US Open Wetten in der Schweiz: nur zwei Veranstalter, und beide rechnen mit

Updated Oktober 2026
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Die Zahlen, auf die sich alles Weitere stützt, sind auf dem Stand von 29. Oktober 2026 und gegen die Bewilligungs- und Sperrlisten der Gespa sowie die veröffentlichten Spielregeln der beiden Veranstalter geprüft.

Ein hohes Tennisstadion mit geschlossenem Dach, von innen beleuchtet, leere Sitzreihen umschliessen den blauen Hartplatz.
Das Arthur Ashe Stadium, der Hauptplatz der US Open, fasst 23'771 Sitzplätze, wurde 1997 eröffnet und erhielt 2016 ein schliessbares Dach für 180 Millionen US-Dollar.

Wer heute nach einer Wette auf die US Open sucht, sucht in Wahrheit nach etwas, das schon entschieden ist. Die Ausgabe 2026 lief vom 30. August bis 13. September 2026 in New York City auf Hartplatz, Alexander Zverev holte das Herreneinzel, Jelena Rybakina das Dameneinzel, und das Preisgeld von 108 Millionen US-Dollar war bereits verteilt, als die ersten Suchanfragen für die nächste Auflage entstanden. Das ist keine Nebensache, sondern der Kern des Themas: Wer ein Turnier bewerben will, das noch nicht gespielt ist, muss mit dem arbeiten, was sich wiederholt, und mit der Art und Weise, wie ein Veranstalter daraus eine Quote macht.

Ehrlich gesagt wird die Auswahl dabei zum Problem. In der Schweiz dürfen nur zwei Organisationen Sportwetten veranstalten – Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Jede bedient ihr eigenes Gebiet, und ein Onlinekonto bekommt nur, wer dort wohnt. Wer nach «US Open Buchmacher» sucht und zehn Namen erwartet, bekommt zwei Bewilligungen und eine Handvoll ausländischer Marken, die in der Schweiz keine Zulassung haben und von denen man deshalb sagen muss, was sie sind. Diesen ganzen Abschnitt lesen viele als Werbung. Er ist das Gegenteil: Es geht darum, was eine Wette kostet, bevor sie überhaupt abgeschlossen ist.

Diese Kosten sind unspektakulär und deshalb schwer zu verkaufen. Sie heissen Marge, Mindestquote, Limite und Laufzeit. Sie stehen in keinem Werbebanner.

Warum Verlustlimiten vor der ersten Wette stehen und nicht danach

Die Reihenfolge ist kein Zufall, sie ist Vorschrift. Bei Sporttip müssen Spielende vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und – für alle unter 21 Jahren – CHF 1’000. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Das ist der einzige Mechanismus auf dieser Seite, den man als Geschenk an den Wettenden lesen kann, und er funktioniert nur, weil er vorher passiert: Der wenig hilfreiche Moment, in dem man eine Limite erhöhen möchte, ist bekanntlich nicht der nüchterne.

Die Hochhäuser einer Grossstadt in der Dämmerung, gesehen von einem Park, im Vordergrund ein gespanntes Tennisnetz.
Die US Open 2026 fanden vom 30. August bis 13. September 2026 in New York City auf Hartplatz statt.

Die 72 Stunden sind dabei keine Erfindung des Veranstalters, sondern bundesrechtlich unterlegt: Das Gesetz verlangt für eine Erhöhung 24 Stunden, Swisslos und die Loterie Romande setzen in ihren eigenen Bedingungen 72 an. Wer eine Erhöhung plant, plant also drei Tage im Voraus. Praktisch heisst das, dass die Limite in der ersten Turnierwoche die Limite der ganzen Turnierwoche ist.

Dazu kommt eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage. Das sind zwei verschiedene Werkzeuge, und sie werden gern verwechselt: Die Verlustlimite begrenzt, was verloren gehen darf, die Einzahlungslimite, was überhaupt auf das Konto kommt. Wer über die Einzahlungslimite steuert und dann mit dem bestehenden Saldo weiterspielt, hat nichts begrenzt.

Das Sperrregister, das auch das Onlinecasino kennt

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, und während der Frist gibt es keine Aufhebung. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt dann auch für Casinos einschliesslich Onlinecasinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Ein freiwilliger Unterbruch von bis zu sechs Monaten muss ohnehin angeboten werden.

Für die US Open bedeutet das konkret: Wer sich während der Qualifikationswoche sperrt, ist für die gesamte Hauptrunde draussen. Das ist der Punkt der Regel, kein Fehler. Ein Instrument, das man mitten im Turnier wieder öffnen könnte, wäre keines.

Was das für die zwei Wochen in New York heisst, lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Die Limite wirkt am stärksten, wenn das Turnier am interessantesten ist. Ein Wettender mit einer Monatslimite von einigen hundert Franken kann sich einen kompletten Grand-Slam-Spielplan ansehen und trotzdem nicht mehr verlieren als diese Limite – vorausgesetzt, er hat sie gesetzt, als es noch ruhig war.

Wo eine Schranke fehlt

In der Schweiz gibt es keine staatlich festgesetzte Einzahlungsobergrenze. Die Limiten setzen die Spielenden selbst; der Veranstalter muss lediglich einen oder mehrere Höchstwerte für Tag, Woche oder Monat verlangen. Das ist ein bewusster Entscheid des Gesetzgebers und keine Lücke, aber es heisst auch: Der Schutz, auf den sich die Werbung beruft, ist genau so streng wie die Zahl, die man selbst eingetragen hat. Wer die Oberlimite von CHF 9’999 wählt, hat eine Limite gewählt, die für die meisten Konten praktisch keine ist.

Die Prüfung von 2025 zeigt, wie unterschiedlich die Durchsetzung ausfällt: Bei Testkäufen an Verkaufsstellen wurden in 47,5 % von 200 Fällen Sportwetten an Minderjährige verkauft. Man sollte die Schutzmechanismen deshalb nüchtern lesen – als Regeln, die existieren und greifen sollen, nicht als Zustand, der garantiert ist. Am eigenen Konto hilft ohnehin nur, was man selbst konfiguriert.

Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, Minderjährige sind ausgeschlossen, ausgeschlossene oder minderjährige Spieler haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Jede Person darf sich nur einmal registrieren, und die Ausweisdaten werden aus dem hochgeladenen Dokument ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.

Die Kosten dieser Sorgfalt sind Zeit. Ein Konto ist nicht in fünf Minuten eröffnet, und wer am ersten Spieltag der US Open schnell noch mitmachen möchte, wird das nicht schaffen. Wer das im Voraus weiss, plant es ein.

Was eine US-Open-Quote zusammenhält – und was sie kostet

Quoten sehen aus wie Schätzungen über Tennis. Sie sind zu einem Teil auch das, aber sie sind zuerst ein Preis. Deshalb lässt sich jede Quote in ihre zwei Bestandteile zerlegen: eine Einschätzung der Wahrscheinlichkeit und den Anteil, den der Veranstalter für sich einbehält.

Nehmen wir ein illustratives Zwei-Weg-Ereignis mit den Quoten 1.90 und 1.90 – ausdrücklich ein Rechenbeispiel, kein irgendwo abgerufener Preis. Die Auszahlungsquote dieses Marktes ergibt sich aus 1 geteilt durch (1/1.90 + 1/1.90), also 0.9025, und die Marge ist der Rest: rund 9,75 %. Über beide Seiten hinweg bleibt also etwa jeder zehnte Franken, der in diesen Markt fliesst, beim Veranstalter.

Das ist die Zahl, die man im Kopf behalten sollte, nicht die Quote. Aus der Marge folgt zugleich, dass es keine «faire» Quote gibt, die man nur finden müsste: Es gibt teurere und günstigere Märkte, und der Unterschied zwischen ihnen entscheidet über den Wert einer Serie von Wetten mehr als das Geschick bei der Auswahl. Bei gleichen Ausgangschancen ist der günstigere Markt der bessere – nicht der mit dem grösseren Namen.

Realistisch bewegt sich die Marge eines Zwei-Weg-Marktes je nach Veranstalter und Wettart im mittleren einstelligen bis tiefen zweistelligen Prozentbereich. Je kürzer die Quote, desto stärker fallen lange Laufzeiten ins Gewicht: Wer am ersten Turniertag auf den Gesamtsieger setzt, hat zwei Wochen Kapital gebunden, während derer die Einschätzung sich dreimal ändern kann.

Wie die Quote auf den Gesamtsieger überhaupt entsteht

Bei einer Siegerwette auf das Turnier fliesst in die Einschätzung ein, was sich über Jahre zeigt: Belag, Aufschlagqualität, körperliche Belastbarkeit über fünf Sätze, Formkurve der letzten Wochen, Auslosung und die Frage, ob im eigenen Viertel ein unangenehmer Aufschlagstarker wartet. Auch die Setzliste fliesst ein, nicht als Regel, sondern als Wahrscheinlichkeitsverschiebung.

Der Belag ist dabei kein Detail. Seit 1978 wird in New York auf Hartplatz gespielt, zuvor war der Belag von 1975 bis 1977 Sand und von 1881 bis 1974 Rasen. Ein Hartplatz belohnt Aufschlag und geradliniges Spiel und verzeiht weniger als Sand, wo längere Ballwechsel und mehr Beinarbeit gefragt sind. Wer aus der Sandplatzsaison kommt, bringt also nicht dieselbe Form mit, die der Belag voraussetzt.

Das Entscheidungssatz-Format ist ein zweiter Faktor, den viele übersehen. Seit 2022 gilt im Entscheidungssatz – dritter Satz bei den Damen, fünfter bei den Herren – bei 6:6 ein Tiebreak bis 10 Punkte mit zwei Punkten Vorsprung; von 1971 bis 2021 endete jeder Satz mit einem Tiebreak bis 7 Punkte. Der längere Tiebreak vergrössert die Zahl der Punkte, die in einem Satz gespielt werden können, und damit die Schwankungsbreite am Satzende.

Für Satzwetten ist das ein realer Kostenfaktor: Wer auf ein bestimmtes Satzergebnis setzt, wettet auf einen Einzelpunkt mehr als früher. Man muss dafür kein Rechenmodell aufstellen, aber man sollte wissen, dass sich die Regel deswegen geändert hat, weil das Ende eines Entscheidungssatzes zu oft einem Münzwurf glich.

Tiebreak, Satzwette und die Grenze der Prognose

In manchen Texten klingt es, als liesse sich der Ausgang einer US Open aus einer Formkurve ableiten. Der ehrlichere Weg: Die Informationen eng genug machen, dass eine Quote einen Wert hat. Und die Grenze klar benennen: «US Open Wett Tipps» in einem Artikel sind am Ende eine Ordnung der Argumente, nicht ein Ergebnis.

Die Historie tut hier, was sie kann. William Larned, Richard Sears und Bill Tilden halten mit je 7 Titeln den Rekord im Herreneinzel, Molla Mallory mit 8 Titeln im Dameneinzel. Solche Zahlen ordnen ein, wie selten Dominanz über ein ganzes Jahrzehnt ist, und sie sind ein guter Schutz gegen die Erwartung, im nächsten Jahr werde es wieder derselbe. Sie sagen nichts über das nächste Turnier. Das ist der ganze Unterschied zwischen Statistik und Prognose.

Ein Turnier mit Spielplan, Konkurrenzen und zwei Wochen Regenrisiko

Wer auf ein Grand-Slam-Turnier wettet, wettet nicht auf ein Ereignis, sondern auf ein Programm. Die US Open finden im USTA Billie Jean King National Tennis Center im Flushing Meadows–Corona Park in Queens statt, ausgetragen von der United States Tennis Association, und erstmals 1881 im Newport Casino in Rhode Island gespielt. Herren- und Dameneinzel, Doppel, Mixed – jede Konkurrenz ist ein eigener Markt mit eigenen Laufzeiten.

Die Grösse des Ganzen ist keine Kosmetik. Das Arthur Ashe Stadium, der Hauptplatz, fasst 23’771 Sitzplätze, wurde 1997 eröffnet und erhielt 2016 ein schliessbares Dach für 180 Millionen US-Dollar. Ein Dach schützt nicht nur Zuschauer, sondern ein Versprechen des Spielplans: Dass eine Ansetzung stattfindet und eine Wette sich zu einem Ergebnis auflöst statt zu einer Erstattung.

Warum das Dach auch für die Wette zählt

Regen ist in New York im September kein Randfall. Er verschiebt Ansetzungen, verkürzt den Tag eines Spielers, der drei Tage zuvor fünf Sätze gespielt hat, und verursacht Verlegungen in Hallenplätze. Für einen Wettenden ist das eine Kette von Folgeproblemen: Eine Livewette auf einen Spieler wird anders bewertet, wenn der Match erst am Folgetag fortgesetzt wird, und die zugrunde liegende Einschätzung – der Rhythmus, die Regeneration – gilt dann nicht mehr.

Ein Regenmorgen ist deshalb der Moment, an dem jeder Markt, den man ohne einen Blick auf die Ersatzplatzregelungen eröffnet hat, teurer wird. Wer live mit einsteigt, sollte die Bedingungen zur Fortsetzung kennen, bevor der erste Regen kommt, und nicht danach.

Die jüngste Ausgabe und was sie lehrt

Die US Open 2026 fanden vom 30. August bis 13. September 2026 in New York City auf Hartplatz statt. Alexander Zverev gewann das Herreneinzel gegen Ben Shelton mit 6:3, 7:6(2), 5:7, 6:2, Jelena Rybakina das Dameneinzel gegen Aryna Sabalenka mit 6:4, 5:7, 6:2. Das Gesamtpreisgeld betrug 108 Millionen US-Dollar, ein Anstieg um 21 % gegenüber dem Vorjahr; die Einzelsieger erhielten jeweils 5’500’000 US-Dollar.

Diese Zahlen erzählen weniger über Tennis als über die Klasse des Produkts. Ein Preisgeld von 108 Millionen und ein Zuwachs von 21 % in einem Jahr beschreiben ein Turnier, dessen wirtschaftliches Gewicht wächst. Für den Markt bedeutet das ein Angebot, das breiter wird – und mehr Quoten, die man nachrechnen kann, bevor man eine davon annimmt.

Die nächste Auflage folgt 2027, ihre Daten stehen noch nicht fest. Was feststeht, ist der Rhythmus: Das Turnier wird jedes Jahr gespielt, und wer sich vorbereiten will, hat keine einzige Woche, in der nichts passiert.

Wie zwei Bewilligungen zehn Namen gegenübergestellt werden

Die Spalte «Ereignis- oder gemeldete Bewilligung» ist der Kern dieser Übersicht. Sie trennt zwei Gruppen, die sich nicht mischen lassen.

Veranstalter bzw. Marke Bewilligungsstatus in der Schweiz Ereignis- oder gemeldete Bewilligung
Swisslos (Sporttip) Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS Veranstalter: SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; Aufsicht Gespa
Loterie Romande (Jouez Sport) Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS Veranstalter: Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande); Aufsicht Gespa
Rollbit ohne Schweizer Bewilligung nicht festgestellt; eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung
MyStake ohne Schweizer Bewilligung nicht festgestellt; eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung
AmunRa ohne Schweizer Bewilligung nicht festgestellt; eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung
Duelbits ohne Schweizer Bewilligung nicht festgestellt; eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung
Gamdom ohne Schweizer Bewilligung nicht festgestellt; eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung
BetLabel ohne Schweizer Bewilligung nicht festgestellt; eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung
ZotaBet ohne Schweizer Bewilligung nicht festgestellt; eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung
X3Bet ohne Schweizer Bewilligung nach Angaben Dritter Tobique (Kanada); in der Schweiz ohne Wirkung

Was die Übersicht nicht zeigt, ist der Preis der zweiten Gruppe. Eine Marke ohne Schweizer Bewilligung ist nicht an das hiesige Sperrregister angebunden, und es gibt keinen Schweizer Rechtsschutzweg gegen sie. Auszahlungen gehen an ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers – bei einem Schweizer Veranstalter setzt das Gesetz das durch, bei einem ausländischen Anbieter ist es dessen eigene Regel. Wer die zwei Gruppen vergleicht, vergleicht also nicht zwei Geschäftsmodelle, sondern zwei Rechtsordnungen. Beide haben Regeln; nur eine davon hat Rechtsmittel.

Der Vergleichsmasstab bleibt trotzdem ein einziger: Wettangebot zum Turnier, Limiten und Auszahlung. Das ist die einzige Basis, auf der sich zwei Bewilligungen und acht ausländische Marken überhaupt in eine Tabelle bringen lassen, und es ist genau die Basis, auf der die Bewilligungsfrage die wichtigste Zeile wird und nicht eine Fussnote.

Wie eine Wette auf das nächste Turnier abläuft, bevor das erste Ass fliegt

Der Weg zu einer Wette auf die US Open ist kurz, aber er hat eine Reihenfolge, und die Reihenfolge entscheidet über den Nutzen.

Zuerst steht der Wohnsitz. Swisslos-Sporttip umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein – zusammen das Swisslos-Vertragsgebiet. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; sie nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Wer in der Deutschschweiz wohnt, findet sein Angebot also bei einem Veranstalter, wer in der Romandie wohnt, beim anderen. Das ist keine Einschränkung, die man umgehen könnte.

Danach kommen die Limiten, dann der Ausweis, dann das Konto. Erst wenn ein Konto steht, wird der Spielplan relevant.

Und hier ist der Punkt, an dem sich die Vorbereitung bezahlt macht. Wer die wesentlichen Fragen – welcher Belag, welche Form, welche Auslosung – in der Woche vor dem Turnier durchgeht, kann in den zwei Wettkampfwochen auf das reagieren, was tatsächlich passiert. Wer sie in der ersten Runde stellt, übernimmt die Einschätzung der Buchmacher mit deren Marge und nennt es eine eigene Meinung.

Was Quoten über die Erwartung verraten

Es gibt eine Reihe Gründe, mitten im Turnier eine Quote anzusehen, anstatt sie nur zu übernehmen. Eine Quote, die kürzer wird, obwohl sich am Spiel nichts geändert hat, sagt etwas über den Zufluss von Einsätzen und nicht über die Form. Bei einem Live-Markt passiert das schneller als bei einer Vorabwette, weil sich viele Marktteilnehmer auf denselben Punkt konzentrieren.

Wer das weiss, hört auf, in Quotenänderungen eine Botschaft zu suchen. Die Botschaft ist das Feld, die Form, das Los – und der Preis, den der Veranstalter für beides verlangt. Alles andere ist Rauschen mit Marge.

Ein weiterer Faktor: Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung lassen sich bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombinieren. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Wer Markt und Spieler desselben Matches kombiniert, sollte deshalb auf die Funktion zurückgreifen – nicht, weil sie mehr verspricht, sondern weil die Variante ohne sie kein Bestand ist.

Live am Platz, wo Physik und Quote zusammenlaufen

Livewetten gelten bei Sporttip unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Zwei Regeln verdienen Aufmerksamkeit, weil sie Geld kosten können. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. Und in spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid – kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten.

Für einen Live-Wettenden heisst das, dass die Sekunden nach einem strittigen Entscheid die teuersten des Tages sind. Man sollte nicht behaupten, dass hier etwas verloren geht, was ohnehin niemandem gehört hätte – aber man sollte wissen, dass eine Wette, die während einer Unterbrechung abgeschickt wird, zu einem Einsatz zurückkommen kann statt zu einer Position.

Im Tennis sind spielentscheidende Momente seltener und subtiler als eine Rote Karte. Der Videoschiedsrichter und die Ballannahme überprüfen Punkte, und genau in diesen Pausen werden Live-Preise neu gestellt. Wer während einer Überprüfung klickt, klickt in ein Fenster, in dem der Markt sich bewegt.

Cash-Out: der Ausstieg, der weniger einbringt als der Gewinn

Cash-Out gibt es bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; angeboten werden muss er nicht für alle Wetten.

Das ist die vollständigste Beschreibung eines Ausstiegs, die einem Veranstalter zuzumuten ist, und sie ist gleichzeitig die ernüchterndste. Wer eine Siegerwette auf den Gesamtsieger drei Sätze vor Schluss verkauft, verkauft eine Position, die noch gewinnen könnte – und bekommt dafür weniger, als sie im Erfolgsfall eingebracht hätte. Es gibt Situationen, in denen das vernünftig ist. Es ist aber keine Handelsstrategie, sondern ein Verzicht mit Preis.

Für Turnierwetten heisst das: Eine Cash-Out-Möglichkeit macht eine Zwei-Wochen-Wette nicht zu einer kurzen Wette. Sie macht sie zu einer Wette mit einer Notausgangstür, deren Benutzung Geld kostet und deren Vorhandensein niemand garantiert.

Die Schweizer Rechtslage: nur zwei, und das ist keine Marktlücke

Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019; Art. 3 lit. c und e) und werden von der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern; Geldspielkonkordat in Kraft seit 1.1.2021) beaufsichtigt – nicht von der ESBK, die nur Casinos überwacht. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS) und «gilt nur in der Schweiz» (Art. 4 BGS).

Leere Klappstühle an der Seitenlinie eines Hartplatzes nach Regen, die nasse Fläche spiegelt den grauen Himmel.
Das Gesamtpreisgeld der US Open 2026 betrug 108 Millionen US-Dollar, ein Anstieg um 21 % gegenüber dem Vorjahr.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Deshalb gibt es keinen weiteren Eintrag und deshalb ist die fehlende Auswahl keine Marktlücke, die irgendwann gefüllt wird. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste blockierter ausländischer Domains, keine Liste weiterer Bewilligungen, weil es keine gibt. Der Reingewinn geht an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen (Art. 125 BGS).

Was überhaupt angeboten werden darf

Was gewettet werden darf, steht auf einer geschlossenen Liste: die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden nur, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste den Eintritt in einen internationalen Wettkampf oder das Podest entscheidet, niemals Wetten auf Trainingsläufe. Die Liste enthält keine Corner- und Kartenmärkte und keinen E-Sport-Bereich. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS).

Für Tennis ist das eine Besonderheit mit Folgen. Manche der Märkte, die man von ausländischen Anbietern kennt – etwa eine Wette darauf, wie viele Asse fallen, oder eine auf ein bestimmtes Satzergebnis – sind nur dann zulässig, wenn sie auf der Liste stehen. Livewetten sind erlaubt, vor dem Match und live, wenn der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung besitzt; das BGS kennt keine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Cash-Out ist nicht geregelt und ist deshalb ausschliesslich als Funktion des jeweiligen Veranstalters beschrieben.

Wer sein Wettschein-Angebot mit dem vergleicht, was im Ausland sichtbar ist, vergleicht ein bewilligtes Programm mit einem, das hier nicht stattfinden darf. Das ist ein Nachteil, und man sollte ihn aussprechen: Ein begrenztes Angebot ist tatsächlich begrenzter. Es ist gleichzeitig die Bedingung dafür, dass die Regeln des nächsten Abschnitts überhaupt greifen.

Steuern: der Freibetrag, den fast niemand erreicht

Gewinne aus schweizerisch bewilligten Grossspielen sind bis zu einem Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der Bundesfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (CHF 1’070’400 im Jahr 2025). Der kantonale Freibetrag weicht davon ab – je nach Kanton, und eine einzelne kantonale Zahl wäre hier falsch. Oberhalb der Schwelle behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Deklaration in der Steuererklärung zurückgeholt wird.

Für die Praxis ist wichtig, was das für einen typischen Wettenden bedeutet: Er gewinnt weit unterhalb der Schwelle, zahlt keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf den Gewinn. Es gibt in der Schweiz keine Wettsteuer auf Einsätze – wer das Gegenteil liest, liest etwas Falsches. Eine Steuer auf den Einsatz existiert nicht.

Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis kann sie vollständig als Einkommen erfassen – die Praxis des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als steuerbares Einkommen. Das ist ein Nachteil, der bei der Wahl des Anbieters selten mitgerechnet wird, und er wiegt bei einer grossen Einzelwette mehr als jede Quotendifferenz. Für konkrete Fälle bleibt der Hinweis auf Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung.

Die Sperrliste und was sie wirklich bewirkt

Die ausländische Bewilligung – Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land – hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung zu veranstalten ist strafbar: bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren (Art. 130 BGS). Der Spielende wird nicht bestraft. Möglich ist aber, dass Einsätze und Gewinne in einem Verfahren gegen die Veranstalterin eingezogen werden, und es besteht kein Schutz- oder Fairplay-Kontrollsystem.

Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS blockieren (Art. 86–93 BGS; erste Liste vom 3. September 2019, 671 Domains Ende 2025). Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt – die Gespa nennt dafür Interwetten und Bet-at-Home und führt bet365 als auf der Liste geführt. Was die Sperrliste leistet, ist Zugangshürde, kein Schutz. Ein Anbieter, der heute blockiert ist, ist morgen unter anderer Adresse erreichbar.

Es gibt in der Schweiz kein Zahlungsblocksystem gegen unzulässige Wettangebote. Banken und Kartennetzwerke sperren diese Zahlungen nicht. Wer sich darauf verlässt, verlässt sich auf etwas, das nicht existiert.

Was folgt daraus für einen Vergleich? Bei bewilligten Veranstaltern sind Limiten, Sperreintrag, Einzelkonto und Auszahlung auf ein Konto gleichen Namens gesetzlich abgesichert (Art. 50 Abs. 2 VGS; kein Kredit an Spielende, Art. 75 Abs. 1 BGS). Bei einer Marke ohne Bewilligung gelten deren eigene Bedingungen und sonst nichts, und der Weg zu einem Schweizer Gericht führt nirgendwohin. Wer beides als zwei gleichwertige Optionen darstellt, lässt genau diesen Unterschied weg.

Die zehn Anbieter im Vergleich

Die Reihenfolge unten folgt dem Bewilligungsstatus: zuerst die zwei Veranstalter, die in der Schweiz Sportwetten anbieten dürfen und jeweils ihr eigenes Gebiet bedienen, danach die ausländischen Marken ohne Bewilligung, die hier aufgeführt und bewertet werden, weil Schweizer Spielende ihnen begegnen. Für Wetten auf die US Open ist diese Zweiteilung keine Formalität, sondern die erste Entscheidung – sie bestimmt, welchen Schutz ein Konto hat, bevor ein einziger Markt gewählt wird.

Swisslos Sporttip: die doppelte Limite als eigentliches Produkt

Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020); die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Die Bewilligung ist eine Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS unter Aufsicht der Gespa, und sie ist eine der beiden, die das interkantonale Recht überhaupt zulässt. Ein Onlinekonto erhalten nur Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Vertragsgebiet.

Die Einsätze sind nach oben begrenzt und nach unten kaum: Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Wer eine Systemwette mit vielen Kombinationen plant, merkt erst hier, wie schnell eine einzelne Wette an eine Grenze stösst, die nichts mit dem eigenen Guthaben zu tun hat.

Die Quotenfunktionen sind an Bedingungen geknüpft, und die Bedingungen sind der eigentliche Inhalt. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Der Kombiboost gilt nur online (Prematch, Live, Systemwetten) und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen, wobei Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert sind.

Man kann das als Anreiz lesen. Man kann es auch als Staffelung lesen, in der die interessante Stufe praktisch unerreichbar ist: Fünfzehn Voraussagen mit je mindestens 1.50 sind fünfzehn Entscheidungen, von denen jede einzelne die ganze Kombination zum Scheitern bringen kann. Der Bonus wird auf den Nettogewinn gerechnet – er erhöht also einen Gewinn, der erst noch entstehen muss, und er verfällt, wenn man vorher aussteigt.

Auch die Spielzeit ist definiert: Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Für Tennis ist diese Regel weniger brisant als für Fussball, aber dieselbe Logik gilt für jede Sonderregelung, die einen Markt an ein Format bindet.

Das Urteil über diesen Veranstalter schreibt sich fast von selbst: Er ist gesetzlich vorgeschrieben und nicht gewählt. Wer hier wohnt, bekommt ein bewilligtes Angebot mit echten Schutzinstrumenten – einem Sperrregister, das auch Onlinecasinos erfasst, Limiten, die vor der ersten Wette stehen, und einer Auszahlung auf ein Konto gleichen Namens. Der Preis dafür ist ein begrenztes Programm und ein Konto, das nicht jeder eröffnen kann.

Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe Recht, ein anderes Publikum

Die Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande) veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Auch hier handelt es sich um eine Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS unter Aufsicht der Gespa – rechtlich das Gegenstück zu Swisslos, in einem anderen Gebiet.

Die Grösse des Vertriebs ist der eigentliche Unterschied. 2’350 Verkaufsstellen in sechs Kantonen bedeuten eine Dichte, die kein Onlineangebot ersetzt: Wer eine Wette am Schalter abgeben will, findet dort einen Ort. Wer sie von zu Hause abschliessen will, braucht ein Konto, und das setzt Wohnsitz im Gebiet voraus.

Die Grösse schneidet in beide Richtungen. Wer in der Westschweiz wohnt und einen persönlichen Kanal sucht, hat hier mehr davon als in der Deutschschweiz. Wer im Ausland tätig ist oder umzieht, verliert den Zugang – das Konto ist an den Wohnsitz gebunden, und die Gemeinschaft der sechs Kantone ist kein Markt, den man sich aussuchen kann.

Was bleibt, ist ein Veranstalter mit demselben rechtlichen Rahmen wie Sporttip und einem Gebiet, das viele Wettende ausschliesst. Für die Bewohner der sechs Kantone ist er die Alternative zum deutschen Gegenstück, und die Wahl zwischen beiden stellt sich gar nicht: Man nimmt den, dessen Gebiet zum eigenen Wohnort passt.

Rollbit: ohne Schweizer Bewilligung

Rollbit hat keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten, und eine ausländische Bewilligung hat hier keine Wirkung (Art. 4 BGS). Die Marke ist nicht an das Schweizer Sperrregister angebunden, es besteht kein Schweizer Rechtsschutzweg, und ihre Domains können auf die Gespa-Sperrliste gesetzt und per DNS blockiert werden.

Was das für einen US-Open-Wettenden bedeutet, ist keine Frage des Geschmacks. Eine Wette, die über einen Anbieter ohne Bewilligung läuft, fällt nicht unter die Schweizer Schutzbestimmungen: kein Sperreintrag, der auch das Onlinecasino erfasst, kein gesetzlich abgesichertes Einzelkonto, keine Pflicht zur Auszahlung auf ein Konto gleichen Namens, keine Aufsicht über die angebotenen Wettarten. Gewinne aus einem solchen Anbieter werden zudem nicht der Verrechnungssteuer unterzogen, können aber nach kantonaler Praxis vollständig als Einkommen gelten.

Für einen erfahrenen Wettenden mit einem klaren Verlustlimit und einem zweiten Konto kann eine grössere Marktauswahl ein Argument sein. Der Preis dafür ist die Aufsicht, und der ist real.

MyStake: ohne Schweizer Bewilligung

MyStake hat keine Schweizer Bewilligung; nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen hier Sportwetten anbieten. Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung, das Sperrregister gilt nicht, ein Schweizer Rechtsschutzweg fehlt, und Domains können über die Sperrliste blockiert werden.

Wer die zwei bewilligten Veranstalter gewohnt ist, merkt den Unterschied zuerst an der Frage, die niemand beantwortet. Bei einem Schweizer Anbieter ist die Limite ein Eintrag im eigenen Konto und ein Termin, bei einem ausländischen ist sie eine Hausregel, die sich ändern lässt. Das ist der ganze Vergleich, und er wiegt schwerer als jedes Bonusangebot.

Wem ein breites Live-Programm über zwei Wochen wichtiger ist als Aufsicht, wird hier fündig. Die Entscheidung ist eine Abwägung, und sie sollte eine sein, die man bewusst trifft.

AmunRa: ohne Schweizer Bewilligung

AmunRa hat keine Schweizer Bewilligung. Für Sportwetten in der Schweiz fehlt die Zulassung, die ausländische Bewilligung hat hier keine Wirkung (Art. 4 BGS), und das Sperrregister der Gespa erfasst nur die ausgeschlossenen Personen bei bewilligten Veranstaltern. Auch hier kann die Domain per DNS blockiert werden.

Der Punkt, der bei einer Tenniswette am meisten wiegt, ist die Angebotsbreite. Ein ausländischer Markt kann Märkte führen, die auf der Gespa-Liste fehlen – und genau deshalb ist der Vergleich mit dem bewilligten Angebot kein Vergleich von Qualität, sondern von Zulässigkeit. Man vergleicht hier nicht zwei Sortimente, sondern zwei Rechtsordnungen.

Ein Wettender, der sein Konto ohnehin als reines Werkzeug für einzelne Wetten nutzt und sich nicht auf Limitenfunktionen verlässt, findet hier ein grösseres Programm. Wer die Schweizer Schutzregeln als Teil des Produkts betrachtet, sucht sie vergeblich.

Duelbits: ohne Schweizer Bewilligung

Duelbits hat keine Schweizer Bewilligung; die ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung. Die Marke ist nicht ans Sperrregister angebunden, es gibt keinen Schweizer Rechtsschutzweg, und ihre Domains können auf die Sperrliste gesetzt werden.

Ein US-Open-Turnier über zwei Wochen verlangt von einem Konto mehr als einen einzelnen Abend. Es verlangt Cash-Out, soweit vorhanden, eine Live-Funktion und im Zweifel die Fähigkeit, sich eine Zeit lang selbst zu sperren. Bei einem Anbieter ohne Bewilligung sind das dessen eigene Bedingungen und keine gesetzlichen Minimalstandards. Man kann also Glück haben. Man kann es nicht prüfen, bevor man es braucht.

Für kurze, klar geschnittene Wetten ist dieser Unterschied klein. Für den, der während des ganzen Turniers einen Rahmen braucht, ist er die ganze Entscheidung.

Gamdom: ohne Schweizer Bewilligung

Gamdom hat keine Schweizer Bewilligung. Nur die zwei bewilligten Veranstalter dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten; eine ausländische Bewilligung hat hier keine Wirkung, die Anbindung an das Sperrregister fehlt, und der Rechtsschutzweg endet an der Grenze. Eine Aufnahme in die Sperrliste ist möglich.

Wer während zwei Wochen Grand Slam mehrmals am Tag eine Wette abschliesst, trifft den relevanten Punkt selten am Anfang. Relevant wird er bei einer strittigen Auszahlung oder bei einem abgebrochenen Match. Genau dann ist die Frage, ob es eine Aufsicht gibt, keine theoretische mehr.

Ein Wettender, der mit kleinen Einsätzen kurzfristig arbeitet, kann die grössere Marktauswahl höher gewichten. Die Aufsicht, die er dafür aufgibt, ist nicht klein.

BetLabel: ohne Schweizer Bewilligung

BetLabel hat keine Schweizer Bewilligung, und die gemeldete ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Die Marke ist nicht an das Sperrregister der Gespa angebunden, es besteht kein Schweizer Rechtsschutzweg, und Domains können blockiert werden.

Für eine Longterm-Wette – also eine, die über die zwei Wochen des Turniers läuft – ist der Unterschied in den Auszahlungsregeln der Kern. Bei einem bewilligten Veranstalter ist die Auszahlung auf ein Konto gleichen Namens gesetzlich vorgegeben und Kredite an Spielende sind untersagt. Bei einer Marke ohne Bewilligung ist das eine Vertragsklausel und nichts weiter.

Wer ohnehin nur während des Turniers aktiv ist und wenig offenes Kapital bindet, wiegt dieses Risiko leichter. Wer eine Siegerwette über die volle Distanz plant, sollte es schwerer wiegen.

ZotaBet: ohne Schweizer Bewilligung

ZotaBet hat keine Schweizer Bewilligung; eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung. Das Sperrregister erfasst Spielende bei den bewilligten Veranstaltern, nicht bei dieser Marke, ein Schweizer Rechtsschutzweg existiert nicht, und die Domain kann auf die Sperrliste kommen.

Der Vergleich, der hier tatsächlich etwas zeigt, ist der zwischen zwei Limitenbegriffen. Bei Swisslos ist die Verlustlimite ein Eintrag, den nur 72 Stunden und eine bewusste Entscheidung erhöhen. Bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung ist die Limite ein Kontoelement nach dessen Bedingungen. Wer beim Thema Limits die erste Gruppe gewohnt ist, wird die zweite als Rückschritt erleben.

X3Bet: ohne Schweizer Bewilligung

X3Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Nach Angaben Dritter wird eine Bewilligung aus Tobique (Kanada) gemeldet, die in der Schweiz keine Wirkung hat (Art. 4 BGS). Die Marke ist nicht an das Schweizer Sperrregister angebunden, ein Schweizer Rechtsschutzweg besteht nicht, und ihre Domains können auf die Sperrliste gesetzt werden.

Dass hier überhaupt eine Angabe Dritter zur Herkunft der Bewilligung existiert, macht die Sache nicht besser, sondern sichtbarer: Es ist eine ausländische Zulassung, und ihr Wirkungsbereich endet an der Schweizer Grenze. Wer Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung veranstaltet, macht sich strafbar – bis zu drei Jahren, gewerbsmässig bis zu fünf (Art. 130 BGS). Der Spielende wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen die Veranstalterin eingezogen werden.

Für einen Schweizer Wettenden bleibt es damit bei derselben Abwägung wie bei den anderen Marken dieser Gruppe, nur mit einem konkreteren Namen in der Tabelle. Wer die Aufsicht als Teil des Produkts sieht, ist hier am falschen Ort.

Was das alles zusammen kostet

Rechnet man die zwei Wochen der US Open einmal in Gebühren statt in Emotionen, kommen drei Posten zusammen. Der erste ist die Marge, die in jeder Quote steckt: knapp 9,75 % in dem Zwei-Weg-Beispiel mit 1.90 und 1.90, und damit rund jeder zehnte Franken, der in einen solchen Markt fliesst. Bei einer Serie von zwanzig Wetten über das Turnier addiert sich das zu einer Grössenordnung, die man nicht mehr ignorieren kann, und zwar unabhängig davon, wie gut die Auswahl war.

Der zweite Posten ist der Ausstieg. Wer eine Longterm-Wette auf den Gesamtsieger vor dem Ende verkauft, bekommt weniger als den möglichen Gewinn, und bei Quotenboosts verfällt der Boost bei einem Cash-Out zusätzlich. Ein Ausstieg ist kein Werkzeug, um ein Ergebnis zu optimieren, sondern eine Versicherung mit Prämie.

Der dritte Posten ist der teuerste und am wenigsten sichtbare: die fehlende Aufsicht, wenn das Konto woanders steht. Sie kostet nichts, solange nichts schiefgeht, und im Streitfall alles. Wer in der Schweiz wohnt, kann sie für null Franken vermeiden, indem er das Konto bei dem Veranstalter führt, dessen Gebiet zu seinem Wohnort gehört.

Wer das alles berücksichtigt, landet bei einem Vorgehen, das unspektakulär ist: Verlustlimite vor der ersten Wette setzen, das Turnier-Programm in der Woche vorher durchgehen, Quoten als Preise lesen, Cash-Out als Verzicht verstehen und die Anbieterfrage zuerst nach der Bewilligung und dann nach allem anderen beantworten. Die US Open 2027 kommen bestimmt; die eigenen Regeln sollte man vorher aufstellen, nicht während.

Häufige Fragen zu Wetten auf die US Open in der Schweiz

Dürfen Schweizer Spielende überhaupt auf die US Open wetten, und bei wem?

Ja, aber nur bei den zwei Veranstaltern mit Bewilligung: Swisslos mit Sporttip im deutschsprachigen Gebiet, im Tessin und in Liechtenstein, sowie die Loterie Romande mit Jouez Sport in den sechs Westschweizer Kantonen. Ein Onlinekonto setzt Wohnsitz im jeweiligen Gebiet voraus. Ausländische Marken haben keine Schweizer Bewilligung, und deren Bewilligung entfaltet hier keine Wirkung.

Wie kommt eine Quote auf den Turniersieger zustande, und was ist daran die Marge?

In die Quote fliessen Belag, Form, Auslosung und körperliche Belastbarkeit ein – eine Einschätzung, nicht eine Messung. Die Marge ist der Anteil, den der Veranstalter für sich einbehält. Bei einem Zwei-Weg-Markt mit 1.90 und 1.90 beträgt die Auszahlungsquote rund 90,25 % und die Marge knapp 9,75 %.

Was ändert der Tiebreak bis 10 Punkte im Entscheidungssatz für Satzwetten?

Seit 2022 wird der Entscheidungssatz bei 6:6 mit einem Tiebreak bis 10 Punkte und zwei Punkten Vorsprung entschieden; zuvor galt für jeden Satz ein Tiebreak bis 7 Punkte. Der längere Tiebreak erweitert die Zahl der Punkte, die einen Satz entscheiden können, und vergrössert damit die Schwankungsbreite – ein Satzergebnis hängt stärker an einzelnen Punkten.

Warum sind Hartplatz und Form vor dem Turnier wichtig für eine begründete Einschätzung?

Seit 1978 wird in New York auf Hartplatz gespielt; zuvor war der Belag von 1975 bis 1977 Sand und von 1881 bis 1974 Rasen. Hartplatz belohnt Aufschlag und geradliniges Spiel stärker als Sand und verzeiht weniger. Wer aus der Sandplatzsaison kommt, bringt deshalb nicht automatisch die Form mit, die der Belag verlangt.

Wie werden Gewinne besteuert, und was heisst der Steuerfreibetrag je nach Kanton?

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei; ab 1.1.2026 liegt der Bundesfreibetrag bei CHF 1’071’000. Der kantonale Freibetrag weicht ab – je nach Kanton. Darüber behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein. Eine Wettsteuer auf Einsätze gibt es nicht.

Inhalt erstellt vom Team «europapokalch.com»