Wer mit Paysafecard einzahlt, zahlt zweimal – einmal am Kiosk, einmal über die Quote

Updated Oktober 2026
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Die Zahlung mit einem Prepaid-Code fühlt sich kostenlos an. Sie ist es nicht, und der Schweizer Markt macht es einem besonders leicht, das zu übersehen: Ein Anbieter mit Schweizer Bewilligung verkauft seine eigenen Prepaid-Tickets, ein ausländischer nimmt die Karte aus dem Kiosk und reicht sie weiter – zwei Vorgänge, die nichts miteinander zu tun haben und trotzdem im selben Vergleichsfenster landen.

Ein Glas voller Münzen steht auf einem Regal in einem hellen Zimmer, daneben eine kleine Topfpflanze und ein Stück Holz.
Bei paysafecard fällt für einen Gutschein 30 Tage nach dem Kauf eine monatliche Gebühr von 4 € an, vermeidbar durch Registrierung eines PaysafeCard-Kontos.

Datenstand: 29. Oktober 2026, abgeglichen mit den öffentlich einsehbaren Bewilligungs- und Sperrlisten der Gespa sowie den Teilnahmebedingungen der Veranstalterinnen.

Zu verlieren ist erlaubt, nachzahlen kostet: die Limiten im Schweizer Sportwetten

Verlustlimiten: die eine Zahl, die niemand im Werbebanner sieht

Vor der ersten Teilnahme an Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Was harmlos klingt wie eine Einstellung, ist in Wirklichkeit eine Sperrfrist: Wer sich abends beim Verlieren zusieht, kann die Grenze nicht mit zwei Klicks anheben und weiterspielen. Die drei Tage sind der eigentliche Spielerschutz.

Ein Trainingsplatz zeigt eine Ersatzbank mit Trinkflasche und eine Reihe oranger Hütchen auf frisch gemähtem Rasen im Spätnachmittagslicht.
Der Rücktausch von paysafecard-Guthaben kostet 5 % des Auszahlungsbetrags, höchstens 5 € pro Rücktausch.

Eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage lässt sich zusätzlich setzen. Das ist die zweite Bremse, und sie ist die interessantere – Einzahlungen sind der Punkt, an dem aus einem Budget ein zweites wird.

Der Bund schreibt keine feste Einzahlungsgrenze vor. Die Limiten setzt der Spielende selbst; die Veranstalterin muss Höchstwerte für Tages-, Wochen- oder Monatseinsätze oder -verluste verlangen. Von Gesetzes wegen gilt eine Senkung sofort und eine Erhöhung nach 24 Stunden, Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Wer das für Schikane hält, hat den Mechanismus nicht verstanden: Die Wartezeit ist gegen den eigenen Entschluss gerichtet, nicht gegen den Anbieter.

Sperren: der Unterschied zwischen einer Pause und einer Registrierung

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird dagegen in ein schweizweites Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Das ist die scharfe Kante des Schweizer Systems: nicht die Rückzahlung, sondern die Reichweite. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten wieder aufheben, und eine Fachstelle ist daran beteiligt.

Ein Gletscher schiebt sich zwischen steile Felswände, im Vordergrund liegen Geröll und ein schmaler Bach in kaltem Licht.
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen; eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden.

Was ein Prepaid-Guthaben hier nicht leistet: Es verändert die Limiten nicht. Wer mit Gutscheinen einzahlt, hat dieselben Verlustgrenzen, dasselbe Depot, dasselbe Sperrregister wie jemand mit Bankkonto. Der Unterschied liegt allein in der Sichtbarkeit auf dem Kontoauszug – und die fehlt dann genau an der Stelle, an der viele Menschen ihr Spielverhalten überprüfen. Ein Stapel gebrauchter Gutscheine ist kein Ersatz für den Blick in die eigene Historie. Genau deshalb steht die freiwillige 30-Tage-Einzahlungslimite in den Bedingungen und nicht in der Werbung.

Wenn Einzahlungen ohne Bankkonto laufen, bleibt die Verantwortung vollständig beim Einzahlenden. Es gibt keine Bank-App, die eine zweite Überweisung mit einer Rückfrage quittiert.

Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen; eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden.

Wo Betroffene Hilfe finden

Die Gespa führt das Sperrregister und beaufsichtigt die Veranstalterinnen. Wer merkt, dass die Limiten regelmässig ausgeschöpft werden, findet die Sperrfunktion im Spielerkonto selbst, nicht im Kundendienst. Dieser Text gibt dazu nur die rechtliche Einordnung und keine Beratung; für persönliche Fragen sind Fachstellen die richtige Adresse.

Was ein Bonus bei Prepaid-Einzahlung wirklich abzieht

Warum Schweizer Veranstalterinnen mit Gratisspielguthaben nicht um sich werfen

Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa. Im Jahr 2025 hat sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt. Das ist die Zahl, die jede Erwartung an ein Bonuskonto enttäuscht: Aktionen sind hier eine Ausnahme, die genehmigt werden muss, kein Wettbewerbsinstrument.

Ein Beispiel zeigt die Grössenordnung. Die Aktion «JouezSport – Patinoires et Stades» der Loterie Romande lief vom 17. Dezember 2025 bis 10. März 2026 an 7 Aktionstagen. Wer innert 7 Tagen den in den National-League-Stadien verbreiteten Code im verifizierten Konto eingab, erhielt CHF 10 Spielguthaben – insgesamt 7’000 Stück, 30 Tage gültig und nicht auszahlbar.

Zehn Franken. Für ein Publikum, das an ausländische Willkommenspakete mit dreistelligen Beträgen gewöhnt ist, sieht das nach nichts aus. Es ist aber der ganze Unterschied: Die CHF 10 sind Spielguthaben, kein Geld, und sie verfallen nach 30 Tagen. Auszahlbar ist Gratisspielguthaben nicht – das steht in den Bedingungen und nicht in der Ankündigung.

Die Rechnung, die hinter «Bonus» steht

Ein Wettbonus ist kein Geschenk, sondern eine Bedingung. Wo ein ausländischer Anbieter einen Bonus auslobt, hängen daran typischerweise eine Umsatzauflage, eine Mindestquote für den qualifizierenden Einsatz und eine Frist, innerhalb derer die Auflage erfüllt sein muss. Wer unter der Mindestquote wettet, dessen Einsatz zählt für den Umsatz gar nicht mit – er verliert also Zeit und Runden, ohne der Erfüllung der Bedingung näher zu kommen. Das ist der teuerste Teil jeder Bonusbedingung, weil er sich nicht in Franken ausdrücken lässt.

Boni sind zudem nicht übertragbar und nicht auszahlbar. Wer den Umsatz nicht schafft, verliert das Guthaben – nicht sein Einzahlungsgeld, sofern die Auflage nicht auch eingezahlte Beträge erfasst. Genau da lohnt der zweite Blick: Ist die Basis nur der Bonus oder Bonus plus Einzahlung? Der Unterschied ist der Unterschied zwischen einer machbaren und einer aussichtslosen Auflage.

Gratiswette, Cashback, Quote-Boost – drei Namen, drei verschiedene Dinge

Eine Freiwette ist etwas anderes als ein Cashbonus: Bei einer Freiwette wird der Einsatz üblicherweise nicht mit ausgezahlt, das Guthaben ist also allenfalls den Nettogewinn wert. Ein Cashback gibt einen Teil der Einsätze zurück, unabhängig vom Ausgang. Ein Quote-Boost verändert die Quote eines einzelnen Marktes und ist nur so viel wert wie die Differenz, die er bei einem Gewinn ausmacht. Wer diese drei Formate als «Bonus» zusammenfasst, kann Angebote nicht mehr vergleichen.

Auf der Schweizer Seite fällt das alles weg. Hier gibt es kein Willkommenspaket, sondern wenig und genehmigtes Gratisspielguthaben. Es ist nicht nötig, das als Nachteil zu verkaufen. Wer einen Bonus mit Umsatzauflage rechnet, merkt spätestens beim zweiten Versuch, wem die Auflage nützt.

Paysafecard: 4 € fürs Liegenlassen, 5 % fürs Zurückholen

Der Gutschein, der Monat für Monat teurer wird

Bei paysafecard fällt für einen Gutschein 30 Tage nach dem Kauf eine monatliche Gebühr von 4 € an. Vermeiden lässt sich das durch die Registrierung eines PaysafeCard-Kontos; für dieses Konto werden ab dem 13. Monat ohne Kontotransaktion 2 € pro Monat berechnet. Ein Gutschein ist also kein Guthaben, sondern eine Frist: Wer ihn kauft und liegen lässt, zahlt dafür, dass er nichts tut.

Das ist die einzige echte Falle im ganzen Prepaid-Weg, und sie ist vollständig vermeidbar. Ein Konto kostet nichts, solange es benutzt wird.

Der Rücktausch von paysafecard-Guthaben kostet 5 % des Auszahlungsbetrags, höchstens 5 € pro Rücktausch. Wer CHF 50 liegen hat und sie zurückhaben will, verliert daran 5 %, also CHF 2.50 – und dieser Betrag ist nicht weg, er ist bezahlt. Der Gutschein war die ganze Zeit ein Kredit an den Emittenten.

Wer den Code ausgibt und unter welcher Aufsicht

paysafecard wurde im März 2000 in Wien als paysafecard Wertkarten AG gegründet, seit Juli 2014 firmiert das Unternehmen als paysafecard Wertkarten GmbH und gehört seit August 2015 zur Paysafe Group, früher Optimal Payments. In der EU wird Paysafecard seit dem 29. Oktober 2019 unter einer irischen E-Geld-Lizenz ausgegeben.

Diese Lizenz sagt etwas über die Sorgfalt bei der Ausgabe des Geldes – und nichts über die Wettseite, an der der Code landet. Das sind zwei Aufsichtsräume, und nur einer davon schützt den Spielenden gegenüber dem Wettanbieter.

Einzahlung gegen Auszahlung: zwei verschiedene Wege

Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto ausbezahlt, das auf den Namen des Kontoinhabers lautet. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Sportwetten nicht; ein Kredit an Spielende ist unzulässig.

Daraus folgt die eigentliche Reibung im Alltag: Der Gutschein kann anonym gekauft werden, die Auszahlung nicht anonym ankommen. Der Code ist eine Einbahnstrasse. Wer sein Geld zurückwill, braucht ein Konto auf den eigenen Namen – und bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung zusätzlich ein fremdes Auszahlungsregime, über das er nichts weiss.

Bei Swisslos zahlt der Veranstalter Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar.

Woran sich ein fairer Vergleich entscheidet

Fünf Prüfpunkte, die man vor der Einzahlung erledigt

Der bequemste Wert einer Wettseite ist der, den man nicht sieht: die Marge. Sie steckt in jeder Quote und ist überall gleich eingebaut, ob man gewinnt oder verliert.

Entscheidend ist zuerst die Bewilligung. Nur die beiden Schweizer Veranstalterinnen dürfen Sportwetten anbieten, und jede hat ein eigenes Gebiet. Zweitens: Ist das Konto überhaupt zu bekommen? Swisslos und die Loterie Romande eröffnen ein Online-Konto nur für Personen mit Wohnsitz in ihrem Gebiet. Drittens die Limiten – wer mit kleinen Beträgen arbeitet, verlässt sich darauf, dass sie greifen. Viertens der Auszahlungsweg und seine Bedingungen. Fünftens die Marge.

Der Quotenschlüssel und die Zahl hinter der Quote

Der Quotenschlüssel, auch Auszahlungsquote genannt, ist der Anteil aller Einsätze, den ein Markt zurückzahlt. Er wird über alle Ausgänge eines Marktes gerechnet: 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte der Quoten. Die Marge ist 100 % minus diesen Wert. Wer einen 1X2-Markt mit einem Total-Markt vergleicht, vergleicht nicht dieselbe Marge – jeder Markt hat seine eigene.

Nichts an dieser Kennzahl ist geheim. Sie steht in jeder Quote, sie ist nur nicht ausgeschrieben.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalterin bzw. gemeldete Bewilligung
Swisslos Sporttip Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach dem BGS SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel, unter Aufsicht der Gespa
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach dem BGS Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), unter Aufsicht der Gespa

Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Die beiden Schweizer Veranstalterinnen auf dem Prüfstand

Swisslos Sporttip: das breiteste Angebot mit der engsten Marge an Wohnorten

Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019; die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Der Sitz ist keine Fussnote: Er verankert die Erlöse im öffentlichen Zweck, nicht in einem Aktionärsnutzen.

Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer in Freiburg oder Genf wohnt, kommt hier nicht hinein – nicht weil eine Regel willkürlich wäre, sondern weil der Veranstalter dort schlicht nicht tätig ist.

Zur Online-Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft.

Sportguthaben lässt sich am einfachsten mit PostFinance Pay aufladen; die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt. Daneben stehen Online-Zahlungsmöglichkeiten und der Einzahlungsschein zur Verfügung, bei einem Mindestbetrag von CHF 20. In 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Wer glaubt, ein Prepaid-Weg umgehe diese Grenzen, irrt: Sie hängen am Wallet, nicht am Zahlungsmittel.

Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto des Teilnehmers überwiesen. Wetten, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos; eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben.

Der Punkt, an dem dieser Anbieter am meisten kostet, ist nicht die Gebühr. Es ist der Wohnort, der über den Zugang entscheidet, und die 26 Wochen, nach denen ein Gewinn verstummt.

Loterie Romande Jouez Sport (jeux.loro.ch): zwei Prepaid-Produkte, ein Verfallsdatum und 5 %

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Kontaktadresse lautet Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; die Organisation zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.

Für ein Online-Spielerkonto sind Volljährigkeit sowie Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt in einem der sechs Kantone nötig. Pro Person ist nur ein Konto erlaubt. Verlangt wird eine Ausweiskopie, in besonderen Fällen zusätzlich ein Wohnsitznachweis, der nicht älter als 4 Monate ist.

Einzahlungen sind auf höchstens CHF 10’000 pro 30 Tage begrenzt, das Wallet-Guthaben ebenfalls auf höchstens CHF 10’000. Gewinne bis CHF 1’000 netto werden direkt dem Wallet gutgeschrieben, höhere Beträge auf das Konto der angegebenen IBAN überwiesen. Gratisspielguthaben ist nicht auszahlbar.

Interessanter ist der Prepaid-Weg, den die Loterie Romande selbst betreibt. Prepaid-Tickets der Loterie Romande gibt es zu CHF 20, CHF 50, CHF 100 und CHF 200; sie sind ein Jahr gültig und müssen in einem Betrag dem Wallet gutgeschrieben werden. Gegenüber einem Gutschein aus einem fremden System hat das einen handfesten Vorteil: kein Monatsbeitrag fürs Liegenlassen, keine 5 % beim Rücktausch. Der Preis ist die Frist – ein Jahr, danach ist der Anspruch verbraucht.

Bei Wettscheinen sieht es anders aus als bei Kontoguthaben. Jouez-Sport-Wettscheine mit einem Gewinn oder einer Einsatz-Rückerstattung bis CHF 200 können in jeder Jouez-Sport-Verkaufsstelle eingelöst werden; bei genügend Bargeld darf eine Verkaufsstelle bis höchstens CHF 2’000 auszahlen.

Der Vorteil dieses Hauses liegt im Papier. Wer in der Westschweiz wohnt und ohnehin an der Verkaufsstelle vorbeikommt, findet hier den einzigen Prepaid-Weg im Schweizer Sportwetten, der keine Gebühr jenseits der Gültigkeitsfrist kennt – und die Frist ist der Preis.

Die beiden Türen: Schweizer Bewilligung und ausländische Quote

Warum es keine dritte bewilligte Marke gibt

Ein Anbieter braucht eine Veranstalterbewilligung und zusätzlich eine Bewilligung pro Spiel; die Bewilligung gilt nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Eine Liste weiterer konzessionierter Wettanbieter existiert nicht, weil es keine gibt; die Gespa veröffentlicht lediglich die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains.

Beaufsichtigt wird das von der Gespa in Bern, nicht von der ESBK – die ist nur für Casinos zuständig. Wer beides verwechselt, sucht den Schutz an der falschen Adresse.

Was in der Schweiz überhaupt gewettet werden darf, ist eine geschlossene Liste: die von der Gespa autorisierten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Qualifikationsrunden nur, wenn sie gelistet sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet – nie Wetten auf Trainingsläufe. Die Liste zeigt keine Corner- oder Kartenmärkte und keine Esport-Sektion. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt. Livewetten sind erlaubt, wenn der Anbieter über die entsprechende Entscheidung verfügt.

Ohne Schweizer Bewilligung: was die Quote kostet und was sie nicht ersetzt

Eine ausländische Bewilligung – aus Curaçao, Malta, Deutschland oder irgendeinem anderen Land – hat in der Schweiz keine Geltung. Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung zu veranstalten ist strafbar: bis zu 3 Jahre oder eine Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu 5 Jahre. Die Spielenden werden nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen die Veranstalterin eingezogen werden, und es gibt weder Schutz noch Fair-Play-Kontrolle.

Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS blockieren. Die erste Liste stammt vom 3. September 2019, am Ende des Jahres 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt – die Gespa nennt Interwetten und Bet-at-Home für dieses Vorgehen und führt bet365 auf der Liste.

Ein Zahlungsweg ist davon nicht betroffen. Die Schweiz kennt kein Instrument, mit dem Banken oder Kartensysteme Zahlungen an nicht bewilligte Wettseiten unterbinden. Wer also glaubt, die Zahlungsabwicklung selbst sei der Filter, irrt.

Ehrlich gesagt: Der Unterschied zwischen bewilligt und nicht bewilligt ist nicht der zwischen einem schlechten und einem guten Angebot. Bewilligt heisst volle Schweizer Spielerschutzregeln, aber nur zwei Veranstalterinnen, eine geschlossene Liste an Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzpflicht und eine Identitätsprüfung. Ohne Schweizer Bewilligung heisst kein Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, keine Schweizer Aufsicht – und Gewinne, die nach kantonaler Praxis steuerbar sein können.

Steuern: der Schwellenwert, den fast niemand erreicht

Gewinne aus bewilligten Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der Bundeswert liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 bei CHF 1’070’400; der kantonale Freibetrag weicht davon ab, daher gilt je nach Kanton. Oberhalb des Schwellenwerts behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt werden kann.

Wer einen typischen Betrag gewinnt, liegt weit darunter: keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf dem Gewinn. Bei ausländischen Anbietern fällt keine Verrechnungssteuer an, doch die kantonale Praxis etwa im Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als voll steuerbares Einkommen. Eine Wettsteuer auf Einsätze kennt die Schweiz nicht. Für die eigene Situation ist die kantonale Steuerverwaltung oder eine Steuerberatung die richtige Stelle.

Was ein zweiter Blick auf die Bewilligung kostet

Wer den Vergleich mit der Bewilligung beginnt, sortiert die Hälfte der Angebote aus, bevor er eine Quote gelesen hat. Wer mit der Quote beginnt, sortiert die Bewilligung oft gar nicht mehr. Zwischen diesen beiden Reihenfolgen entscheidet sich, ob man am Ende ein Konto hat, das im Streitfall jemanden kennt.

Rechtliches kurz gefasst: Bewilligung, Quote, Auszahlung

Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019) und stehen unter Aufsicht der Gespa. Ob eine Marke eine Schweizer Bewilligung hat, ist keine Geschmacksfrage, sondern eine Eintragung. Dasselbe gilt für die Quote: Sie ist kein Angebot, sondern eine Rechnung mit einer eingebauten Marge. Und die Auszahlung auf ein Konto des eigenen Namens ist keine Bequemlichkeit, sondern die Bedingung, unter der ein Gewinn überhaupt ankommt.

Häufige Fragen zu Paysafecard und Schweizer Sportwetten

Kann man einen Prepaid-Code wie Paysafecard bei Swisslos oder der Loterie Romande einsetzen?

Für einen fremden Gutschein sagen die Bedingungen der beiden Veranstalterinnen nichts aus. Die Loterie Romande verkauft jedoch eigene Prepaid-Tickets der Loterie Romande zu CHF 20, CHF 50, CHF 100 und CHF 200, gültig ein Jahr und in einem Betrag dem Wallet gutzuschreiben. Bei Swisslos laufen Einzahlungen über die angebotenen Zahlungsarten und den Einzahlungsschein.

Welche Kosten entstehen bei Prepaid-Guthaben, das liegen bleibt oder zurückgetauscht wird?

Bei paysafecard fällt für einen Gutschein 30 Tage nach dem Kauf eine monatliche Gebühr von 4 € an, vermeidbar durch Registrierung eines Kontos; ab dem 13. Monat ohne Kontotransaktion werden dafür 2 € pro Monat berechnet. Der Rücktausch kostet 5 % des Auszahlungsbetrags, höchstens 5 € pro Rücktausch.

Wohin gehen Gewinne, wenn mit einem Prepaid-Code eingezahlt wurde?

Immer auf ein Zahlungskonto, das auf den Namen des Kontoinhabers lautet – anonyme Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Sportwetten nicht. Bei Swisslos werden Gewinne bis CHF 1’000 dem Wallet gutgeschrieben, höhere Beträge innert 3 Arbeitstagen auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Konto überwiesen.

Welchen Schutz verlieren Spielende bei einer Wettseite ohne Schweizer Bewilligung?

Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Geltung. Es fehlen der Eintrag im Schweizer Sperrregister, der Schweizer Rechtsschutz und die Aufsicht durch die Gespa. Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen die Veranstalterin eingezogen werden. Eine Zahlungssperre gegen solche Seiten gibt es nicht.

Wie kommt der Gewinn einer Kombinationswette zustande und wo steckt die Marge?

Die Quoten der einzelnen Wetten werden zu einem Preis multipliziert, der Einsatz damit vervielfacht. Die Marge steckt in jeder einzelnen Quote: Der Quotenschlüssel eines Marktes ist 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten dieses Marktes, die Marge ist der Rest bis 100 %. Jeder Markt hat seine eigene.

Inhalt erstellt vom Team «europapokalch.com»