Gratis Wettprognosen heute richtig einordnen: Wahrscheinlichkeiten, Marge und die zwei Schweizer Veranstalter

Updated Oktober 2026
Licensed
usAvailable in US
Fast payouts
18+ Only
Want more predictions?
Join our Telegram channel
Join

Stand: 29. Oktober 2026. Grundlage der Bewilligungsangaben sind die Geldspielaufsicht Gespa, die interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen und die veröffentlichten Spielregeln der beiden bewilligten Veranstalter.

Ein abgegriffenes Notizheft, ein Bleistift und eine Stoppuhr liegen auf einer Bank am Rand eines Trainingsplatzes.
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Wer «gratis wettprognosen heute» in die Suche tippt, will meistens eines: eine Meinung zu einem Spiel, das in ein paar Stunden angepfiffen wird. Bekommen wird man eine Flut von Tipps, Analysen und «sicheren» Tipps, die alle eines gemeinsam haben — sie kosten nichts, und keiner davon trifft garantiert. Was hier passiert, ist etwas anderes. Wir sagen niemandem, wer gewinnt. Wir erklären, woraus eine Prognose überhaupt gebaut wird, was eine Quote über die Chancen verrät und was sie verschweigt, und wo in der Schweiz ein Wettschein liegen darf und wo nicht. Wer das einmal durchdrungen hat, liest jeden Gratis-Tipp mit anderen Augen. Und wer erkennen will, welcher Weg in diesem Land überhaupt offensteht, merkt schnell: Es sind nicht zehn Anbieter zur Auswahl, sondern zwei — und dazwischen eine Reihe ausländischer Namen ohne Schweizer Bewilligung, die man kennen sollte, um sie einordnen zu können.

Die Zahl des Tages ist keine Quote, sondern eine Zweiteilung. Alle Wetten, die ein Sporttip-Wettender platziert, laufen über einen Veranstalter mit einer Bewilligung des Geldspielgesetzes, und derselbe Veranstalter darf nur in einem genau abgegrenzten Gebiet tätig sein. Wer in Zürich wohnt und sich bei der Westschweizer Veranstalterin registrieren will, kommt nicht durch — und umgekehrt genauso wenig. Das ist kein Detail am Rand. Es entscheidet, welche Plattform für einen konkreten Leser überhaupt in Frage kommt, lange bevor über Form, Statistik oder Marge gesprochen wird.

Die statistische Grundlage: Was in einer Prognose tatsächlich steckt

Ein Fussball liegt im taufeuchten Gras an der Seitenlinie, die ersten Sonnenstrahlen fallen schräg über den Platz. Genau dort beginnt jede Prognose, und nirgends sonst — nicht im Bauchgefühl des Tippers, sondern in dem, was auf dem Platz messbar ist.

Ein Fussball ruht an der Seitenlinie im taufeuchten Gras, die ersten Sonnenstrahlen fallen schräg über den Platz.
Bei Sporttip-Livewetten zählen Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, mit Quote 1.00.

Eine Prognose beschreibt Wahrscheinlichkeiten, keine Ergebnisse. Das klingt nach einer Selbstverständlichkeit, ist aber der Punkt, an dem die meisten Gratis-Tipps kippen. Ein Tipp ist eine Einschätzung, und jede Einschätzung kann falsch sein, ohne dass sie schlecht gemacht war. Ein Spieler, der in zwanzig Spielen siebzehnmal richtig liegt, ist ein guter Schätzer. Er ist kein Hellseher. Zwischen «diese Einschätzung ist nachvollziehbar begründet» und «diese Wette geht auf» liegt ein Abgrund, und keine Wettseite, die einen Tipp gratis abgibt, kann ihn zuschütten.

Woraus eine Einschätzung gebaut wird, lässt sich benennen. Die Form eines Teams über die letzten Spiele gehört dazu — nicht die Bilanz der ganzen Saison, sondern die aktuelle Verfassung. Ausfälle gehören dazu, weil eine Mannschaft ohne ihren zentralen Aufbauspieler eine andere Mannschaft ist. Statistische Kennzahlen gehören dazu: Tore, Gegentore, Heimstärke, Auswärtsbilanz, Kopfballduelle, Ballbesitz, Schüsse aufs Tor. Und der Quotenvergleich gehört dazu, weil vier Zahlen von zwei Veranstaltern mehr erzählen als eine Zahl allein. Wer eine Prognose liest, in der keiner dieser Punkte auftaucht, liest keine Prognose, sondern eine Behauptung mit Datum.

Der Kader und die Aufstellung kommen erst kurz vor dem Anpfiff. Eine Prognose, die 48 Stunden vorher geschrieben wird und so tut, als stünde die Startelf fest, beschreibt nicht das Spiel, sondern die Wunschvorstellung ihres Verfassers. Aufstellungsmeldungen sind bei den meisten Begegnungen erst in der letzten Stunde belastbar — und genau in dieser letzten Stunde verändert sich die Quote oft am stärksten.

Was für die Fussball-Prognose gilt, gilt für jede Sportart. Bei Handball, Eishockey oder Basketball sind es Würfe, Bullys, Rebounds und Foulbelastungen, die die Einschätzung tragen. Der Mechanismus bleibt derselbe: Ein Ereignis wird in Zahlen übersetzt, die Zahlen werden zu einer Erwartung verdichtet, und die Erwartung trifft auf einen Preis, den jemand anderes festgelegt hat.

Die Regeln, die eine Schweizer Wette von einer ausländischen unterscheiden

Wer in der Schweiz einen Wettschein ausfüllen will, trifft auf einen Rahmen, der enger ist, als die Werbung ausländischer Seiten glauben macht. Sportwetten sind ein Grossspiel im Sinne des Geldspielgesetzes und werden von der Gespa beaufsichtigt — der interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern, nicht von der Eidgenössischen Spielbankenkommission, die nur Casinos prüft. Eine Bewilligung braucht zwei Teile, eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz.

Was auf dem Wettschein stehen darf, ist eine geschlossene Liste: zugelassene Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten, die die Gespa in einer eigenen Liste führt. Nur Sportereignisse sind erlaubt; Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind es nicht. Qualifikationsrunden nur, wenn sie auf der Liste stehen, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie dort stehen, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet. Auf Trainingsläufe darf gar nicht gewettet werden. Eckball- oder Kartenmärkte sucht man auf der Liste ebenso vergeblich wie eine Esport-Abteilung — nicht weil sie verboten wären, sondern weil sie dort schlicht nicht vorkommen. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen. Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, soweit der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung hat; das Gesetz beschränkt Livewetten nicht auf bestimmte Märkte.

Ein Punkt, der regelmässig falsch erzählt wird: Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine gibt. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains. Wer auf einer ausländischen Seite ein Konto eröffnet, nutzt ein Angebot, das in der Schweiz keine Bewilligung hat und hier keine Wirkung entfaltet.

Wie ein Gratis-Tipp entsteht — und woran man einen schwachen erkennt

Gratisprognosen kommen in verschiedenen Kleidern, und die Kleider verraten mehr als der Inhalt.

Die eine Sorte liefert einen fertigen Tipp für ein konkretes Spiel und eine Quote dazu. Man erfährt nicht, wie die Einschätzung zustande kam, man bekommt nur das Ergebnis der Überlegung — so wie man in einem Restaurant die Küche nicht sieht. Das ist nicht automatisch schlecht, aber es ist auch nicht überprüfbar.

Die andere Sorte erklärt die Methode: dass Material ermüdet, dass ein Aufsteiger zu Hause gegen den Tabellenletzten etwas anderes ist als auswärts beim Spitzenreiter, dass eine Quote unter einem bestimmten Wert die Mühe nicht lohnt. Diese Sorte ist wertvoller, weil sie den Leser in die Lage versetzt, selbst zu denken. Sie bringt aber weniger Klicks, deshalb wird sie seltener geschrieben.

Die dritte Sorte verspricht eine Trefferquote. Sie ist die einzige, bei der man die Seite sofort schliessen kann. Träfe das Versprechen zu, gäbe es keinen Grund, es einem Fremden kostenlos mitzuteilen. Genau daran erkennt man das Problem: Was nichts kostet und alles verspricht, ist entweder falsch gemeint oder falsch gerechnet.

Ein brauchbarer Gratis-Tipp nennt die Grundlage, lässt die Zahl der möglichen Fehler offen und räumt ein, dass die Sache schiefgehen kann. Ein warnender Gratis-Tipp nennt eine Erfolgsquote, einen «Banker» oder eine «sichere» Kombination. Der Unterschied ist nicht Geschmack. Er ist Rechnen.

Rechtslage: Zwei Veranstalter, ein abgegrenztes Gebiet, klare Grenzen

Eine Alpwiese mit weidenden Kühen und einem Holzzaun unter wolkigem Himmel. So idyllisch die Frage nach der Erlaubnis klingt, so nüchtern ist die Antwort: In der Schweiz darf Sportwetten nur veranstalten, wer dafür eine Bewilligung hat, und die Kantone haben die Zahl der Veranstalter auf zwei begrenzt.

Eine Alpwiese mit weidenden Kühen und einem Holzzaun unter wolkigem Himmel.
Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet.

Die Swisslos Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Ihr Sportwettenangebot heisst Sporttip. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und beschäftigt 221 Mitarbeitende.

Brand Bewilligungsstatus in der Schweiz Veranstalterin beziehungsweise gemeldete Bewilligung
Swisslos (Sporttip) Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa Swisslos Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel; Sportwetten als Sporttip
Loterie Romande (Jouez Sport) Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande
22Bet ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht etabliert; keine Wirkung in der Schweiz nach Art. 4 BGS
Rollbit ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht etabliert; keine Wirkung in der Schweiz nach Art. 4 BGS
Donbet ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht etabliert; keine Wirkung in der Schweiz nach Art. 4 BGS
BDMBet ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht etabliert; keine Wirkung in der Schweiz nach Art. 4 BGS
BetFury ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht etabliert; keine Wirkung in der Schweiz nach Art. 4 BGS
HighFlyBet ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht etabliert; keine Wirkung in der Schweiz nach Art. 4 BGS
Interwetten ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht etabliert; keine Wirkung in der Schweiz nach Art. 4 BGS
Sportaza ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht etabliert; keine Wirkung in der Schweiz nach Art. 4 BGS

Der linke Rand der Tabelle ist der entscheidende. Zwei Zeilen tragen eine Bewilligung, acht tragen keine, und das ist keine Rangfolge, sondern ein Rechtszustand. Zwei Zeilen beschreiben dasselbe Paar von Bewilligungen unter derselben Aufsicht; die acht anderen beschreiben einen gemeldeten Status, der in der Schweiz keine Wirkung hat, und keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister.

Dass es genau zwei sind, hat eine unangenehme Nebenwirkung, die man offen aussprechen sollte: Wer in der Deutschschweiz wohnt, hat eine Plattform zur Auswahl. Nicht zehn. Kein Vergleich von Buchmachern ändert etwas daran, weil es keinen dritten gibt. Die Vielfalt, die ein Vergleich suggeriert, ist in diesem Land rechtlich abgeschafft. Die Liste der blockierten Domains zeigt, wie ernst das genommen wird: Im September 2019 veröffentlichte die Gespa erstmals eine Domain-Sperrliste, Ende 2025 standen 671 Domains darauf, und blockierte Adressen werden innerhalb von Stunden ersetzt — ein Mechanismus, den die Aufsicht selbst Domain-Hopping nennt.

Ein weiterer Punkt, der die Entscheidung vorstrukturiert: Das Sportwettenangebot ist geschlossen. Wer sich für Livewetten auf Ecken oder Karten interessiert, findet sie auf der Liste der zugelassenen Wettarten nicht. Wer gerne auf eine Fernsehsendung oder das Wetter wetten würde, kann das bei einem bewilligten Veranstalter nicht — nicht wegen einer Ermessensfrage, sondern weil die Liste der Wettgegenstände nur Sportereignisse kennt. Der Leser sollte wissen, dass dies keine Bequemlichkeit ist, die ein grösseres Angebot aufwiegen könnte. Es ist der Preis dafür, dass eine Bewilligung, eine Aufsicht und ein Spielerschutzsystem existieren.

Wie verschieden die beiden Veranstalter auf den Leser wirken, liegt an etwas Banalem: Zwischen einem Sporttip-Wettschein und einem Jouez-Sport-Wettschein liegt die Sprachgrenze. Wer in Freiburg wohnt, geht zu Jouez Sport, wer in Solothurn wohnt, zu Sporttip, und niemand wählt hier nach Quoten. Diese Wahl ist keine Wahl. Das ist der erste Punkt, an dem der Gratis-Prognosenmarkt und der Schweizer Rechtsrahmen nichts miteinander zu tun haben: Prognosen werden landesweit verkauft, Wetten dürfen nur im eigenen Gebiet angenommen werden.

Verantwortung: Limiten, die man selbst setzt, und was ein Tipp nicht ist

Wer eine Prognose nutzt, setzt vorab Verlustlimiten. Dieser Satz klingt wie eine Empfehlung, ist aber die Konstruktion des Schweizer Systems selbst: Die Limiten setzt der Spielende, nicht der Staat.

Bei Swisslos müssen Spielende vor der ersten Sporttip-Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Der Rahmen dazu kommt aus dem Gesetz: Der Veranstalter muss einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen; die Senkung wirkt sofort, die Erhöhung nach Gesetz nach 24 Stunden — Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Eine staatliche feste Einzahlungsgrenze kennt die Schweiz nicht. Wer also glaubt, der Staat deckle hier das Konto, irrt; die Zahl auf dem Papier stammt von ihm selbst, und deshalb ist sie die einzige, die er auch wieder senken kann, ohne dass jemand zustimmen muss.

Der zweite Mechanismus ist die Spielsperre. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten wieder aufgehoben werden, und dabei ist eine Fachstelle beteiligt. Ein selbst gewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Ausgeschlossene und minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Wer das einmal verstanden hat, versteht auch, warum ein Wettschein keine Einnahmequelle ist: Ein Ausschluss, der das Geld der Betroffenen ersatzlos verfallen lässt, ist keine Strafe gegen den Veranstalter.

Ein Kontrollpunkt, den man nicht schönreden sollte: Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer annimmt, der Jugendschutz an der Verkaufsstelle greife zuverlässig, täuscht sich. Online greift er besser, weil eine Registrierung ohne Altersprüfung nicht möglich ist — aber er greift, weil es eine Registrierung gibt.

Was ein Verlustlimit mit einem Gratis-Tipp zu tun hat

Der Zusammenhang ist enger, als es zunächst aussieht. Ein Gratis-Tipp verleitet dazu, die Einsatzhöhe dem Vertrauen in den Tipp anzupassen — dem Vertrauen, nicht der eigenen Limite. Der Tipp ist kostenlos, der Einsatz ist es nicht. Wer für einen fremden Tipp sein gesetztes Tageslimit verschiebt, hat eine Grenze nicht für sich selbst, sondern für eine Meinung verschoben, die er nicht kontrolliert. Einsätze sollen aus frei verfügbarem Geld stammen; das klingt trivial, bis man den Fall betrachtet, in dem ein Gratis-Tipp ausgerechnet in einer Woche kommt, in der die Rechnung ansteht.

Eine Grenze, die man nicht anfassen muss, ist mehr wert als eine Wette, die man gewinnt. Das ist keine Moral, sondern Arithmetik des Risikos: Der Verlust einer Wette trifft das Budget sofort, der Gewinn trifft es später und kleiner, weil auch bei guter Einschätzung nur ein Teil der Wetten aufgeht. Ein Limit, das steht, begrenzt den Schaden. Ein Limit, das man für einen Tipp aufweicht, begrenzt nichts mehr.

Wer merkt, dass ihn eine Prognose dazu bringt, mehr zu setzen als geplant, sollte den Tipp als Warnsignal behandeln, nicht als Chance. Das ist der einzige Rat in diesem Abschnitt, der ohne Zahl auskommt, und der einzige, der im Zweifel zählt.

Prognosen und Strategie: Wie eine Wette gedacht wird, bevor sie gesetzt wird

Eine Prognose stützt sich auf Form, Ausfälle, Statistik und Quotenvergleich — auch kostenlose bleiben Einschätzungen und nie eine sichere Aussage über das Ergebnis. Aus diesem Satz folgt fast alles, was in diesem Abschnitt steht.

Die naheliegende Frage ist, was statistische Kennzahlen mit der Form eines Kaders zu tun haben, und die Antwort ist: Sie sind zwei Messungen desselben Gegenstands. Die Statistik beschreibt, wie eine Mannschaft in der Regel spielt. Die Form beschreibt, wie sie gerade spielt. Wenn die Form von der Statistik abweicht, ist nicht eine der beiden Zahlen falsch; es bedeutet, dass etwas sich geändert hat — ein neuer Trainer, ein genesener Spieler, eine Mannschaft in einer Krise. Genau in dieser Abweichung liegt der Wert einer guten Prognose, denn sie erkennt eine veränderte Lage, bevor der Markt sie einpreist.

Ausfälle ändern weniger die Klasse einer Mannschaft als ihre Spielanlage. Ein Ausfall im zentralen Mittelfeld verschiebt, wo das Spiel stattfindet; ein Ausfall in der Innenverteidigung verschiebt, was aufs Tor kommt. Wer nur die Ausfallliste zählt, übersieht das; wer die Funktion des fehlenden Spielers liest, versteht es.

Und dann ist da der Quotenvergleich. Vier Zahlen von zwei Veranstaltern erzählen mehr als zwei — nicht weil eine davon richtig und die andere falsch wäre, sondern weil die Differenz die Sichtweisen des Marktes zeigt. Ist die Differenz bei einem Spiel gross, sind sich die Veranstalter uneinig. Ist sie klein, haben sie dieselbe Erwartung, nur mit unterschiedlicher Marge eingepreist. Wer diese Marge nicht kennt, kann die beiden Zahlen nicht vergleichen, und deshalb gehört sie zum Handwerk.

Value Bet und Marge: Zwei Zahlen, ein Rechenweg

Ein Value Bet ist eine Wette, deren Quote höher ist, als die Einschätzung des Wettenden es rechtfertigt. Der Begriff ist keine Erfindung eines Buchmachers, sondern eine einfache Umkehrung: Werden die Wahrscheinlichkeiten, die eine Quote ausdrückt, zusammengezählt, ergibt sich mehr als 100 %. Diese überzähligen Prozentpunkte sind die Marge des Veranstalters — sein Preis für das Annehmen der Wette.

Rechnen wir es an einem Beispiel, das ausdrücklich ein Rechenbeispiel ist und keine zitierte Quote. Ein Markt mit zwei Ausgängen zu je einer Quote von 1.90. Die Auszahlungsquote ergibt sich als Kehrwert der Summe der Kehrwerte: 1 geteilt durch (1/1.90 + 1/1.90) liegt bei 0.95, also 95 %. Die Marge ist der Rest, und sie liegt damit bei etwa 5 %. Wer über beide Ausgänge je CHF 100 setzt, bekommt in jedem Fall CHF 190 zurück und hat CHF 200 eingezahlt. Diese zehn Rappen Verlust pro Franken Einsatz sind keine Gebühr, die irgendwo aufgeführt wird. Sie stecken in beiden Quoten und sind deshalb unsichtbar.

Die Zahl ist ein Band, kein fester Wert. Bei einem Zwei-Wege-Markt mit Quoten um 1.90 liegt die Marge je nach Veranstalter, Sportart und Markt in einem Bereich von etwa 4 bis 8 %; je enger ein Markt, desto kleiner der Puffer, je exotischer die Wettart, desto grösser. Der genaue Wert hängt von den Quoten dieses konkreten Marktes bei diesem konkreten Veranstalter ab und lässt sich mit der der Rechnung im Abschnitt Value Bet und Marge in einer Minute selbst nachvollziehen. Genau das ist der Nutzen: Man braucht keine Tabelle, man braucht einen Taschenrechner.

Was folgt daraus für den Alltag? Erstens: Jede Quote auf der Seite ist bereits eine Zahl nach Abzug. Zweitens: Eine Wette ist kein Nullsummenspiel zwischen zwei Wettenden, sondern eines mit einem Dritten, der einen festen Anteil nimmt. Drittens: «Beste Quoten» heisst im Klartext «kleinste Marge dieses Marktes» — nicht mehr, und das ist wenig genug. Viertens: Wenn dieselbe Einschätzung bei zwei Anbietern verschiedene Quoten findet, entscheidet der Vergleich über einen Teil der Marge, nicht über den Rest.

Was ein Gratis-Tipp über die Marge sagt — und was nicht

Eine Prognose kann richtig sein und eine Wette trotzdem unrentabel. Das ist der wichtigste Satz dieses Abschnitts, und er ergibt sich direkt aus der Rechnung oben. Eine Wette mit einer Trefferwahrscheinlichkeit von 55 % zu einer Quote von 1.90 wirft im Schnitt nichts ab: 55 % mal 190 Franken minus 45 % mal 100 Franken gerechnet ergibt auf Hundert Einsätze einen kleinen Fehlbetrag, gerade gross genug, um die Marge zu bezahlen. Wer die Marge nicht einpreist, hält eine gute Einschätzung für einen guten Kauf.

Wer sich das vergegenwärtigt, versteht auch, warum die Zahl der prognostizierten Spiele keine Rolle spielt. Nicht die Menge der Tipps entscheidet, sondern das Verhältnis zwischen der eigenen Einschätzung und dem Preis, der dafür geboten wird. Ein einzelner Tipp, der eine Quote deutlich über dem eigenen Wert findet, ist mehr wert als zwanzig Tipps, die nur die Marge decken.

Und noch ein Punkt, der oft übersehen wird: Ein Kombinationsschein vervielfacht nicht nur den möglichen Gewinn, sondern auch die Marge. Jede hinzugefügte Voraussage multipliziert die Einzelquoten zum Gesamtpreis — und multipliziert damit die eingepreiste Marge mit. Bei vier Voraussagen zu je rund 5 % addieren sich die Anteile zu einer Gesamtmarge, die deutlich über der einer Einzelwette liegt. Wer Kombiwetten liebt, sollte wenigstens wissen, was er dafür bezahlt.

Die Grenzen des Modells stehen im Kleingedruckten

Was in einer Prognose nie steht, sind die Regeln, nach denen ein Wettereignis ausgezählt wird. Sie sind der unspektakulärste Teil einer Wette und der, der am häufigsten überrrascht.

Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer, im Fussball also 90 Minuten, plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur dann, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer auf den Sieger eines Pokalspiels setzt, in dem nach 90 Minuten ein Unentschieden steht, hat die Wette verloren, auch wenn sein Team das Spiel im Elfmeterschiessen gewinnt. Das ist kein Trick, sondern die Definition — aber es ist die Definition, die man vorher kennen muss.

Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage die Quote 1.00. Und bei Livewetten zählen Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, ebenfalls mit Quote 1.00 — in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wer live setzt, während der Ball bereits im Tor liegt, bekommt also keine 2.50 auf den Torschützen. Das ist keine Härte; es ist die Voraussetzung dafür, dass Livewetten überhaupt kalkulierbar sind.

Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung lassen sich bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombinieren. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die gesamte Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Auch das ist keine Schikane — es verhindert, dass aus einer Wette ein Eigenhandel mit bekannten Abhängigkeiten wird.

Ein finanzielles Detail, das man selten liest: Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos. Eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung muss innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief erhoben werden. Bei Jouez Sport liegt der Höchstgewinn bei CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und bei CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen; eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi beträgt mindestens 1.10 und höchstens 100’000. Auch diese Grenzen gehören in die Rechnung, bevor der Schein ausgefüllt wird, nicht danach.

Was ein Gratis-Tipp also leisten kann: eine Einordnung. Was er nicht leisten kann: die Auszahlungsregel einer Sportart, die Absagefrist, die Höchstgrenze. Das sind drei Zeilen in den Spielregeln des Veranstalters, und sie entscheiden öfter über einen Wettschein als die Formkurve.

Vergleich: Wonach sich eine Prognosequelle beurteilen lässt

Beim Vergleich von Prognosequellen zählen offene Methode, nachvollziehbare Bilanz und die Trennung von Werbung. Ein Trefferversprechen ist dagegen ein Warnzeichen, und kein Angebot, das man gegeneinander abwägt.

Die Methode ist der erste Prüfpunkt. Eine Quelle, die erklärt, welche Kennzahlen sie verwendet und wie sie zu einer Einschätzung kommt, lässt sich überprüfen. Eine Quelle, die nur das Ergebnis nennt, nicht. Das ist der Unterschied zwischen einem Rezept und einem Menübild — das Bild kann täuschen, das Rezept nicht.

Die Bilanz ist der zweite. Nachvollziehbar heisst: Alle getippten Spiele werden geführt, auch die verlorenen. Eine Bilanz, die nur Treffer zeigt, ist keine Bilanz. Wer eine Trefferquote von 80 % nennt und nicht sagt, über wie viele Spiele sie gerechnet ist, nennt keine Quote, sondern eine Dekoration.

Die Trennung von Werbung ist der dritte und in diesem Zusammenhang der wichtigste. Werbepartner und Testsieger sind zwei verschiedene Dinge, und eine Seite, die sich mit einem Anbieter am Umsatz beteiligt, kann ihn nicht unabhängig bewerten. Das ist kein Verbrechen, solange es offensteht. Es ist ein Problem, solange es verborgen bleibt.

Was ein Leser selbst prüfen kann, ist begrenzt, aber nicht null: ob die Seite schreibt, wie sie zu einer Einschätzung kommt; ob sie Fehler zeigt; ob sie erklärt, mit wem sie zusammenarbeitet. Ein «sicherer» Tipp, ein «Banker» oder eine «Garantie» sind dagegen keine Prüfpunkte, sondern Ausschlusskriterien. Der Grund ist derselbe wie bei der Marge: Wer eine sichere Sache hätte, würde sie nicht als Werbeplazierung verkaufen.

Wer sich stattdessen für die Plattform entscheidet, auf der er setzt, sollte die Bewertungsmassstäbe anders sortieren. Dort zählen Bewilligung, Gebiet, Auszahlungsweg und Spielerschutzwerkzeuge, und nicht der Unterhaltungswert der Wettseite. Deshalb steht die Auswahl im Folgenden in zwei Gruppen: die beiden bewilligten Veranstalter, die Sportwetten in der Schweiz anbieten dürfen, und ausländische Namen ohne Schweizer Bewilligung, die man als Referenz kennen sollte, weil einem ihre Werbung begegnet.

Die beiden bewilligten Veranstalter und acht ausländische Namen im Vergleich

Wer über Gratisprognosen spricht, kommt selten bis zu der Frage, wo man denn überhaupt setzen kann. Genau dazu ist dieser Abschnitt da. Die Reihenfolge folgt dem Rechtszustand: zuerst die beiden Anbieter mit Bewilligung, dann die Namen ohne.

Swisslos Sporttip: die einzige Plattform für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein

Das ist die Referenz für alle, die im Vertragsgebiet wohnen. Swisslos ist eine Genossenschaft mit Sitz in Basel, veranstaltet gestützt auf die interkantonale Vereinbarung vom 20. Mai 2019 und betreibt ihre Sportwetten unter dem Namen Sporttip im Gebiet von 19 Deutschschweizer Kantonen sowie im Tessin und in Liechtenstein. Diese Liste ist keine Fussnote. Sie ist die erste Frage jeder Registrierung: Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt im Vertragsgebiet, mindestens 18 Jahre, keine bestehende Spielsperre und nur eine Registrierung pro Person. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft — ein Vorgang, der bei ausländischen Seiten in dieser Form fehlt.

Die Limiten sind griffig. Der Mindesteinsatz beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000, für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Vor der ersten Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und von CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren; Senkungen gelten sofort, Erhöhungen nach 72 Stunden. Wer den Mindesteinsatz von CHF 1 mit dem Höchsteinsatz von CHF 1’000 vergleicht, sieht die eigentliche Botschaft: Nach oben ist der Rahmen eng, und das hat nichts mit Marketing zu tun, sondern mit dem Werkzeug Spielerschutz.

Ein Guthaben lädt man per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein ab CHF 20 auf; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. PostFinance Pay wird als Zahlungsart angeboten, die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt. Auszahlungen sind innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben; darüber erfolgt die Überweisung innert 3 Arbeitstagen. Der Grundsatz dahinter ist gesetzlich: Auszahlungen gehen nur auf ein Konto im Namen des Kontoinhabers, und eine Kreditierung an Spielende gibt es nicht.

Der Gewinnbetrag einer Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal der Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Das Ergebnis wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Diese zwei Schritte klingen nach Buchhaltung, und sie sind Buchhaltung — aber sie sitzen am Ende jedes Wettscheins. Wenn 5 Rappen über den Gewinn entscheiden, weiss man wenigstens, woher sie kommen.

Die Funktionen sind online gebündelt. Der Kombiboost gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit je einer Quote von mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen, wobei Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert sind. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wer die 100 % auf dem Werbebanner liest und nicht die Zeile «bei fünfzehn Voraussagen mit je mindestens 1.50» daneben, hat das Angebot nicht gelesen, sondern das Plakat.

Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann jederzeit geändert werden. Wer «Cash-Out» als Sicherheitsnetz liest, hat die Funktion missverstanden; sie ist ein Verkauf des Scheins zurück an den Veranstalter zu dessen Preis.

Abgeben lässt sich alles online über Swisslos oder die Sporttip App für iOS und Android; in der App zusammengestellte Wetten können auch per QR-Code an einer Sporttip Verkaufsstelle gespielt werden. Hier schliesst sich der Kreis zur Rechtslage: Die Verkaufsstellen sind Teil des Systems, nicht ein Überrest davon.

Das Urteil zu diesem Anbieter fällt nicht über den Funktionsumfang, sondern über die drei Bedingungen, die den ganzen Rest bedingen. Die Registrierung liest einen Ausweis gegen Adressdatenbanken aus, die Bewilligung gilt nur in der Schweiz, und das Wettprogramm ist auf die zugelassene Liste der Sportarten und Wettarten beschränkt. Wer in der Deutschschweiz wohnt und in Ruhe auf Fussball setzen will, bekommt hier mehr Schutz als Wahlmöglichkeit — und wer Ecken-Märkte, Kartenwetten oder ein exotisches Live-Menü sucht, wird von genau diesem Rahmen ausgebremst. Die zwei Schritte der Gewinnrundung passen gut zu diesem Bild: Ein Anbieter, der auf 5 Rappen genau abrechnet, ist kein Anbieter, bei dem ein Detail zufällig grosszügig ausfällt.

Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe System, ein anderes Gebiet, andere Grenzen

In der Westschweiz heisst die Plattform Jouez Sport, und sie gehört der Loterie Romande. Die Veranstalterin bedient sechs Kantone — Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura —, sitzt an der Avenue de Provence 14 in Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen und beschäftigt 221 Mitarbeitende. Für einen Waadtländer ist das kein Vergleichsangebot, sondern die einzige bewilligte Adresse für Sportwetten.

Die Grenzen unterscheiden sich in einem Punkt, der für Kombinationswetter wichtig ist. Der Höchstgewinn beträgt CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette, und alle Gewinne eines Multiples zusammen sind auf CHF 1’000’000 begrenzt. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Diese Zahl ist die interessanteste im ganzen Abschnitt. Sie sagt: Eine Kombination aus zehn Aussenseitern mit einer Gesamtquote von einer Million wird nicht angenommen, so verlockend sie in einem Prognose-Post aussehen mag. Die Obergrenze zieht dem Spieltrieb eine Linie, und sie tut es vor dem Einsatz, nicht danach.

Wer an der Sprachgrenze wohnt und glaubt, sich das Angebot aussuchen zu können, irrt. Die Wahl wird nicht durch Vorlieben bestimmt, sondern durch den Wohnkanton im Ausweis. Ein Freiburger kann nicht zu Sporttip, ein Solothurner nicht zu Jouez Sport. Damit ist das ganze Thema der Plattformwahl in der Schweiz auf die Frage reduziert, in welchem Kanton man gemeldet ist.

Das Urteil fällt entsprechend eng aus und betrifft das Design der Grenzen, nicht den Geschmack des Lesers. Die Millionengrenze für ein Multiple und die Kombi-Obergrenze bei 10 Voraussagen sind strengere Zügel als die reine Staatsgrenze des Bewilligungsgebiets — wer Kombinationen liebt, stösst hier früher an als bei Sporttip. Wer hingegen in der Westschweiz zu Hause ist, hat ohnehin keine Alternative, und die Grenze, die ihn am ehesten betrifft, ist die Registrierungsprüfung, nicht die Gewinnobergrenze.

22Bet: ausländisches Angebot ohne Schweizer Bewilligung

22Bet führt keine Schweizer Bewilligung; die gemeldete Bewilligung ist nicht etabliert, und eine solche hätte in der Schweiz nach Art. 4 BGS keine Wirkung. Es gibt keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsweg. Die Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden, die Schweizer Telecom-Anbieter per DNS-Block umsetzen; im September 2019 erschien die erste Liste, Ende 2025 standen 671 Domains darauf, und blockierte Adressen werden laut Aufsicht innerhalb von Stunden ersetzt.

Ein Nutzen dieser Vielzahl an Domains lässt sich schwerlich behaupten. Wer ein Konto bei einem nicht bewilligten Anbieter eröffnet, tauscht eine Bewilligung, eine Aufsicht und ein Sperrregister gegen nichts — die Bedingungen kommen aus den eigenen Hausregeln des Anbieters, und Gewinne fallen unter kantonale Steuerpraxis. Die Sperrliste ist dafür der beste Beleg: Sie ist der einzige Mechanismus, den die Schweiz gegenüber solchen Domains hat, und sie arbeitet mit Adressen, nicht mit Konten.

Rollbit: kein Schweizer Rechtsweg, keine Schweizer Aufsicht

Bei Rollbit gilt dasselbe: keine Schweizer Bewilligung, gemeldete Bewilligung nicht etabliert ohne Wirkung nach Art. 4 BGS, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden. Wer in der Schweiz wettet, muss ein Konto bei einem nicht bewilligten Anbieter selbst verantworten — der Spielende wird nach der Praxis des Bundesamts für Justiz nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden.

Donbet: ohne Schweizer Bewilligung gelistet, ohne Schweizer Schutzsystem

Donbet trägt keine Schweizer Bewilligung. Die gemeldete Bewilligung ist nicht etabliert, entfaltet nach Art. 4 BGS keine Wirkung in der Schweiz, und es besteht weder eine Verbindung zum Ausschlussregister noch ein Schweizer Rechtsweg. Die Domain kann über die Sperrliste der Gespa blockiert werden.

BDMBet: kein Schweizer Veranstalter, kein Schweizer Register

Auch BDMBet ist ohne Schweizer Bewilligung. Die gemeldete Bewilligung ist nicht etabliert und hat hier keine Wirkung; kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste möglich. Für einen Schweizer Leser bleibt bei all diesen Namen derselbe eine Satz: Das Angebot hat hier keine Bewilligung, und es gibt keine Stelle, an die man sich wenden könnte.

BetFury: ausländisch, gemeldeter Status ohne Wirkung in der Schweiz

BetFury gehört zur selben Gruppe: keine Schweizer Bewilligung, gemeldete Bewilligung nicht etabliert, keine Wirkung nach Art. 4 BGS, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden. Was in diesen Absätzen fehlt, fehlt nicht zufällig: Über Zahlungswege, Auszahlungszeiten oder Limiten eines solchen Anbieters lässt sich nichts sagen, was für einen Schweizer Leser belastbar wäre — und nichts davon ersetzen, was eine Bewilligung und eine Aufsicht leisten.

HighFlyBet: kein Schweizer Permit, volle Eigenverantwortung

HighFlyBet führt keine Schweizer Bewilligung; gemeldete Bewilligung nicht etabliert ohne Wirkung nach Art. 4 BGS, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste möglich. Erwähnt sei der Punkt, der bei ausländischen Anbietern am häufigsten übersehen wird: Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen zwar nicht der Verrechnungssteuer, werden aber nach der Steuerpraxis des Kantons Thurgau als vollständiges Einkommen behandelt, unabhängig von der Höhe. Wer hier gewinnt, gewinnt nicht steuerfrei.

Interwetten: nicht bewilligt, dafür auf der Sperrliste ein Begriff

Interwetten ist ohne Schweizer Bewilligung gelistet, mit nicht etablierter gemeldeter Bewilligung, ohne Wirkung nach Art. 4 BGS, ohne Verbindung zum Sperrregister und ohne Schweizer Rechtsweg. Der Name ist im Schweizer Kontext kein unbeschriebenes Blatt: Die Gespa nennt Interwetten selbst als Beispiel im Zusammenhang mit Domain-Hopping — also mit dem Muster, blockierte Adressen innerhalb von Stunden unter neuer Domain weiterzubetreiben. Ein Anbieter, dessen Name in der Aufsichtspraxis als Beispiel für diesen Mechanismus steht, sagt mehr über die Sperrliste als jede allgemeine Warnung.

Sportaza: nicht bewilligt, nach denselben Kriterien bewertet

Sportaza schliesst die Liste ohne Schweizer Bewilligung; die gemeldete Bewilligung ist nicht etabliert und hat nach Art. 4 BGS keine Wirkung, es gibt keine Verbindung zum Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden. Bewertet wird Sportaza wie jeder andere Name in diesem Abschnitt, nach denselben Massstäben und ohne Anspruch auf eine Aussage über Dinge, die die eigenen Bedingungen regeln müssten.

Steuern, Werbung und die Regeln, die für den Wettschein zählen

Zwei Themen bleiben übrig, beide kleiner als ihr Ruf und beide häufig falsch erzählt.

Das erste ist die Steuer. Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der eidgenössische Freibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 bei CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag wird anders bemessen, deshalb steht hier «je nach Kanton» und keine einzelne Kantonszahl. Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die man über die Steuererklärung zurückholt. Ein typischer Wettender gewinnt weit unterhalb dieser Grenze: keine Einkommenssteuer, keine Verrechnungssteuer. Eine Wettsteuer auf Einsätze gibt es in der Schweiz nicht; wer von einer «Sportwettensteuer» auf den Einsatz liest, liest über ein anderes Land. Für Gewinne aus ausländischen Anbietern gilt anderes, und für eigene Fälle fragt man einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.

Das zweite ist die Werbung. Werbung für Geldspiele darf nicht aufdringlich, nicht irreführend und nicht auf Minderjährige oder gesperrte Personen ausgerichtet sein. Werbung für Geldspiele, die in der Schweiz nicht erlaubt sind, ist verboten und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 bestraft. Das ist der Grund, weshalb dieser Text die ausländischen Namen beschreibt und bewertet, sie aber nicht empfiehlt. Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa; im Jahr 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Bonusbeträge und Bonusbedingungen ergeben sich ausschliesslich aus den eigenen Bedingungen des jeweiligen Veranstalters. Eine Sperrstunde für Werbung zu bestimmten Tageszeiten existiert in der Schweiz nicht.

Ein letzter Punkt, der die Wahl der Plattform betrifft: In der Schweiz gibt es kein Zahlungsblockierungsinstrument gegen unbewilligte Wettseiten. Die Behauptung, Banken oder Kartennetzwerke würden solche Zahlungen unterbinden, trifft nicht zu. Was existiert, ist die Sperrliste der Domains, und die arbeitet auf der Ebene der Adressen.

Häufige Fragen zu Wettprognosen, Quoten und Limiten

Wie entsteht eine Wettprognose, und welche Statistiken fliessen ein?

Sie entsteht aus drei Zutaten: der Form eines Teams über die letzten Spiele, den Ausfällen und ihrer Funktion im Spiel sowie statistischen Kennzahlen wie Toren, Gegentoren, Heim- und Auswärtsbilanz. Dazu kommt der Quotenvergleich mehrerer Anbieter. Alles zusammen ergibt eine Wahrscheinlichkeitsschätzung — keine Aussage über das Ergebnis.

Was ist eine Value Bet, und weshalb enthält jede Quote eine Marge?

Eine Value Bet ist eine Wette, deren Quote über dem liegt, was die eigene Einschätzung rechtfertigt. Jede Quote enthält eine Marge, weil die Wahrscheinlichkeiten der Ausgänge zusammengezählt über 100 % ergeben. Der überstehende Teil ist der Preis des Veranstalters. Bei zwei Ausgängen zu je 1.90 bleiben dem Wettenden etwa 95 % des Eingesetzten.

Welcher Anteil des Kapitals darf auf eine einzelne Wette entfallen, damit die Bankroll geschützt bleibt?

Eine feste Zahl gibt es nicht, und wer eine nennt, nennt seine eigene. In der Schweiz setzen Spielende ihre Verlustlimiten selbst — bei Swisslos für 1, 7 und 30 Tage, mit einer Oberlimite von CHF 9’999. Jeder Einsatz soll aus frei verfügbarem Geld stammen, und ein Gratis-Tipp ist kein Grund, diese Grenze zu verschieben.

Welche Wetten sind in der Schweiz bei Swisslos und Loterie Romande überhaupt erlaubt, und wo steht das?

Erlaubt sind nur Wetten auf Sportereignisse aus einer geschlossenen Liste zugelassener Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten, die die Gespa führt; Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind ausgeschlossen. Die Liste steht in den Spielregeln und im zugelassenen Wettprogramm des Veranstalters.

Wie wird der Gewinn einer Wette aus Einsatz und Quote berechnet?

Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Bei Sporttip wird das Ergebnis zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Der Nettogewinn ist der Betrag abzüglich des Einsatzes.

Inhalt erstellt vom Team «europapokalch.com»