Schwache Kämpfe, klare Regeln: so laufen MMA-Wetten in der Schweiz

Updated Oktober 2026
Licensed
usAvailable in US
Fast payouts
18+ Only
Want more predictions?
Join our Telegram channel
Join

Stand: 29. Oktober 2026. Bewilligungen und Limiten geprüft gegen die BGS-Publikationen und die Spielregeln von Swisslos und Loterie Romande, die Gespa-Liste in der Version vom 10.09.2026.

Ein achteckiger Käfig mit Maschenzaun steht in einer leeren Halle unter hellem Deckenlicht, auf der blauen Matte liegt ein zusammengefaltetes Handtuch.
Die UFC kämpft in einem Oktagon mit einem Durchmesser von 9,75 m, das statt Ringseilen von einem Maschendrahtzaun begrenzt wird.

Ein Kampfabend im Octagon ist die schnellste Sportart, die ein Wettschein kennt. Drei Runden zu fünf Minuten, dazwischen eine Minute Pause, und am Ende steht entweder ein Knockout in der ersten Minute oder ein Punkteurteil, das drei Kampfrichter unabhängig voneinander gefällt haben. Wer auf einen Kampf setzt, setzt auf ein Ereignis, dessen Ausgang innerhalb von Sekunden kippen kann. Genau diese Geschwindigkeit macht MMA für viele interessant und für den Sportwettenmarkt in der Schweiz zu einem Sonderfall.

Denn in der Schweiz ist die Auswahl klein. Sportwetten sind ein Grossspiel im Sinne des Geldspielgesetzes, und die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Swisslos betreibt Sporttip, die Loterie Romande betreibt Jouez Sport. Das ist der bewilligte Markt, und mehr gibt es davon nicht. Alles, was ein Schweizer Spieler sonst im Netz an Klick-Oberflächen mit Quoten findet, arbeitet ohne Schweizer Bewilligung.

Was heisst das für den Kampfsport im Besonderen? Eine Wette auf MMA ist nur zulässig, wenn die Sportart, der Wettbewerb und die Wettart auf der Gespa-Liste stehen. Diese Liste ist keine Formalie — sie entscheidet, ob es einen Wettschein überhaupt gibt. Wer MMA kennt, weiss, dass die Szene mehr Ligen, mehr Veranstalter und mehr Varianten hat, als eine geschlossene Liste abbilden will.

Es gibt also nicht den einen Weg ins Octagon, sondern zwei. Der eine führt über einen bewilligten Veranstalter, mit Wohnsitzprüfung, Verlustlimiten und einem Wettschein, dessen Auszahlung auf ein Konto im eigenen Namen läuft. Der andere führt zu einem ausländischen Anbieter, der schneller, breiter und ohne Wohnortkontrolle wirkt, dafür aber nichts von dem bietet, was in der Schweiz geschützt ist. Dieser Text arbeitet den Unterschied durch und sagt bei jedem Angebot, ob er zu Ihnen passt.

Was Kampfsport-Wetten in der Schweiz überhaupt sind

Mixed Martial Arts ist eine Sportart, in der zwei Kämpfer in einem umzäunten Achteck gegeneinander antreten und dabei Schlag-, Tritt-, Ring- und Bodenkampftechniken kombinieren dürfen. Die bekannteste Liga ist die Ultimate Fighting Championship, gegründet 1993, deren erste Veranstaltung am 12. November 1993 in Denver über die Bühne ging. Sitz der Organisation ist Las Vegas, Eigentümer ist die TKO Group Holdings.

Ein Paar Kampfsporthandschuhe liegt auf einer Holzbank neben einer Wasserflasche in einer ruhigen Umkleide, durch ein hohes Fenster fällt Tageslicht.
Bei einer Entscheidung nach Punkten vergeben im MMA nach den Unified Rules drei Kampfrichter pro Runde 10 Punkte an den Rundengewinner und 9 oder weniger an den Verlierer.

Wer zum ersten Mal auf einen solchen Kampf setzt, stolpert meist über dieselbe Frage: Wann ist der Kampf vorbei, und was gilt dann als Ergebnis? Ein UFC-Kampf kann durch Aufgabe des Gegners, einen Knockout, einen technischen Knockout, eine Kampfrichterentscheidung, die Disqualifikation des Gegners oder Forfeit enden. Auch ein Unentschieden ist möglich. Wer eine Wette platziert, sollte diese Liste kennen, denn sie ist das, was die Wette am Ende entscheidet.

Runden, Kampfrichter und das 10-Punkte-System

Eine Runde dauert bei der UFC fünf Minuten, dazwischen liegt eine Minute Pause. Ein normaler Kampf geht über drei Runden, ein Titelkampf über fünf. Das ist mehr Zeit als bei oberflächlicher Betrachtung — ein Kampf über drei Runden umfasst damit fünfzehn Kampfminuten und zwei Pausen.

Eine Holzbank steht vor dem Eingang einer Turnhalle am frühen Morgen, daneben lehnen zwei Fahrräder an einer Backsteinwand.
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1'000.

Kommt der Kampf in die Wertung, entscheiden drei Kampfrichter. Nach den Unified Rules vergeben sie pro Runde 10 Punkte an den Rundengewinner und 9 oder weniger an den Verlierer. Sieht ein Kampfrichter keinen Rundengewinner, darf er beiden Kämpfern 10 Punkte geben — bei einem Schweizer Veranstalter als Spielausgang trotzdem kein Unentschieden, weil die Wette auf den Kampfsieger an sein eigenes Regelwerk gebunden ist. Die Unified Rules of Mixed Martial Arts wurden vom New Jersey Athletic Control Board aufgestellt und werden von vielen US-Bundesstaaten und Veranstaltern übernommen. Für Wetten sind sie vor allem deshalb wichtig, weil das Urteil bei einem Kampf über die volle Distanz nicht zufällig fällt, sondern anhand dieser Zählung.

Ein wenig beachteter Punkt, den ein Punktergebnis mitbestimmt: die Gewichtsklassen. Die UFC kennt derzeit neun Klassen, vom Strohgewicht über Fliegen-, Bantam-, Feder-, Leicht-, Welter-, Mittel- und Halbschwergewicht bis zum Schwergewicht. Die Super-Schwergewichtsklasse (über 120 kg) ist unbelegt. Wer einen Fight nicht einordnen kann, kann ihn auch im Wettschein nur schwer einem Wettbewerb zuordnen.

Das Oktagon und was es mit der Wette macht

Die UFC kämpft in einem Oktagon mit einem Durchmesser von 9,75 m, das statt Ringseilen von einem Maschendrahtzaun begrenzt wird. Diese Details, so ornamental sie klingen, schlagen auf die Quoten durch. Wer die Zaunseite als Rückhaltefläche nutzt und den Gegner dort stellt, erzeugt andere Kampfverläufe als ein Boxring mit Seilen, aus denen sich ein Kämpfer herausdrehen kann. Aus Kämpfern, die den Zaun einsetzen, entstehen Entscheidungen statt schneller Finishes.

Für Wetten bedeutet das: die Rundenzahl und der Weg zum Kampfende sind keine Nebenmärkte. Sie sind mathematisch an das Kampfverhalten gekoppelt. Wem dabei nicht hilft, wohin die Reise geht, dem hilft der Blick auf die Klasse. Der Strohgewichtskampf endet statistisch anders als der Schwergewichtskampf, und die Quoten eines Veranstalters spiegeln das.

Weil die Sportart in der Schweiz über eine Liste geregelt ist, taucht MMA hierzulande als Angebot erst auf, wenn die zuständige Aufsicht die Sportart und die Veranstaltung darauf zugelassen hat. Ob ein konkreter Kampfabend buchbar ist, lässt sich deshalb nicht aus der Sportart ableiten. Es folgen die Regeln, die den Rahmen setzen.

Ob Wetten auf MMA in der Schweiz verboten sind

Die kurze Antwort lautet nein. Die längere Antwort ist die interessantere, denn sie erklärt, warum die Auswahl trotzdem winzig bleibt und warum ein Teil der im Netz sichtbaren Angebote für Schweizer rechtliche Ohnmacht bedeutet.

Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel im Sinne des Geldspielgesetzes (BGS, SR 935.51), das am 1. Januar 2019 in Kraft getreten ist. Zuständige Aufsicht ist die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern. Nicht die ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt, sondern die Gespa führt die Aufsicht über das Sportwettgeschäft und über die Liste der erlaubten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten.

Bewilligung statt Lizenz: zwei Veranstalter, ein Schlüssel

Für ein solches Angebot braucht es eine Veranstalterbewilligung und zusätzlich eine Bewilligung pro Spiel. Beide gelten nach Artikel 4 BGS nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt:

Veranstalter Bewilligungsstatus Bewilligung bzw. gemeldete Lizenz
Swisslos (Sporttip) Schweizer Bewilligung Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa
Loterie Romande (Jouez Sport) Schweizer Bewilligung Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa
Betscore ohne Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz wirksame Lizenz; eine ausländische Bewilligung entfaltet hier keine Wirkung (Art. 4 BGS)
Betwinner ohne Schweizer Bewilligung wie oben: keine in der Schweiz wirksame Lizenz (Art. 4 BGS)
HornetBet ohne Schweizer Bewilligung wie oben: keine in der Schweiz wirksame Lizenz (Art. 4 BGS)
Fezbet ohne Schweizer Bewilligung wie oben: keine in der Schweiz wirksame Lizenz (Art. 4 BGS)
22Bet ohne Schweizer Bewilligung wie oben: keine in der Schweiz wirksame Lizenz (Art. 4 BGS)
BetFury ohne Schweizer Bewilligung wie oben: keine in der Schweiz wirksame Lizenz (Art. 4 BGS)
Duelbits ohne Schweizer Bewilligung wie oben: keine in der Schweiz wirksame Lizenz (Art. 4 BGS)
bet-at-home ohne Schweizer Bewilligung wie oben: keine in der Schweiz wirksame Lizenz (Art. 4 BGS)

Die Spalte mit der Bewilligung ist die einzige, die in dieser Aufstellung wirklich zählt. Eine ausländische Bewilligung — aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land — hat in der Schweiz keine Kraft. Wer sie im Fussbereich einer Website findet, findet eine Erlaubnis für einen anderen Rechtsraum. Der eigene Wohnsitz ist dabei der entscheidende zweite Filter: Swisslos bedient die Deutschschweizer Kantone mit Ausnahme von Tessin und Liechtenstein, die Loterie Romande die sechs Westschweizer Kantone.

Ein Bewilligungsstatus ist also nicht das Etikett einer Firma, sondern eine Aussage darüber, welches Recht auf sie anwendbar ist. Zwischen den beiden Schweizer Veranstaltern und einem ausländischen Anbieter liegt deshalb nicht ein Graduerschied in der Qualität, sondern ein Rechtsbruch in der Mitte.

Die Gespa-Liste entscheidet über Sportart und Wettart

Erlaubt sind nur Sportwetten auf Sportveranstaltungen. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht gestattet. Das erlaubte Angebot ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten in der Version vom 10.09.2026, gestützt auf Artikel 25 BGS und Artikel 29 VGS. Diese Liste enthält unter anderem Qualifikationsrunden nur, wenn sie gelistet sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind, und Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Corner- oder Kartenmärkte zeigt die Liste nicht, und einen Esport-Bereich kennt sie ebenfalls nicht. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.

Wer wissen will, ob ein bestimmter Kampfabend buchbar ist, kann also nicht bei der Sportart ansetzen, sondern bei der Liste. Die Sportart MMA muss dort stehen, der Wettbewerb muss dort stehen, und die Wettart — Sieger, Siegart, Rundenzahl — muss ebenfalls dort stehen. Erst dann kann ein Veranstalter daraus einen Wettschein machen. Diese Kette ist der Grund, warum MMA in der Schweiz nicht automatisch dort zu finden ist, wo die Szene gerade stattfindet.

Livewetten, Cash-Out und was das Gesetz dazu sagt

Livewetten sind zulässig, vor dem Kampf und währenddessen, soweit der Veranstalter über eine entsprechende Entscheidung verfügt. Das BGS beschränkt Livewetten nicht auf bestimmte Märkte. Cash-Out ist dagegen nicht geregelt; es bleibt eine Funktion jedes einzelnen Veranstalters und wird deshalb nur dort beschrieben, wo sie auch in dessen eigenen Bedingungen steht.

Der entscheidende Punkt beim Live-Wetten auf Kampfsport ist die Schnelligkeit. Bei Sporttip gilt eine Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wer während eines Kampfes auf den Bildschirm und nicht auf die Uhr schaut, kann in genau diese Konstellation geraten.

Virtuelle Sportarten: dazu ist die Rechtslage nicht etabliert, und deshalb steht hier nichts darüber. Esports tauchen in der Gespa-Liste nicht auf. Wer ein Angebot mit Esport-Wetten sieht, sieht es bei einem Veranstalter, der nicht unter die Schweizer Liste fällt.

Kein Schweizer Schutz ohne Schweizer Bewilligung

Wer Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung organisiert, macht sich strafbar: bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren (Art. 130 BGS). Bestraft wird der Veranstalter, nicht der Spieler. Der Spieler verliert aber etwas anderes: Einsatz und Gewinn können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keine Schweizer Aufsicht, keine Kontrolle über die Auszahlung und keine Beschwerdestelle.

Dazu kommt die technische Seite. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS-Sperre blockieren (Art. 86-93 BGS; erste Liste vom 3. September 2019, 671 Domains Ende 2025). Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt — die Gespa nennt dieses Domain-Hopping und führt als Beispiele Interwetten und Bet-at-Home, ausserdem steht bet365 auf der Liste. Wer also heute eine Seite findet, die morgen nicht erreichbar ist, hat nicht unbedingt ein Netzproblem.

Und der Hinweis, der in beide Richtungen gilt: Die Schweiz hat kein Instrument, mit dem Banken oder Kartensysteme Zahlungen an nicht bewilligte Wettseiten blockieren. Wer glaubt, sein Kartenanbieter fange das ab, glaubt an einen Schutz, den es nicht gibt.

Wie Schweizer Veranstalter Verluste begrenzen

Kampfsport hat die unangenehme Eigenschaft, Verluste in derselben Geschwindigkeit zuzulassen, in der er sie beschert. Ein Kampf über drei Runden ist nach gut einer Viertelstunde entschieden. Wer in dieser Zeit mehrere Livewetten nachschiebt, kann in der kurzen Spanne mehr verlieren, als ein Fussballspiel über neunzig Minuten zulässt. Aus diesem Grund ist der Spielerschutz hier kein Anhang, sondern ein Teil dessen, was man für sein Geld erwirbt.

Der Schweizer Ansatz ist in einem Punkt ungewöhnlich: Limiten setzt nicht die Aufsicht, sondern der Spielende selbst. Der Veranstalter muss vom Spieler einen oder mehrere Höchstwerte für Tages-, Wochen- oder Monatseinsätze oder -verluste verlangen (Art. 87 VGS). Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach Ablauf der Wartefrist. Nach Gesetz beträgt diese Frist 24 Stunden; Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Das ist kein Detail — es ist der Abstand zwischen einem guten Vorsatz und einem Rückfall in derselben Sitzung. Wer seine Limite nach einem verlorenen Kampfabend erhöhen will, kommt mit einer kurzen Wartezeit nicht durch.

Limiten vor der ersten Wette

Bei Swisslos muss sich jeder Spielende vor der ersten Sporttip-Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. In der Schweiz gibt es keine gesetzliche feste Einzahlungsobergrenze — die Limite ist die eigene, und genau deshalb ist die Frist, in der sie sich ändern lässt, so wichtig.

Daneben stehen die Einsätze selbst. Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Diese Beträge stehen in den Bedingungen und nicht auf der Quotentafel — wer einen grösseren Einsatz plant, prüft sie vorher.

Alter und Identität sind streng geregelt. Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, unter 18 Jahren ist die Teilnahme ausgeschlossen. Jede Person darf sich nur einmal registrieren, die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten — eine Regel, die bei Kampfsport näher liegt, als man denkt, weil in Kampfkarten auch Nachwuchskämpfer und Trainer aus dem Umfeld eines Vereins stehen.

Spielsperre und das schweizweite Register

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Nach Artikel 80-82 BGS erfasst dieses Register überschuldete und spielsuchtgefährdete Personen sowie Selbstsperren; eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS), und eine Fachstelle ist daran beteiligt (Art. 81 BGS). Ein selbstgewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS).

Was viele nicht wissen: Spielende, die gesperrt oder minderjährig sind, haben keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS). Ob ein Kontrollelement wirkt, zeigt ein Blick in die Praxis. Bei Testkäufen der Gespa 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Die Kontrolle am Schalter ist also nicht streng, und wer sie für selbstverständlich hält, irrt.

Für ausländische Anbieter gibt es keine Brücke in dieses System. Wer dort spielt, hängt an keinem Sperrregister, hat keine Schweizer Beschwerdestelle und keine Stelle, bei der ein Streit über einen Wettschein landet. Das ist nicht ein Nachteil unter mehreren, sondern ein anderer Rechtszustand.

Auszahlung, Steuer und wo Geld tatsächlich landet

Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto lauten ausbezahlt, das auf den Namen des Kontoinhabers lautet (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Sportwettgeschäft nicht. Ein Kredit an Spielende ist verboten (Art. 75 Abs. 1 BGS). Welche Zahlungsmarken ein Veranstalter akzeptiert, ist seine eigene Sache und steht in seinen Bedingungen.

Der Steuerpunkt ist bei Kampfsport der am häufigsten falsch zitierte. Gewinne aus Schweizer bewilligten Grossspielen — die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der Bundesfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400); der kantonale Freibetrag weicht ab, deshalb gilt hier «je nach Kanton» und keine einzelne Kantonszahl. Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Deklaration des Gewinns in der Steuererklärung zurückgeholt wird. Ein typischer Wettender gewinnt weit unterhalb dieser Schwelle: keine Einkommenssteuer, keine Verrechnungssteuer. Eine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze existiert nicht, und wer das Gegenteil behauptet, kennt das Gesetz nicht.

Bei ausländischen Anbietern gilt die Verrechnungssteuer nicht. Die kantonale Praxis des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen aber als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Wer also annimmt, ein Gewinn ohne Schweizer Wettschein sei steuerlich unsichtbar, kann in seinem Kanton genau das Gegenteil erleben. Für die eigene Situation bleibt es bei allgemeinen Hinweisen — Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung fragen.

Werbung, Gratisguthaben und was sie verschweigen

Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und darf sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspiel ist verboten und mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 bedroht (Art. 74 Abs. 3 und Art. 131 BGS). Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Bonusbeträge und -bedingungen ergeben sich ausschliesslich aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters. Eine Tageszeit, zu der Werbung verboten wäre, kennt das Gesetz nicht.

Was das für den Leser heisst: Das Wort «Gratiswette» in einem Werbebanner ist eine Aussage über eine Zuwendung, nicht über ihren Wert. Ob eine solche Wette etwas wert ist, entscheidet nicht der Betrag, sondern die Bedingung, unter der sie ausgezahlt wird. Wie sich dieser Wert ausrechnen lässt, steht im Abschnitt «Was eine Wette im Octagon wirklich abwirft» — es ist die einzige Rechnung auf dieser Seite, die man kennen muss.

Spielplan, Veranstaltungen und die Märkte im Octagon

Der Spielplan entscheidet darüber, welche Kämpfe überhaupt für Wetten in Frage kommen. Bei einer geschlossenen Liste ist das kein Nebensatz: Ein Kampfabend, der nicht gelistet ist, existiert für den Wettschein nicht, und eine Wettart, die nicht gelistet ist, ebenso wenig. Wer die Szene über Streaming-Abos verfolgt, verfolgt nicht automatisch die Kämpfe, auf die sich in der Schweiz setzen lässt.

Die Ultimate Fighting Championship ist dabei der wichtigste Bezugspunkt, weil sie den Sport international geprägt hat: 1993 gegründet, erste Veranstaltung am 12. November 1993 in Denver, Sitz in Las Vegas, Eigentümer TKO Group Holdings. Die Gewichtsklassen — Stroh-, Fliegen-, Bantam-, Feder-, Leicht-, Welter-, Mittel-, Halbschwer- und Schwergewicht, mit unbelegter Super-Schwergewichtsklasse über 120 kg — sind die Raster, in denen ein Veranstalter seine Kämpfe ordnet. Dazu kommen die Regeln: fünf Minuten pro Runde, eine Minute Pause, drei Runden im Normalfall, fünf im Titelkampf.

Diese Struktur liefert die Märkte, die ein Sportwettangebot kennt: Sieger des Kampfes, Sieg durch eine bestimmte Art, Rundenzahl oder Distanz, und bei einem Kampf über die volle Distanz die Entscheidung nach Punkten. Das 10-Punkte-System ist dabei der Hintergrund, vor dem ein Punktsieg entsteht: Drei Kampfrichter geben pro Runde 10 Punkte an den Gewinner und 9 oder weniger an den Verlierer, und ein Kampfrichter, der keinen Rundengewinner sieht, darf beiden 10 Punkte geben. Eine Punktwertung ist also kein Zufallsprodukt, sondern die Summe von Einzelurteilen.

Wer mit diesen Märkten arbeitet, braucht ein Gefühl für die Zahl, die in jeder Quote steckt. Zwei Quoten von je 1.90 auf einen Kampf mit zwei Ausgängen — Sieger oder Verlierer, ohne Unentschieden und ohne weitere Bedingungen — rechnen sich über die Auszahlungsquote: 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte von 1.90 und 1.90 ergibt 0.95, also 95 % Auszahlungsquote. Die Marge des Veranstalters ist der Rest, 5 %. Das ist eine Beispielrechnung auf einem konstruierten Zweiwettenmarkt und keine Quotierung eines Schweizer Veranstalters für einen konkreten Kampfabend; der Wert einer echten Quote liegt je nach Sportart und Markt darüber oder darunter. Wer den Sieg einer einzelnen Wette ausrechnen will, braucht die Marge dafür nicht: der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote — bei einer Kombination aus Einsatz mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten — und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Swisslos verteilt den erzielten Reingewinn öffentlichen Zwecken: Für 2025 wurden CHF 562 Mio. Reingewinn ausgewiesen, davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, die damit Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe unterstützt; aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio. nach CHF 122 Mio. im Vorjahr. Das ist auch der Grund, warum der Schweizer Sportwettmarkt so klein und so geschlossen ist. Es ist eine Umverteilung, kein Wettbewerbsmarkt, und wer das nicht akzeptiert, ist am falschen Ort.

MMA-Wettanbieter im Vergleich: Limiten, Wettarten, Auszahlung

Verglichen wird hier nicht, wer angeblich die besten Gewinnchancen bietet — das kann niemand wissen —, sondern wer welche Limiten setzt, welche Wettarten anbietet und wie die Auszahlung geregelt ist. Die beiden Schweizer Veranstalter haben den Vorteil, dass ihre Regeln öffentlich und durchsetzbar sind. Die ausländischen Anbieter haben den Vorteil, dass sie mehr Märkte und mehr Oberflächen zeigen — und den Nachteil, dass hinter diesen Oberflächen kein Schweizer Rechtsweg steht.

Zwei Dinge fasse ich für Schweizer Spieler zusammen, weil sie in dieser Reihenfolge wirken: der erste Filter ist die Bewilligung, der zweite der Wohnsitz. Wer im Swisslos-Vertragsgebiet wohnt, kann bei Sporttip ein Konto eröffnen. Wer in der Westschweiz wohnt, bei Jouez Sport. Wer nicht dort wohnt, hat im bewilligten Markt keine Wahl — dieser Punkt entscheidet vor jedem Vergleich der Quoten, und alles andere wird danach zur Detailfrage.

Swisslos Sporttip: der Grenzen-Setzer

Swisslos ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, die Lotterien und Sportwetten auf Grundlage der Interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 durchführt; die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Die Bewilligung ist die eines Veranstalters und eines Spiels für ein Grossspiel nach BGS unter Aufsicht der Gespa. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Ein Online-Konto ist nur für Personen mit Wohnsitz in diesem Gebiet möglich.

Bei den Einsätzen ist Swisslos der engste Rahmen auf dieser Liste. Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000, für eine Systemwette CHF 10’000. Der Regelsatz lautet: Wette über der Limite wird nicht angenommen. Wer die Zahl für eine Formalie hält, hat noch nicht erlebt, wie ein Live-Wettschein mitten im Kampf abgewiesen wird.

Dafür steht ein Regelwerk dahinter, das den schnellen Sport ernster nimmt als die meisten ausländischen Oberflächen. Eine Wette gilt bei Livewetten unabhängig von der Übertragung; eine nach dem Eintreffen des Ausgangs platzierte Wette zählt mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen kann Swisslos mit Quote 1.00 werten. Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Veranstaltung lassen sich nur über die Bet-Builder-Funktion kombinieren; nimmt Swisslos eine solche Kombination irrtümlich ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Wer einen Kampfabend quer über Karte und Vorprogramm kombiniert, tut das also nicht in einem gewöhnlichen Kombischein, sondern in einem eigenen Werkzeug. Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Kampfbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführter Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand des Sportereignisses ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden — eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Wer Cash-Out als Instrument versteht, um aus einem laufenden Kampf zu kommen, sollte den Satz kennen: Swisslos muss es nicht für alle Wetten anbieten.

Zwei Mechaniken verdienen einen eigenen Satz: Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Der Kombiboost gilt nur online für Prematch-, Live- und Systemwetten und verlangt mindestens vier Voraussagen mit je mindestens Quote 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen, wobei Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert sind.

Was das für den Kampfabend heisst: Der Boost ist keine Auszahlung, sondern eine Bedingung an eine Kombination, die man erst ab vier richtigen Voraussagen mit Mindestquote sieht und die bei einem Cash-Out verschwindet. Wer eine Wette vor allem wegen des Boosts abschliesst, hat den Cash-Out bereits abgewählt, ohne es zu merken. Das Urteil über Sporttip fällt nicht über die Quoten aus, sondern über die Bauart: Es ist der Veranstalter, der Ihnen die wenigsten Freiheiten und die belastbarsten Regeln gibt. Wenn Ihr Vertragsgebiet passt und Sie einen Wettschein wollen, den im Streitfall jemand prüft, ist die Enge der Preis dafür.

Loterie Romande Jouez Sport: derselbe Rahmen, andere Kantone

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Die Bewilligungslage ist dieselbe wie bei Swisslos: eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS unter Aufsicht der Gespa, und ein Online-Konto nur für Personen mit Wohnsitz im eigenen Gebiet.

Für wettende Leserinnen und Leser ausserhalb der Westschweiz ist die Einordnung schnell: Dieser Weg steht Ihnen nicht offen, und es gibt keine Möglichkeit, das zu umgehen. Wer in Genf wohnt, hat dagegen eine Alternative zu Sporttip, die dieselbe Rechtsstellung hat und deren Angebot sich von Kanton zu Kanton in Verkaufsstellendichte und Service unterscheidet. 2’350 Verkaufsstellen in sechs Kantonen sind keine Fussnote, sondern die physische Seite eines Onlinesystems — sie ist der Ort, an dem ein Wettschein im Streitfall landet.

Die eigentliche Frage bei Jouez Sport ist deshalb nicht, ob der Rahmen hält. Er hält. Die Frage ist, ob ein Konto in Ihrer Nähe überhaupt eröffnet werden kann.

Betscore: Kontolook ohne Schweizer Rückweg

Betscore ist ohne Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Der Anbieter hängt an keinem Schweizer Sperrregister, es gibt keine Schweizer Beschwerdestelle und keine Schweizer Rückgriffsmöglichkeit; die Domain kann auf die Gespa-Sperrliste gesetzt und per DNS blockiert werden. In einem Verfahren gegen den Anbieter können Einsatz und Gewinn eingezogen werden.

Was Betscore für einen Teil der Leser trotzdem interessant macht, ist die Oberfläche: ein Kontolook ohne Wohnsitzprüfung, ohne Ausweisabgleich, ohne Liste. Es ist genau der Weg, den das Schweizer System nicht öffnet — und der Grund, warum er nichts von dem enthält, was im Abschnitt über Limits und Spielerschutz auf dieser Seite steht. Wer dort setzt, hat keine Verlustlimite, die irgendeine Stelle interessiert, und keine zweite Instanz, die einen strittigen Kampfausgang nachprüft.

Das Urteil lautet entsprechend: Die Abwesenheit von Schranken wirkt bei Betscore wie ein Vorteil und ist einer. Nur nicht für Sie. Wer bei einem verlorenen Live-Wettschein keinen Adressaten für eine Beschwerde hat, spart sich einen Papierkrieg und verliert jede Rückzahlung.

Betwinner: breite Oberfläche, kein Schweizer Recht

Betwinner arbeitet ohne Schweizer Bewilligung. Auch hier entfaltet eine ausländische Bewilligung in der Schweiz keine Wirkung, es besteht keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, und es gibt keine Schweizer Beschwerdemöglichkeit. Die Domain kann per DNS-Sperre erreichbar-unerreichbar werden.

Betwinner ist bekannt für eine sehr breite Oberfläche mit vielen Sportarten und Livestreams. Für den Kampfsport ist das ein Vorteil: Wer mehrere Ligen verfolgt, findet dort eher einen Kampfabend als in einem Angebot mit geschlossener Liste. Diese Breite ist aber nicht mit Prüfung zu verwechseln. Ein Kampf, der in der Schweiz mangels Listeneintrag nicht buchbar ist, ist dort buchbar, weil dort keine Liste existiert, an die sich jemand halten müsste.

Das Urteil: Betwinners Breite ist echt und auf eine Weise anziehend, die man nicht wegdiskutieren sollte. Sie ist der Gegenstand, den man einkauft. Der Preis dafür ist ein Verfahren ohne Schweizer Zuständigkeit, und bei einem rasanten Sport ist der strittige Ausgang kein Randfall, sondern ein regelmässig auftretender.

HornetBet: Zugang ohne Wohnsitzprüfung

HornetBet hat keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Bewilligung gilt in der Schweiz nicht, das Sperrregister kennt den Anbieter nicht, ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht, und die Domain kann auf die Sperrliste kommen.

Für ein Publikum, das den Aufwand einer Registrierung mit Ausweis scheut, ist HornetBet die einfachste Tür: keine Wohnsitzprüfung, keine Datenprüfung gegen Adressdatenbanken, keine einmalige Registrierung pro Person. Genau diese Einfachheit ist das Fehlen der Kontrollen, die im Schweizer Markt vorgeschrieben sind. Ohne Identitätsprüfung gibt es keinen Mechanismus, der eine zweite Registrierung neben einer bestehenden Spielsperre verhindert.

Das Urteil: HornetBet verkauft Bequemlichkeit. Wer eine Sperre laufen hat und einen Anbieter sucht, der davon nichts weiss, findet hier genau das und sollte den Fund als Warnung lesen, nicht als Angebot.

Fezbet: Bonusversprechen ohne Schweizer Aufsicht

Fezbet tritt ohne Schweizer Bewilligung auf. Eine ausländische Bewilligung ist in der Schweiz unwirksam, der Anbieter hängt an keinem Schweizer Sperrregister, Schweizer Rückgriff gibt es nicht, und die Domain kann blockiert werden.

Diese Anbieter werben gern mit Bonuszahlungen und Freispielen. Das ist der Punkt, an dem die Rechnung wichtig wird: Der Wert eines Gratisguthabens kommt nicht aus dem Betrag, sondern aus den Bedingungen, unter denen es freigespielt wird. Bei ausländischen Anbietern sind diese Bedingungen nicht durch eine Schweizer Bewilligungsaufsicht gerahmt, und Gratisspielguthaben unterliegen hierzulande der Zustimmungspflicht der Gespa, was für sie nicht gilt.

Das Urteil: Bei Fezbet gilt wie überall auf dieser Liste, dass die Zahl im Banner nichts über den Wert sagt. Und weil die Bedingungen nicht von einer Schweizer Aufsicht geprüft werden, prüft sie im Zweifel niemand ausser Ihnen. Wer sich einen Bonuskampf antut, ohne die Bedingungen zu lesen, hat den Kampf schon verloren.

22Bet: grosse Abdeckung, kleines Sicherheitsnetz

22Bet operiert ohne Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS), es besteht kein Bezug zum Sperrregister, keine Schweizer Beschwerdestelle, und die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden.

Bekannt ist 22Bet für ein breites, tief gestaffeltes Wettprogramm und viele Zahlungswege. Beides ist bei einem Sport mit dichtem Veranstaltungskalender nützlich. Es ist aber kein Schweizer Wettprogramm: 22Bet ist an die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten nicht gebunden.

Das Urteil: 22Bet richtet sich an Leser, die ihr Wettangebot unabhängig von Schweizer Listen zusammenstellen möchten, und dieser Wunsch ist legitim. Nur trägt der Anbieter dann auch die Kontrolle über das, was er anbietet, ganz allein — samt der Frage, ob ein Kampfausgang ordentlich dokumentiert ist.

BetFury: Krypto-Fassade, Schweizer Lücke

BetFury tritt ohne Schweizer Bewilligung auf. Eine ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS), es gibt keine Verbindung zum Sperrregister, keine Schweizer Rückgriffsmöglichkeit, und die Domain kann der Sperrliste zum Opfer fallen.

Der Name führt bei vielen zur Annahme, hier liesse sich mit Kryptowährungen anonym setzen. Für die Schweiz ist das der entscheidende Irrtum: Im bewilligten Schweizer Sportwettgeschäft werden Gewinne und Guthaben nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausbezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS) — anonyme oder Krypto-Auszahlungen existieren dort nicht. Wer eine Krypto-Auszahlung sucht, sucht per Definition einen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung.

Das Urteil: BetFury ist der klarste Fall der Trennlinie. Was hier möglich ist, ist in der Schweiz gerade nicht möglich, und das ist keine technische Lücke, sondern eine Entscheidung des Gesetzgebers. Wer sie umgeht, tauscht Anonymität gegen jeden Schutzmechanismus ein, den diese Seite im Abschnitt über Verlustlimiten beschreibt.

Duelbits: schnelle Auszahlung, kein Adressat für Streit

Duelbits arbeitet ohne Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Bewilligung gilt hier nicht, das Sperrregister führt den Anbieter nicht, es gibt keine Schweizer Beschwerdemöglichkeit, und die Domain kann blockiert werden.

Solche Anbieter werben häufig mit schnellen Auszahlungen. Bei einem Sport mit kurzen Entscheidungen ist eine zügige Auszahlung ein reales Argument — niemand möchte nach einem gewonnenen Kampfabend wochenlang auf sein Guthaben warten. Ein geregeltes Auszahlungstempo ersetzt aber keine Auszahlungsregel: Wer den Ausgang eines Kampfes bestreitet, braucht eine Stelle, die den Wettschein prüft, und eine solche Stelle existiert ohne Schweizer Bewilligung nicht.

Das Urteil: Duelbits punktet dort, wo die Schweizer Veranstalter am langsamsten wirken, und verliert dort, wo es um Recht geht. Wenn Ihnen die Geschwindigkeit wichtiger ist als der Rechtsweg, ist das Ihre Abwägung — die Seite nimmt sie Ihnen nicht ab, aber sie spricht sie aus.

bet-at-home: kleiner Bonus, lange Geschichte

bet-at-home hat keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Bewilligung ist in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS), es besteht keine Verbindung zum Sperrregister, keine Schweizer Rückgriffsmöglichkeit, und die Domain kann auf die Gespa-Sperrliste gesetzt werden. Der Name taucht in der Liste der blockierten Domains auf und wird von der Gespa im Zusammenhang mit Domain-Hopping genannt.

Das ist bei diesem Anbieter der auffälligste Einzelpunkt: Der Name ist Schweizer Sportwettkundigen seit Jahren bekannt, und diese Bekanntheit hat nichts mit einer Bewilligung zu tun. Die Marktpräsenz und die Rechtsstellung fallen hier weit auseinander. Wer einen vertrauten Namen als Beleg für Verlässlichkeit liest, verwechselt Bekanntheit mit Erlaubnis.

Das Urteil: bet-at-home zeigt am deutlichsten, dass ein Name keine Prüfung ist. Die Sperrliste ist kein Nebenschauplatz, sondern das Arbeitsinstrument, mit dem die Aufsicht den Zugang schliesst. Wer heute auf die Seite kommt, sollte sich fragen, wie sie morgen erreichbar ist.

Was eine Wette im Octagon wirklich abwirft

Die Rechnung, die man braucht, um ein Wettangebot einzuordnen, ist kürzer als ihr Ruf. Sie besteht aus zwei Teilen: dem, was eine Wette im Erfolgsfall zurückgibt, und dem, was der Veranstalter vom Markt behält.

Der erste Teil ist einfach. Bei einer Einzelwette ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote. Bei einer Kombiwette gilt die Gesamtquote, das Produkt der Einzelquoten. Bei Sporttip wird das Ergebnis zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Eine Wette von CHF 100 auf eine Quote von 2.10 gibt also CHF 210 zurück; der Reingewinn liegt bei CHF 110. Das ist die Zahl, die im Gewinnfall auf dem Konto landet.

Der zweite Teil ist die Zahl, die im Erfolgsfall unsichtbar bleibt. Bei einem konstruierten Zweiwettenmarkt mit Quoten von je 1.90 auf die beiden Ausgänge — das ist eine Beispielrechnung, keine Quotierung eines Veranstalters für einen bestimmten Kampfabend — ergibt die Summe der Kehrwerte 1.05, die Auszahlungsquote 95 %, und der Rest ist die Marge des Veranstalters. Diese Marge liegt in einem Band: Sie sinkt mit der Zahl der Anbieter und der Tiefe des Marktes und steigt bei Nischenmärkten, exotischen Kampfabenden und schnellen Live-Märkten. Auf einen Hauptmarkt mit zwei Ausgängen ist sie also typischerweise schmal, auf einen Markt wie Sieg durch Aufgabe im zweiten Drittel einer Vorveranstaltung deutlich breiter. Wer die Marge eines konkreten Marktes wissen will, nimmt sich die Quoten aller Ausgänge dieses Marktes, addiert die Kehrwerte und zieht das Ergebnis von 1 ab.

Und dann ist da noch der Punkt, den Bonustexte gern überspringen. Ein Gratisguthaben oder eine Freiwette ist nicht der Betrag, der darauf steht, sondern der Betrag abzüglich der Bedingungen. Wenn eine Freiwette mit einer Quote gespielt werden muss und der Einsatz im Gewinnfall nicht zurückgezahlt wird, entspricht ihr Wert dem Produkt aus Betrag, dem Anteil (Quote − 1) geteilt durch die Quote und der Auszahlungsquote des Marktes — also dem Betrag, den sie im Durchschnitt einbringt, und nicht dem Betrag, den sie im Glücksfall auszahlt. Bei einer Freiwette in einem Markt mit einer Auszahlungsquote von 95 % und einer Quote von 2.10 sind das rund 49,8 % des ausgewiesenen Betrags. Eine «Gratiswette» über CHF 100 bringt im Erwartungswert also einen Bruchteil dessen ein, was auf dem Banner steht.

Häufig gestellte Fragen

Wo kann ich in der Schweiz auf MMA oder Kampfsport wetten?

Auf Sportwetten in der Schweiz können nur zwei Veranstalter setzen: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Beide brauchen eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung nach BGS. Ein Online-Konto erhalten Sie ausschliesslich mit Wohnsitz im jeweiligen Gebiet. Ein dritter bewilligter Anbieter existiert nicht.

Sind Wetten auf MMA in der Schweiz verboten oder nur eingeschränkt?

Sie sind nicht verboten, aber eng eingegrenzt. Erlaubt sind Wetten ausschliesslich auf Sportveranstaltungen, und nur soweit die Gespa-Liste die Sportart, den Wettbewerb und die Wettart aufführt. Die Liste kennt keine Corner- oder Kartenmärkte und keinen Esport-Bereich, und Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen sind ausgeschlossen. Alles ausserhalb dieser Liste ist nicht buchbar.

Wie prüfe ich, ob ein Kampf und meine Wettart auf der Gespa-Liste stehen?

Setzen Sie nicht bei der Sportart an, sondern bei der Liste selbst: Sie führt Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten getrennt auf, in der Version vom 10.09.2026. Ein Kampfabend muss dort stehen, und die von Ihnen gewünschte Wettart ebenfalls. Fehlt eines von beiden, gibt es in der Schweiz keinen Wettschein dafür, unabhängig davon, ob der Kampf stattfindet.

Was ist von Anbietern zu halten, die MMA-Wetten mit Bitcoin und ohne Schweizer Bewilligung anbieten?

Sie stehen ausserhalb des Schweizer Rechts. Eine ausländische Bewilligung hat hier keine Wirkung, es besteht keine Verbindung zum Sperrregister und kein Schweizer Rechtsweg. Der Spieler wird nicht bestraft, Einsatz und Gewinn können aber eingezogen werden. Anonyme Auszahlungen sind im bewilligten Schweizer Markt ausgeschlossen.

Wie berechne ich Gewinn und Marge einer Kampfwette?

Der Gewinnbetrag ist Einsatz mal Quote, bei Kombinationen Einsatz mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Die Marge eines Marktes erhalten Sie, indem Sie die Kehrwerte aller Quoten dieses Marktes addieren und das Ergebnis von 1 abziehen. Bei einem Beispielmarkt mit je 1.90 auf zwei Ausgänge bleiben 95 % Auszahlungsquote und 5 % Marge.

Welche Verlustlimiten gelten vor der ersten Wette, und wann endet eine Spielsperre?

Bei Swisslos müssen Sie vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 unter 21 Jahren; Senkungen wirken sofort, Erhöhungen nach 72 Stunden. Eine befristete Selbstsperre lässt sich vor Ablauf nicht aufheben, eine freiwillige Sperre erst nach drei Monaten.

Inhalt erstellt vom Team «europapokalch.com»