der Fälle eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Der Kontrollpunkt, auf den man sich am wenigsten verlassen kann, ist der persönliche Kontakt am Schalter.

Was diese Regeln nicht abdecken

Limite, Register und Aufsicht hängen an der Schweizer Bewilligung. Ein Anbieter ohne sie kann Selbstbeschränkungen anbieten, muss aber nicht, und sie folgen dann seinen Hausregeln statt dem Bundesgesetz. Wer bei einem Schweizer Veranstalter eine Grenze zieht, kann sie nicht mit dem Argument umgehen, er wechsle einfach das Haus – das Register reist mit.

Die Reihenfolge, die daraus folgt, ist unspektakulär und wirksam. Erst das Verlustlimit setzen, dann das Konto mit Personalien eröffnen, dann die Wette platzieren. Wer sie umdreht, hat die Entscheidung über seine Grenzen bereits an das Konto delegiert, und das Konto hat keine Meinung dazu.

Einzahlung, Auszahlung und Franken

Über Zahlungen wird in Wettvergleichen viel geschrieben und wenig Gesichertes gesagt. In der Schweiz ist der Rahmen klar, und er ist eng.

Auszahlung nur auf ein Konto auf eigenen Namen

Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausgezahlt. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettgeschäft nicht. Das ist kein Zugeständnis an eine Aufsicht, sondern eine Voraussetzung dafür, dass Einzahlung und Auszahlung derselben Person zuzuordnen sind.

Für ein Konto heisst das: Personalien, Identitätsprüfung, ein Konto pro Spieler. Wer diesen Aufwand als lästig empfindet, sollte ihn gegen das abwägen, was er ersetzt – die Alternative wäre ein System ohne Zuordnung, und die ist in der Schweiz nicht zugelassen.

Franken statt Euro

Ein Schweizer Spielerkonto läuft in Franken. Das klingt nach Formalität, ist aber ein Kostenfaktor: Wer bei einem Anbieter in Euro setzt, zahlt die Umrechnung selbst, und sie taucht auf keiner Quotentafel auf. Neben der Marge kommt dann ein Währungsspread hinzu, der bei kleinen Einsätzen prozentual stärker wiegt als bei grossen.

Bei einer Europameisterschaft ist dieser Punkt kein Randfall. Die EM 2028 endet mit dem Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London, und alle Spiele werden in Euro abgerechnet. Wer in Franken wettet, hat den Umrechnungsweg nicht, wer in Euro setzt, hat ihn. Dasselbe gilt für die Auszahlung selbst: Sie geht auf ein Konto auf eigenen Namen, nicht auf ein Wallet und nicht an einen Dritten.

Wie aus Form, Kader und Auslosung eine Einschätzung wird

Ich sage es zu Beginn des Abschnitts, weil es hierher gehört: Es gibt keinen sicheren Favoriten. Wer Quoten auf den EM-Sieger liest, liest Wahrscheinlichkeiten, und Wahrscheinlichkeiten geben keine Zusage.

Was tatsächlich in den Kurs einfliesst

Drei Grössen bewegen einen Siegerkurs. Die Qualität des Kaders über die zwei Jahre zwischen Qualifikation und Turnier. Die Auslosung der Qualifikationsgruppen, die am 6. Dezember 2026 in Belfast stattfindet. Und der Zustand der Mannschaft unmittelbar vor dem Turnier, also Form und Verletzungen.

Nur die erste dieser Grössen ist über längere Zeit stabil. Die zweite fällt an einem einzigen Tag an und verschiebt den ganzen Markt. Die dritte ist zum Zeitpunkt des Abschlusses oft noch unbekannt. Wer einen Kurs beobachtet und seine Bewegung erklären will, muss wissen, welche der drei sich gerade geändert hat.

Der Weg durch das Turnier zählt mit

Die EM 2028 wird mit 24 Nationen in England, Schottland, Wales und Irland gespielt. Eröffnungsspiel ist am 9. Juni 2028 in Cardiff, das Finale am 9. Juli 2028 in London. Gespielt werden sechs Vierergruppen, danach folgt die K.-o.-Phase mit Achtelfinale vom 24. bis 27. Juni, Viertelfinale am 30. Juni und 1. Juli, Halbfinale am 4. und 5. Juli und dem Finale am 9. Juli. Ein Spiel um Platz 3 findet nicht statt.

Ein Gruppenzweiter trifft im Achtelfinale auf einen Gruppensieger einer anderen Gruppe. Der Weg durch die K.-o.-Runde entscheidet also mit, und eine Quote bildet ihn ab, während eine reine Favoritenliste ihn verschweigt. Die Qualifikation selbst läuft in zwölf Gruppen mit vier oder fünf Teams; die zwölf Gruppensieger und die acht besten Gruppenzweiten kommen direkt weiter.

Was das für den Setzenden bedeutet

Eine Siegerwette ist eine Langzeitwette. Der Einsatz ist ab der Platzierung gebunden, bei einem Turnier 2028 also über die Qualifikation, die Auslosung und die Vorbereitung hinweg. Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführter Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und für jeden Markt garantiert ist er nicht.

Wer eine solche Wette platziert, sollte die Rücknahme deshalb nicht einplanen. Sie ist eine Möglichkeit, die im entscheidenden Moment fehlen kann. Was bleibt, ist die Bindung – und der Steuerfreibetrag, der bei üblichen Einsätzen ohnehin nicht erreicht wird.

Wettarten und der Weg von der Quote zur Wahrscheinlichkeit

Ein Turniersiegermarkt steht nicht allein. Ein grosses Turnier bringt Dutzende Märkte mit, und sie unterscheiden sich nicht nur im Thema, sondern in der Art, wie sie entschieden werden.

Siegerwette, Gruppensieger, Torschützen

Die Siegerwette auf den Europameister ist eine Langzeitwette auf den Gesamtsieger. Der Gruppensieger wird pro Gruppe entschieden, also deutlich vor dem Finale. Der Torschützenmarkt richtet sich nach Toren statt nach Siegen, und bei der EM 2024 zeigt sich, wie offen er ausfallen kann: Sechs Spieler erzielten je drei Treffer – Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo und Ivan Schranz. Sechs Namen auf demselben Wert bedeuten sechs Kandidaten mit praktisch derselben Ausgangslage, und der Markt wird dadurch zu einer Frage der Feinheiten.

Bei einer Kombination mehrerer Voraussagen multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote. Der mögliche Gewinn wächst mit jeder hinzugefügten Voraussage, die Wahrscheinlichkeit des Gesamttreffers sinkt gleichzeitig.

Implizite Wahrscheinlichkeit, in Zahlen

Eine Quote von 6,00 entspricht rund 16,7 %, eine Quote von 4,00 rund 25 %. Das ist der Kehrwert der Quote, nichts weiter. Der Wert dieser Umrechnung liegt nicht in der einzelnen Zahl, sondern in der Summe: Über ein ganzes Feld aufaddiert, liegt sie über 100 %, und der Überschuss ist die Marge des Veranstalters.

Für einen Setzenden heisst das, dass eine Quote zwei Informationen in einer Zahl verpackt – die Einschätzung und den Preis der Einschätzung. Wer nur die Einschätzung liest, liest die Hälfte.

Die Sporttip-Sonderregeln für Kombiwetten

Zwei Regeln aus den Sporttip-Spielregeln gehören in jede Kalkulation. Erstens: Voneinander abhängige Ereignisse derselben Sportveranstaltung lassen sich nur über die Bet-Builder-Funktion kombinieren. Nimmt Swisslos eine solche Kombination irrtümlich ohne dieses Werkzeug an, kann sie die ganze Wette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Wer zwei Märkte desselben Spiels mischt, sollte den Preis auf dem Wettschein prüfen.

Zweitens der Kombiboost: Er gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit je mindestens 1,50 Quote. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind begrenzt. Das klingt nach einem Geschenk und ist eine Staffel. Der Prozentsatz steigt genau mit der Zahl der Voraussagen, also mit dem Faktor, der die Trefferwahrscheinlichkeit der Kombination senkt. Wer bei fünfzehn Voraussagen 100 % mehr Nettogewinn bekommt, hat vorher eine Kette gebaut, die kaum aufgeht.

Die zehn Anbieter im Einzelnen

Die Reihenfolge folgt der Vergleichstabelle: erst die beiden Schweizer Veranstalter, dann die Marken ohne Schweizer Bewilligung in der Reihenfolge, in der sie oben stehen.

Swisslos Sporttip: Bewilligung für das ganze Vertragsgebiet

Swisslos ist eine Genossenschaft mit Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Sporttip ist das Wettprodukt, geführt im Vertragsgebiet aus den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dem Tessin und dem Fürstentum Liechtenstein. Die Bewilligung umfasst eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung unter dem BGS, die Aufsicht liegt bei der Gespa.

Für einen Einzel- und Kombinationswettschein liegt der Mindesteinsatz bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000. Für eine Systemwette liegt er bei CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Die Einsatzgrenzen sind also nicht nur eng, sondern auch beweglich.

Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und danach auf 5 Rappen genau abgerundet. Das ist kein Nebensatz: Auf dieser Rundungsregel verliert der Setzende nie, der Veranstalter nie – sie ist so gebaut, dass sie stets zu dessen Gunsten ausfällt.

Loterie Romande Jouez Sport: die Westschweizer Antwort

Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Die Bewilligung ist dieselbe Art: eine Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel unter dem BGS, beaufsichtigt von der Gespa.

Bei den Einsätzen ist Jouez Sport strenger als Sporttip. Der Mindesteinsatz online liegt bei CHF 2, in Verkaufsstellen bei CHF 3 und für Multiples bei CHF 2. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500, und ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Die 2’350 Verkaufsstellen sind mehr als eine Zahl in einem Bericht. Wettscheine gibt es online noch, aber die Dichte der Annahmestellen zeigt, woher die Westschweizer Wette kommt: aus dem Papier. Wer den Weg zum Schalter bevorzugt, findet hier ein dichtes Netz. Wer den Höchsteinsatz von CHF 500 dem von CHF 1’000 bei Sporttip gegenüberstellt, sieht gleichzeitig, wo das Papiergeschäft endet.

Rollbit: keine Schweizer Bewilligung, keine Schweizer Aufsicht

Rollbit hat keine Schweizer Bewilligung. In der Schweiz dürfen Sportwetten nur Swisslos und Loterie Romande anbieten; eine ausländische Zulassung hat hier keine Kraft. Damit fehlt die Anbindung an das hiesige Sperrregister, es fehlt eine Schweizer Aufsicht, und es fehlt der Rechtsschutz, den ein bewilligter Veranstalter mit sich bringt.

Wer Rollbit trotzdem nutzt, tut das auf eigene Rechnung. Ob Domains des Anbieters auf die Sperrliste kommen und blockiert werden, ändert daran nichts: Die Bewilligung fehlt, und damit der Rahmen, in dem die Einsätze auf Schweizer Recht treffen könnten.

Bruce Bet: dieselbe Ausgangslage wie bei jedem Anbieter ohne Bewilligung

Für Bruce Bet gilt dasselbe Muster: keine Schweizer Bewilligung, keine Anbindung an das Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht. Die ausgewiesene Lizenz ist nicht festgestellt, was in der Schweiz keine Kraft hat.

Was diesen Fall von anderen unterscheidet, ist der Umgang mit der Angabe selbst. Bei einem bewilligten Veranstalter nennt die Nennung der Aufsichtsbehörde die Tatsache, die einen Streit entscheiden würde. Fehlt sie, bleibt dem Nutzer kein Ansatzpunkt, um die Regulierung zu bewerten.

BetLabel: kein Schweizer Schutz, volle Eigenverantwortung

Auch BetLabel hat keine Schweizer Bewilligung. Damit greifen hier keine Schweizer Schutzmechanismen: keine geprüften Spielregeln, keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz. Die Bedingungen des Anbieters sind Hausregeln, und Hausregeln sind genau das, was der Name sagt.

Der Unterschied zum Schweizer Veranstalter liegt nicht in der Quotenhöhe, sondern im Weg nach einem Streit. Hier führt er ins Ausland, und dort endet er für den Nutzer meist ohne Instanz.

Betscore: ohne hiesige Bewilligung, ohne hiesige Kontrolle

Betscore ist ebenfalls ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Dass ein ausländischer Buchmacher über Domain-Hopping erreichbar bleibt, macht ihn nicht zu einem Schweizer Anbieter, und es macht seine Regeln nicht zu Schweizer Regeln.

Der Vergleich mit den oberen Zeilen der Tabelle endet damit nicht bei der Quote, sondern bei der Rückabwicklung eines Konflikts: Bei bewilligten Häusern gibt es eine Aufsichtsbehörde, an die man sich wenden kann. Hier gibt es keine, und das ist keine Kleinigkeit, sondern der Kern des Unterschieds.

Betovo: der Anbieter ohne Schweizer Bewilligung

Bei Betovo gilt die gleiche Ausgangslage: keine Schweizer Bewilligung, keine Schweizer Aufsicht, keine Anbindung an das Sperrregister. Wer dort ein Konto unterhält, tut das als Nutzer eines ausländischen Anbieters zu ausländischen Bedingungen.

Anzuschliessen ist hier die Währungsfrage. Ein Schweizer Spielerkonto läuft in Franken; bei einem Anbieter mit Konto in anderer Währung trägt der Nutzer die Umrechnung. Das ist nicht verboten, aber es ist ein Kostenbestandteil, den keine Schweizer Aufsicht überwacht und den der Nutzer selbst prüfen muss.

ZotaBet: ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung

ZotaBet gehört zu den Marken ohne Schweizer Bewilligung. Dass eine Zulassung im Ausland bestehen kann, spielt für die Schweiz keine Rolle, weil sie hier keine Wirkung entfaltet.

Eine Wette ist eine Geldforderung, und wie durchsetzbar sie ist, hängt an der Rechtsordnung, der sich der Anbieter unterstellt. Bei den zwei bewilligten Häusern ist das Schweizer Recht. Hier ist es das Recht eines anderen Staates, und mit ihm kommen dessen Fristen, dessen Zuständigkeiten und dessen Kosten.

N1 Bet: kein Schweizer Zugang, keine Schweizer Kontrolle

N1 Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Damit fehlt die Anbindung an die Schutzmechanismen, die für Schweizer Veranstalter gelten – Limitensetzung, Sperrregister, Identitätsprüfung nach hiesigem Massstab.

Wer dennoch dort spielt, muss die Bedingungen des Anbieters selbst lesen. Das ist Arbeit, die bei einem Schweizer Veranstalter entfällt, und sie ist nicht verboten, sondern schlicht notwendig.

AmunRa: ohne Bewilligung, ohne Schweizer Rechtsschutz

AmunRa schliesst die Liste der Marken ohne Schweizer Bewilligung ab. Die Gespa kann Domains blockieren, der Anbieter kann sich dem durch neue Adressen entziehen. Für den Nutzer bleibt es bei der Ausgangslage: kein Schweizer Schutz, keine Schweizer Aufsicht, kein Schweizer Rechtsschutz.

Hier endet die Vergleichsspalte und damit die Vergleichbarkeit. Wer eine Schweizer Bewilligung will, kommt an Sporttip und Jouez Sport nicht vorbei. Wer bei einer der acht anderen Marken bleibt, entscheidet sich bewusst gegen diesen Rahmen – und sollte den Preis dafür kennen, bevor er ihn zahlt.

Was in einer Quote tatsächlich steckt

Die Marge ist der Teil des Preises, den der Veranstalter behält, und sie verdient eine eigene Rechnung. Ich nehme dafür das illustrierte Zwei-Weg-Beispiel aus dem Abschnitt über die Entstehung der Quoten.

Zwei Quoten zu 1,90. Der Kehrwert beträgt jeweils 0,5263, die Summe der Kehrwerte 1,0526, und der Kehrwert daraus ergibt 0,95. Das heisst: Auszahlungsquote 95 %, Marge rund 5 % – unter der Annahme eines ausgeglichenen Zwei-Weg-Marktes mit diesen beiden Quoten. Bei einem Turniersiegermarkt mit rund zwei Dutzend Mannschaften liegt die Marge höher, weil sich die impliziten Wahrscheinlichkeiten dort stärker über 100 % addieren. Der Wert «rund 5 %» gilt für dieses Beispiel und sonst für nichts.

Was folgt aus diesen 5 %? Über viele Wetten hinweg entspricht der erwartete Verlust dem Margeanteil am Umsatz. Bei 100 CHF Umsatz auf diesem Markt bleibt rechnerisch ein Erwartungswert von rund 5 CHF, den der Setzende verliert – nicht pro Wette, sondern über die Folge der Wetten, und nicht bei jedem einzelnen Abschluss, weil über wenige Wetten die Streuung jede Marge überdeckt. Über die Zeit verschwindet sie nicht, sie summiert sich.

Genau darin liegt die Nüchternheit, die dieser Markt verlangt. Die Marge fällt bei jedem Abschluss an, beim Favoriten wie bei der Aussenreise, beim Sieg wie bei der Niederlage. Wer sie nicht sieht, sieht sie nur deshalb nicht, weil er selten gewinnt und deshalb selten nachrechnet. Wer den Preis versteht, versteht auch, warum die hohen Quoten auf einen Turniersieger keine grosszügigen Angebote sind, sondern der Ausdruck eines Feldes, in dem sich die Wahrscheinlichkeiten stark zerstreuen.

Wer die Zahl noch nachrechnen will, kann das mit den Quoten des eigenen Wettscheins tun: die Kehrwerte aller Werte eines Marktes addieren. Ergibt die Summe deutlich mehr als 100 %, sitzt die Marge an einer Stelle, an der sie mehr kostet als in einem Hauptmarkt. Wo sie kostet, entscheidet der Markt, nicht der Anbieter.

Häufige Fragen zu Wettquoten auf den EM-Sieger

Wie werden Siegerquoten für die Europameisterschaft berechnet, und was bedeutet die Marge darin?

Der Veranstalter gewichtet jede Mannschaft nach Kaderqualität und dem erwarteten Weg durch die Auslosung und setzt dann eine Marge auf die Summe. Die Quote ist der Kehrwert einer Wahrscheinlichkeit, verringert um diese Marge. Ein Zwei-Weg-Markt mit zwei Quoten zu 1,90 ergibt eine Auszahlungsquote von 95 % und eine Marge von rund 5 %. Ein Turniersiegermarkt mit rund zwei Dutzend Mannschaften liegt höher.

Wann findet die nächste Europameisterschaft statt, und welche Ausgabe wurde zuletzt gespielt?

Die letzte Ausgabe war die EM 2024 in Deutschland, gespielt vom 14. Juni bis 14. Juli 2024 mit 24 Mannschaften, sechs Vierergruppen und 51 Spielen. Im Finale am 14. Juli 2024 im Olympiastadion Berlin besiegte Spanien England mit 2:1 und holte seinen vierten EM-Titel. Die nächste Ausgabe ist die EM 2028 in England, Schottland, Wales und Irland, Eröffnungsspiel am 9. Juni 2028 in Cardiff, Finale am 9. Juli 2028 in London.

Bieten Sporttip und Jouez Sport Wetten auf den Europameister an, und was regelt die Gespa-Liste dazu?

Nur Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten, jeweils im eigenen Vertragsgebiet. Welche Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten erlaubt sind, steht auf der laufend aktualisierten Liste der Gespa. Qualifikationsrunden und Frauenwettbewerbe zählen nur, wenn sie dort aufgeführt sind; Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet.

Wie lässt sich aus einer Quote wie 6,00 die implizite Wahrscheinlichkeit ablesen?

Man bildet den Kehrwert: 1 geteilt durch 6,00 ergibt 0,1667, also rund 16,7 %. Das ist die Wahrscheinlichkeit in der Quote, bevor die Marge berücksichtigt wird. Über einen ganzen Markt addieren sich diese Kehrwerte auf mehr als 100 %, denn die Marge steckt in jedem einzelnen Wert. Der Überschuss über 100 % ist der Preis, den der Veranstalter auf den Markt setzt.

Wie lange bleibt ein Einsatz auf den Turniersieger gebunden, und gibt es eine vorzeitige Auszahlung?

Eine Siegerwette ist eine Langzeitwette und bleibt bis zum Ausgang des Turniers gebunden, bei der EM 2028 also über die Qualifikation und die Auslosung hinweg. Cash-Out gibt es bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Garantiert ist er für keinen Markt.

Wie wird ein Gewinn besteuert, und gilt der Steuerfreibetrag überall gleich?

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag einkommenssteuerfrei; die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, 2025 waren es CHF 1’070’400. Darüber behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Der kantonale Freibetrag weicht ab, deshalb gilt «je nach Kanton». Eine Wettsteuer auf den Einsatz gibt es nicht.

Inhalt erstellt vom Team «europapokalch.com»