Sportwetten-Ergebnisse richtig lesen: Was ein Resultat für die Wette bedeutet
In der Schweiz dürfen Sportwetten nur von zwei Veranstaltern angeboten werden: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Was auf einem Wettschein am Ende steht, folgt deshalb nicht aus dem, was im Stadion passiert ist, sondern aus den Regeln des Veranstalters, der die Wette angenommen hat. Genau dort entstehen die meisten Überraschungen. Ein Treffer in der Nachspielzeit zählt. Ein Tor in der Verlängerung zählt meistens nicht. Und wer sein Resultat erst nach 26 Wochen geltend machen will, bekommt nichts mehr.

Stand: 29. Oktober 2026. Die Bewilligungsangaben wurden gegen die Veröffentlichungen der Gespa und die Teilnahmebedingungen der beiden bewilligten Veranstalter geprüft.
Die zehn Anbieter im Vergleich: zwei mit Bewilligung, acht ohne
Wer in der Schweiz nach einem Sportwettenanbieter sucht, findet schnell ein Dutzend Namen. Rechtlich sind davon nur zwei von Bedeutung. Das Geldspielgesetz erlaubt Sportwetten als Grossspiel, und die Kantone haben die Zahl der Veranstalter auf zwei begrenzt. Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport sind diese zwei. Alle anderen Namen, die im Netz auftauchen, sind aus Schweizer Sicht Zusatzangebote ohne Bewilligung — nicht verboten für den, der dort spielt, aber ohne jeden Anspruch auf Schweizer Schutz.

Die folgende Einordnung nennt für jeden Anbieter, woran er gemessen wird: der Bewilligungsstatus und die Veranstalterin oder die gemeldete Lizenz. Mehr lässt sich bei den ausländischen Marken nicht sagen, weil über ihre Lizenzierung nichts feststeht und ihre Domains jederzeit auf der Sperrliste der Gespa landen können.
| Anbieter | Bewilligungsstatus | Veranstalterin / gemeldete Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (BGS, SR 935.51) | Swisslos, Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (BGS, SR 935.51) | Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne |
| BetPanda | keine Schweizer Bewilligung | keine festgestellte Lizenz, ohne Geltung in der Schweiz |
| Rainbet | keine Schweizer Bewilligung | keine festgestellte Lizenz, ohne Geltung in der Schweiz |
| Rabona | keine Schweizer Bewilligung | keine festgestellte Lizenz, ohne Geltung in der Schweiz |
| Wettigo | keine Schweizer Bewilligung | keine festgestellte Lizenz, ohne Geltung in der Schweiz |
| Jackbit | keine Schweizer Bewilligung | keine festgestellte Lizenz, ohne Geltung in der Schweiz |
| BDMBet | keine Schweizer Bewilligung | keine festgestellte Lizenz, ohne Geltung in der Schweiz |
| Pribet | keine Schweizer Bewilligung | keine festgestellte Lizenz, ohne Geltung in der Schweiz |
| Cloudbet | keine Schweizer Bewilligung | keine festgestellte Lizenz, ohne Geltung in der Schweiz |
Die Tabelle liest sich monoton, und das ist der Befund. Acht Zeilen tragen denselben Eintrag, weil es nichts zu differenzieren gibt: Keine dieser Marken hat eine Bewilligung, die in der Schweiz etwas wert wäre, und über ihre tatsächliche Lizenzierung lässt sich nichts sagen. Eine ausländische Bewilligung — Curaçao, Malta, Deutschland, gleich welche — entfaltet in der Schweiz nach Artikel 4 BGS keine Wirkung. Wer dort spielt, spielt nach Hausregeln eines Unternehmens, das hier nichts darf.
Was folgt daraus für den Alltag? Bei den beiden bewilligten Veranstaltern gilt Schweizer Recht, und ein Streit um ein Resultat hat einen Schweizer Rechtsweg. Bei den acht anderen gibt es diesen Weg nicht, und ihre Domains können jederzeit über die Sperrliste für Schweizer Telekom-Anbieter unerreichbar werden. Das passiert nicht theoretisch: Die Gespa veröffentlicht seit dem 3. September 2019 eine solche Liste, Ende 2025 standen 671 Domains darauf, und blockierte Adressen werden innert Stunden ersetzt. Wer sein Konto bei einem Anbieter führt, dessen Adresse in dieser Liste landet, steht plötzlich vor einer Seite, die sich nicht mehr öffnen lässt — mit einem Guthaben, das irgendwo ist, nur nicht mehr in Reichweite.
Der Vergleich zwischen den beiden bewilligten Veranstaltern dagegen ist ein Vergleich von zwei Reglementen. Swisslos und die Loterie Romande bedienen unterschiedliche Gebiete, und ihre Abrechnungsregeln weichen in einzelnen Punkten voneinander ab. Wer wissen will, was sein Wettschein wert ist, muss zuerst wissen, wessen Reglement auf ihn anwendbar ist.
Woher die Resultate kommen und wie daraus eine Gutschrift wird
Ein Ergebnis ist zunächst eine Information. Auf einem Wettschein wird daraus eine Zahl. Zwischen beidem steht das Reglement des Veranstalters, und in der Schweiz ist dieser Schritt bei den beiden bewilligten Anbietern eng geregelt.
Die Quelle der Resultate liegt beim Veranstalter selbst. Er führt das Wettprogramm, er führt die Auswertung, und er veröffentlicht sie. Bei Sporttip geschieht das öffentlich; wer ein Ergebnis anfechten will, muss sich innerhalb einer kurzen Frist schriftlich äussern. Die Auswertung ist also nicht das Resultat, das ein Liveticker meldet, sondern das Resultat, wie der Veranstalter es festgestellt hat. In aller Regel ist das dasselbe. Wenn nicht, gilt das Zweite.
Reguläre Spielzeit: Nachspielzeit ja, Verlängerung nur ausdrücklich
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer — im Fussball die 90 Minuten — plus die Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder wenn sie selbst Gegenstand der Wette sind. Das ist die Regel, die am häufigsten übersehen wird, und die Konstellation ist bekannt: Ein Pokalspiel steht nach 90 Minuten 1:1, in der Verlängerung fällt das 2:1, die Wette auf Sieg Mannschaft A verliert. Der Spielbericht spricht von einem Sieg, der Wettschein von einer Niederlage. Beides stimmt, weil über zwei verschiedene Dinge gesprochen wird.
Wer auf ein Ergebnis in der Verlängerung setzen will, findet diese Möglichkeit nur dort, wo das Programm sie ausdrücklich ausweist. Fehlt der Hinweis, ist die Wette auf die reguläre Spielzeit gestellt — bis zur letzten Minute der Nachspielzeit, nicht länger.
Wenn gar nicht gespielt wird: die 48-Stunden-Regel
Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn — oder im Rahmen eines Turniers — nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage die Quote 1.00.
Diese Konstruktion ist der beste Teil des Reglements, weil sie die Position des Wettenden nachvollziehbar macht. Eine verschobene Partie wird nicht zum wertlosen Papier, sondern zu einer Position, die mit Faktor 1 in die Kombination eingeht. Die restlichen Voraussagen behalten ihre Quoten, die Kombination wird also nicht zerstört, sondern gerechnet. Wer eine Fünferkombination mit einem abgesagten Spiel hat, verliert nicht alles, sondern nur einen Baustein. Bei einer Einzelwette gibt es den Einsatz zurück — ohne Zinsen, aber auch ohne Diskussion.
Wie aus Einsatz und Quote ein Betrag wird
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Wer CHF 20 auf Quote 2.10 setzt, kommt auf CHF 42. Die Rundung folgt danach in zwei Schritten: zuerst Aufrunden auf zwei Nachkommastellen, dann Abrunden auf 5 Rappen genau. Aus CHF 42.00 wird also nichts weg-, aus CHF 42.03 wird CHF 42.00.
Die Richtungen der beiden Schritte widersprechen sich, und sie heben sich nicht auf. Im Beispiel bleiben zwei Rappen auf der Strecke, und das ist die Regel, nicht ein Fehler. Auf einen einzelnen Wettschein ist das nichts. Über ein Jahr und einige hundert Wetten ist es der Betrag, den der Veranstalter in jeder Abrechnung behält, ohne dass er in einer Quote sichtbar wird.
Die Loterie Romande setzt andere Grenzen: Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst dort 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.
Was ein Ergebnis nicht sagt
Ein Resultat beschreibt ein Spiel, das vorbei ist. Es enthält keine Information über das nächste. Das klingt banal und wird trotzdem jeden Spieltag wieder anders behandelt: Eine Mannschaft gewinnt viermal in Folge, und die Quote für das fünfte Spiel wird als Beleg für die Form gelesen, nicht als Aufschlag des Marktes auf eine Erwartung. Der Markt kennt die vier Siege längstens, bevor der Wettende sie zusammenzählt.
Die Rechtslage: Warum ein Ergebnis nur bei zwei Anbietern einklagbar ist
Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit dem 1. Januar 2019). Aufsichtsbehörde ist die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern, tätig auf Grundlage des Geldspielkonkordats (in Kraft seit dem 1.1.2021). Nicht zuständig ist die ESBK, die ausschliesslich Casinos beaufsichtigt. Das ist keine Feinheit, sondern die Antwort auf die Frage, an wen sich ein Wettender bei einem Streit um ein Resultat wendet.

Eine Bewilligung braucht beides: eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS), und sie gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Deshalb gibt es keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher: Es gibt schlicht keine. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains. Der Reinertrag geht an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen (Art. 125 BGS).
Ein Konto setzt Wohnsitz im Vertragsgebiet voraus
Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft.
Zum Vertragsgebiet gehören die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie der Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande bedient die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; sie nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Die Aufteilung ist für einen Wettenden eine harte Grenze. Wer in Zürich wohnt, bekommt kein Online-Konto bei Jouez Sport. Wer in Genf wohnt, keines bei Sporttip. Der Wohnsitz entscheidet, welches Reglement anwendbar ist — und damit, welche der beiden Abrechnungsordnungen oben für eine Wette gilt.
Was überhaupt gewettet werden darf
Gewettet werden dürfen nur Sportereignisse. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt. Das erlaubte Angebot ist eine geschlossene Liste: die Liste der Gespa mit den bewilligten Sportarten, Wettkämpfen und Wettarten (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden erscheinen nur, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangierung den Einzug in einen internationalen Wettkampf oder das Podest entscheidet, und Wettläufe im Training nie. Corner- und Kartenmärkte zeigt die Liste nicht, eine Esport-Sektion ebenso wenig. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt (Art. 25 Abs. 2 BGS).
Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung hat. Das BGS kennt keine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Der Cash-Out dagegen ist nicht geregelt: Er ist bei jedem Anbieter dessen eigene Funktion, mit eigenen Bedingungen. Über virtuelle Sportarten ist nichts festgestellt; über Esport lässt sich nur sagen, dass er in der Gespa-Liste nicht vorkommt.
Wer gegen das Gesetz verstösst — und wer nicht
Eine ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Das Veranstalten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren (Art. 130 BGS). Der Spielende selbst wird nicht bestraft. Aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es besteht weder Schutz noch Fairplay-Kontrolle.
Die Blockierung läuft über die Sperrliste: Die Gespa veröffentlicht ausländische Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren (Art. 86–93 BGS). Die erste Liste stammt vom 3. September 2019, Ende 2025 umfasste sie 671 Domains, und blockierte Adressen werden innert Stunden ersetzt — die Gespa nennt dafür Interwetten und Bet-at-Home und führt bet365 als auf der Liste geführt. Für einen Wettenden heisst das: Ein Anbieter, der heute erreichbar ist, muss es nächste Woche nicht sein.
Ehrlich bleibt: Ausland bedeutet keine Schweizer Bewilligung, kein Schweizer Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsweg und je nach Kanton steuerbare Gewinne. Bewilligung bedeutet vollen Schweizer Schutz — aber nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzvoraussetzung und eine Identitätsprüfung. Keines von beidem ist für sich die sichere Wahl.
Was der Staat nicht vorschreibt und der Veranstalter schon
Wer in der Schweiz Wetten abschliesst, tut das ab 18 Jahren; Minderjährige sind online nicht zugelassen (Art. 72 BGS). Ein Konto pro Person mit geprüfter Identität (Art. 47–52 VGS). Die Limiten setzt der Spielende selbst, nicht der Staat: Der Veranstalter muss einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen (Art. 87 VGS). Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung gesetzlich nach 24 Stunden — Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Eine gesetzlich festgelegte Einzahlungsobergrenze kennt die Schweiz nicht.
Wer einen Gewinn nicht geltend macht, verliert ihn: Sporttip-Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung beansprucht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos. Eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben.
Spielerschutz: Warum das Verfolgen laufender Resultate zum Nachsetzen verleitet
Ein laufendes Resultat ist eine schlechte Umgebung für eine Entscheidung. Es ändert sich, während man hinsieht, und jede Änderung erzeugt einen Impuls: die 1:0-Führung, die kippt, die Mannschaft, die drückt und kein Tor macht, der Favorit, der in Rückstand gerät und für 30 Minuten zur «Gelegenheit» wird. Der Markt hat auf jede dieser Sekunden eine Quote, und er hat sie schneller als der Wettende eine Meinung.
Das ist kein Charakterproblem, sondern eine Eigenschaft des Formats. Wer ein Resultat verfolgt, verfolgt eine Serie von Ereignissen, von denen jedes einzeln nach einer Reaktion aussieht. Genau hier setzen die Instrumente an, die der Veranstalter bereitstellen muss.
Verlustlimiten: der Wert, den man vorher festlegt
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite beträgt CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Die 72 Stunden sind die eigentliche Funktion, nicht ein Ärgernis. Wer in der Halbzeitpause beschliesst, seine Limite zu erhöhen, findet in der nächsten Halbzeit dieselbe Limite vor. Die Sperre liegt zwischen Entscheidung und Wirkung — an genau der Stelle, an der das Verfolgen eines Resultats den schlechtesten Einfluss hat.
Die Abstufung auf drei Zeitfenster ist ein zweites Detail mit Folgen. Eine Tageslimite, die erreicht ist, blockiert nicht den Monat. Sie blockiert den Tag. Ein Wettender, der sein Budget in einer Sitzung aufbraucht, hat bei Sporttip morgen wieder Zugang — die Limite schützt also nicht davor, eine Gewohnheit zu wiederholen, sondern nur davor, sie an einem Abend zu übertreiben. Wer mehr will, braucht die Pause, nicht die Zahl.
Spielsperre und Sperrregister
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.
Das ist die wirksamste Massnahme im ganzen Instrumentenkasten, und sie ist die einzige, die den Wettenden nicht selbst diszipliniert, sondern aus dem System nimmt. Ein weiteres Konto löst das Problem nicht, weil jede Person sich nur einmal registrieren darf. Eine freiwillige Sperre kann nur nach drei Monaten aufgehoben werden, und ein Fachgremium ist daran beteiligt (Art. 81 BGS). Ausgeschlossene und minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS).
Wer eine Pause von bis zu sechs Monaten braucht, muss sie angeboten bekommen (Art. 89 VGS).
Wo der Verkaufsschalter nicht schützt
Die Gespa hat 2025 Testkäufe durchgeführt: An Verkaufsstellen wurde in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Diese Zahl gehört auf die Seite, weil sie einer verbreiteten Annahme widerspricht. Der Schutz am Schalter ist nicht streng. Das Online-Konto ist es eher, weil dort eine Ausweiskontrolle und ein Register vor der Annahme stehen.
Was folgt daraus praktisch? Wer Angehörige oder Freunde hat, die an Verkaufsstellen Wetten abschliessen, sollte die Zahl kennen. Und wer selbst online wettet, sollte wissen, dass die Limiten und Register, die ihn schützen, nur bei den beiden bewilligten Veranstaltern existieren. Bei einem Anbieter ohne Bewilligung gibt es weder das Register noch die Limite — nicht weil er sie verweigert, sondern weil es keine Stelle gibt, die sie für ihn durchsetzt.
Livewetten und Cash-Out: was gilt, wenn das Resultat schon eingetreten ist
Eine Livewette ist eine Wette, deren Quote sich mit dem Spielstand bewegt. Der Unterschied zur Prematch-Wette liegt nicht nur im Preis, sondern in dem, was ein Resultat bedeutet. Vor dem Spiel ist ein Tor ein Ereignis in der Zukunft. Während des Spiels ist es eines, das gerade passiert ist — und das wirft die Frage auf, was mit einer Wette geschieht, die zu spät angenommen wurde.
Bei Sporttip gilt: Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten.
Die 1.00 ist der zweitbeste Ausgang einer Wette. Sie bedeutet den Einsatz zurück, ohne Gewinn. Der Wettende verliert nichts, was er riskiert hat, und gewinnt nichts, was er hätte gewinnen können. Wer in der Sekunde nach dem Tor auf «Tor» setzt und die 1.00 kassiert, hat technisch keine Wette abgeschlossen, sondern eine Einzahlung vorgenommen. Das ist fair und sollte bekannt sein.
Bemerkenswert ist, dass die Wette unabhängig davon gilt, ob das Ereignis live übertragen wird. Ob ein Stream läuft, ändert die Annahme nicht. Wer eine Partie über einen Ticker einer anderen Quelle verfolgt und schneller als das System reagiert, kann keine 1.00 erzwingen — die Bewertung liegt beim Veranstalter, nicht beim Informationsfluss des Wettenden. Der Dialog zwischen Markt und Ergebnis ist hier nicht immer sichtbar, und in den genannten Situationen wird er aktiv vom Veranstalter geschlossen.
Cash-Out: was es leistet und was es kostet
Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.
Zwei Einschränkungen verdienen einen eigenen Satz. Die erste ist der Preis: Der Cash-Out-Betrag bei Sporttip ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten.
Die zweite betrifft Boni: Bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wer also eine Quoten- oder Profitboost-Wette vorzeitig verkauft, verliert die Erhöhung als Ganzes — nicht anteilig, sondern vollständig. Das ist der Punkt, an dem Cash-Out teurer ist, als der angezeigte Betrag vermuten lässt.
Der Cash-Out ist damit kein Ausstiegswerkzeug, sondern ein Angebot des Veranstalters. Er ist nicht reguliert, folgt keinen gesetzlichen Mindestanforderungen und muss nicht existieren. Wer ihn nutzt, nutzt eine Funktion, deren Preis der Anbieter setzt.
Was ein Resultat im Cash-Out wert ist
Der Cash-Out-Betrag folgt aus dem Spielstand und der Restwahrscheinlichkeit, nicht aus dem, was auf dem Wettschein steht. Das erklärt, warum er unmittelbar nach einem Tor in die falsche Richtung einbricht und nach einem torlosen Verlauf in die richtige Richtung steigt. Die im Wettschein ausgewiesene Quote ist der Maximalfall ohne vorzeitigen Verkauf; der Cash-Out liegt darunter, und zwar systematisch. Diese Differenz ist der Preis der Sicherheit — und der einzige Teil des ganzen Vorgangs, der auf dem Schirm sichtbar wird.
Ergebnisse, Vorhersagen und das, was die Zahlen nicht hergeben
Der Wunsch, aus Ergebnissen eine Einschätzung zu bauen, ist legitim. Die Frage ist, welche Einschätzung ein Resultat stützen kann. Ein Spielergebnis ist ein einzelner Datenpunkt aus einem Prozess mit sehr viel Zufall. Eine Bilanz aus zehn Spielen ist eine Sammlung von zehn Datenpunkten aus demselben Prozess. Mehr Daten helfen, aber sie helfen gegen die Varianz, nicht gegen die Quoten.
Form und Heimstärke: was daran messbar ist
Form, so wie sie in der Berichterstattung erscheint, ist meistens das Resultat der letzten Spiele. Das ist die sichtbarste Grösse und die am schnellsten eingepreiste. Die Quote eines Schweizer Wettbewerbs auf einen Bundesligisten nach vier Siegen ist bereits angepasst, wenn der Wettende die Serie bemerkt. Die Serie ist dann kein Vorteil mehr, sondern Konsens — und wer auf sie setzt, zahlt die angepasste Quote.
Schwache Bilanzen sind der umgekehrte Fall: Eine Krise wird überschätzt, wenn der Markt auf die Serie reagiert statt auf eine sachliche Bewertung, und dann liegt der Wert möglicherweise auf der Gegenseite. Das ist keine Anweisung, sondern der Mechanismus. Er funktioniert nur, wenn der Wettende mehr weiss als der Markt oder einen Irrtum besser erkennt. Aus dem Resultat allein folgt dieser Vorteil nicht, weil das Resultat in der Quote steckt.
Heim- und Auswärtsbilanz ist eine Stichprobengrösse. Über eine Saison mit 15 Heimspielen verschiebt ein einziges Ergebnis mit zwei Treffern in der Nachspielzeit eine Bilanz um mehr als sechs Prozentpunkte. Diese Grössenordnung sollte jeder parat haben, der eine «Heimstärke» als Argument liest.
Kein Resultat ist ein Beleg für das nächste
Der entscheidende Punkt ist nicht, dass Vorhersagen unmöglich sind, sondern dass ein vergangenes Ergebnis nichts über das kommende festlegt. Wer aus einem 4:0 auf ein ähnliches Resultat im nächsten Spiel schliesst, behandelt ein Zufallsereignis als Muster. Der Markt zahlt für diese Art von Schluss nicht, weil er ihn selbst zieht.
Wer die verfügbaren Zahlen trotzdem nutzen will, sollte darauf achten, wofür sie tatsächlich Aussagekraft besitzen: für die Häufigkeit bestimmter Ereignisse über viele Spiele hinweg, nicht für ein einzelnes Spiel. Eine Liga mit hohem Torschnitt liefert über eine Saison viele Over-Ergebnisse. Sie liefert keine Garantie für das nächste Spiel. Der Unterschied zwischen Serie und Erwartungswert ist der ganze Inhalt dieses Satzes.
Wettarten und Quoten: welcher Markt nach welchem Resultat abgerechnet wird
Ein Wettschein ist eine Voraussage, die einer Abrechnungsregel unterliegt. Der Markt bestimmt, welches Resultat zählt. Bei den beiden Schweizer Veranstaltern sind drei Grundtypen zu unterscheiden: Einzelwette, Kombiwette und Systemwette, und über allen liegt die Frage, was die reguläre Spielzeit einschliesst — die oben bereits beantwortet ist und die für jeden Markt gilt.
Sieg, Torzahl, Doppelte Chance
Der Siegmarkt wird auf das Ergebnis am Ende der regulären Spielzeit abgerechnet. Remis ist ein eigenständiges Resultat, keine Sonderregel. Der Torzahlmarkt summiert die Treffer beider Mannschaften innerhalb derselben Spielzeit; auch hier zählt die Verlängerung nicht, wenn sie nicht ausgewiesen ist. Die Doppelte Chance kombiniert zwei der drei Ausgänge und wird nach demselben Prinzip abgerechnet.
Für alle drei gilt derselbe Ablauf: Nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung beginnt die Frist, in der ein Anspruch geltend gemacht wird. Bei den Einzelheiten — wie die reguläre Spielzeit in der jeweiligen Sportart definiert ist, ob die Nachspielzeit enthalten ist, welche Ausnahmen das Programm vorsieht — hilft bei Sporttip der Blick in das Wettprogramm zur Partie, bei Jouez Sport das Reglement.
Kombinationen und die Grenze des Erlaubten
Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.
Das ist ein Detail mit einer klaren Folge für den Wettenden: Eine Kombination aus zwei abhängigen Märkten ist nicht einfach eine höhere Quote, sondern eine Position, die falsch zusammengesetzt sein kann — und die Korrektur trifft die gesamte Wette, nicht nur den betroffenen Teil.
Was Kombinationen zusätzlich wertvoller macht, ist der Sporttip-Kombiboost. Er gilt nur online für Prematch-, Live- und Systemwetten und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.
Die Staffelung ist steiler, als sie aussieht, und sie lohnt sich nur unter einer Bedingung: dass alle Voraussagen die Mindestquote von 1.50 erreichen. Ein einziger Treffer mit 1.45 reduziert die Kombination auf null Bonus, unabhängig von der Zahl der Voraussagen. Und der Boost steigert den Nettogewinn, nicht den Einsatz — wer ihn als Rabatt auf das Risiko liest, liest ihn falsch.
Daneben stehen Quotenboosts, die nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage gelten, und Profitboosts, die den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz erhöhen. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Der Auszahlungsschlüssel: was eine Quote nicht zeigt
Eine Quote ist ein Preis für eine Voraussage. Was sie nicht zeigt, ist der Anteil, den der Markt für sich behält. Bei einem Zwei-Weg-Markt mit zwei Quoten von je 1.90 lässt sich dieser Anteil berechnen. Die Auszahlungsquote über alle Ausgänge eines Marktes ist 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte der Quoten: bei zwei Quoten von 1.90 also 1 geteilt durch 1,0526. Das ergibt eine Auszahlungsquote von rund 95 %. Die Marge ist die Differenz zu 100 % und bewegt sich je nach Markt und Wettbewerb typischerweise zwischen 3 % und 8 %.
Diese Zahl ist eine Bandbreite, keine feste Grösse. Sie gilt für ein Zwei-Weg-Beispiel mit gleichen Quoten von 1.90 und verschiebt sich mit jedem Quotenverhältnis: Je ungleicher die beiden Quoten stehen, desto stärker hängt die Marge von der Favoritenseite ab, und desto grösser wird die Bandbreite. Bei den Veranstaltern variiert sie ausserdem von Markt zu Markt und von Sportart zu Sportart. Wer auf dieser Seite keine Margen für bestimmte Märkte findet, findet sie nicht, weil sie in dieser Grösse nicht feststellbar sind — nicht, weil sie nicht existieren. Der Wettende kann den Schlüssel für jeden konkreten Markt aus den angezeigten Quoten selbst ausrechnen, und genau das ist der einzige verlässliche Weg.
Was daraus folgt: Bei einem Markt mit einer Marge um 5 % und einem stetigen Fluss von Wetten behält der Veranstalter im Durchschnitt diesen Anteil jedes Einsatzes. Bei einem Einsatz von CHF 100 über ein Dutzend Wetten liegt der erwartete Verlust in der Grösse des üblichen Preises für ein Freizeitvergnügen. Das ist keine Warnung, sondern eine Rechnung. Wer sie kennt, entscheidet anders als wer sie nicht kennt.
Die bewilligten Veranstalter: Swisslos Sporttip und Loterie Romande Jouez Sport
Beide tragen dieselbe Art von Bewilligung: eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem BGS (SR 935.51), unter Aufsicht der Gespa. Zwischen ihnen zu wählen ist keine Frage der Legitimität, sondern eine Frage des Wohnsitzes. Wer im Vertragsgebiet des einen wohnt, kann beim anderen kein Online-Konto eröffnen. Diese Einschränkung ist der Kern der Schweizer Marktordnung und keine Formalie.
Ein Unterschied ist trotzdem erwähnenswert: Die Loterie Romande zählt in der Westschweiz 2’350 Verkaufsstellen und 221 Mitarbeitende. Swisslos betreibt Sporttip dagegen in 19 Kantonen plus Tessin und Liechtenstein. Zwei Grössenordnungen, zwei Vertriebsmodelle — der eine Veranstalter ist in seinem Gebiet flächendeckend präsent, der andere setzt auf ein dichtes Netz von Annahmestellen.
Swisslos Sporttip: das umfangreichste Regelwerk statt der höchsten Quote
Sporttip wird von der SWISSLOS Interkantonalen Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel veranstaltet, gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Das Produkt heisst Sporttip, und der bewilligte Zugang ist an das Vertragsgebiet gebunden: die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.
Das Regelwerk ist dicht, und für einen Wettenden, der Ergebnisse verstehen will, ist das ein Vorteil — es gibt klare Antworten dort, wo andere Anbieter im Kleingedruckten improvisieren. Ein paar Zahlen für den Rahmen: der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.
Diese CHF 1’000 sind der engste Punkt im ganzen Angebot, und er hat eine Folge, die man kennen sollte. Bei einer Einzelwette mit CHF 1’000 und einer Quote von 2.00 steht ein möglicher Gewinn von CHF 2’000 im Raum; bei einer Kombination mit zehn Voraussagen auf einer Gesamtquote von 100.00 liegt derselbe Einsatz an derselben Grenze. Das Verlustrisiko je Wettschein ist damit hart gedeckelt — zu einem Preis, den der Markt nicht in die Quote einrechnet.
Der Gewinnbetrag folgt aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten, aufgerundet auf zwei Nachkommastellen und dann auf 5 Rappen abgerundet. Bei einer abgesagten Veranstaltung, die nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt wird, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00.
Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder wenn sie Gegenstand der Wette sind. Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten.
Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Der ausgezahlte Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann jederzeit geändert werden. Eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Kombiboost, Quotenboosts und Profitboosts sind online verfügbar, aber limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Auf der Ein- und Auszahlungsseite fällt auf, wie genau geregelt ist, wohin Geld fliessen darf. Der Mindestbetrag für den Kauf von Spielguthaben beträgt CHF 20; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. PostFinance Pay steht als Zahlungsart für das Aufladen des Spielkontos zur Verfügung, die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt. Ausgezahlt wird zweimal innerhalb von 365 Tagen gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % anfallen, die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; darüber wird bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Konto überwiesen.
Das ist die dichteste Abrechnungsordnung im Feld, und sie passt zu einem Veranstalter, dessen Reiz nicht die maximale Quote ist, sondern die Vorhersehbarkeit. Die 3-%-Kommission ist dabei der einzige Punkt, an dem ein regelmässiger Nutzer echtes Geld verliert, ohne dass eine Wette beteiligt ist: Wer innerhalb eines Jahres zum dritten Mal auszahlt, zahlt für die Auszahlung selbst. Ein Wettender, der seine Gewinne liegen lässt und selten auszahlt, merkt davon nichts.
Loterie Romande Jouez Sport: höhere Grenzen, klarere Obergrenzen
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Bei Juoez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2, an Verkaufsstellen CHF 3 und für Multiples CHF 2; der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten.
Die Grenzen sind also andere, und sie sind in eine andere Richtung gezogen als bei Sporttip: Der Höchsteinsatz je Wette ist hier halb so hoch, dafür kennt das Reglement eine Obergrenze je Wettschein, was den gesamten Wettschein und nicht die einzelne Wette deckelt. Wer viele Kombinationen auf einem Schein spielt, merkt diesen Unterschied schneller als wer eine einzelne Wette platziert.
Nach oben gibt es eine klare Grenze: Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.
Die Untergrenze von 1.10 hat eine praktische Folge, die weniger offensichtlich ist als die Obergrenze: Sie schliesst die extremen Favoritenwetten aus. Eine Quote von 1.01 oder 1.05 auf ein fast sicheres Ereignis ist bei Jouez Sport nicht möglich. Wer grosse Beträge mit minimalem Risiko setzen will, findet hier keinen Weg — und das ist eine bewusste Einschränkung, keine Lücke.
Die drei Grössenordnungen sind im Vergleich aufschlussreich: CHF 500 Höchsteinsatz je Wette, CHF 7’500 je Schein mit Multiples, CHF 300’000 Höchstgewinn. Zwischen Einsatz und Gewinn liegt ein Faktor von 600. Der Wettschein kann also nicht durch einen einzigen Treffer ins Unbegrenzte laufen.
BetPanda, Rainbet und Rabona: Marken, die im Schweizer Markt nichts dürfen
Die folgenden drei Anbieter stehen hier, weil ein Schweizer Wettender auf sie stösst. Eine Bewilligung haben sie nicht. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten veranstalten, und eine ausländische Lizenz entfaltet nach Artikel 4 BGS keine Wirkung. Eine Lizenzierung dieser Anbieter ist nicht festgestellt; sie wären in der Schweiz ohnehin ohne jede Geltung. Sie sind nicht an das Schweizer Sperrregister angebunden, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, und ihre Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und per DNS blockiert werden.
BetPanda, Rainbet und Rabona unterscheiden sich in diesem Punkt nicht voneinander, und das ist der Befund. Was sich unterscheidet, ist der Preis: Ausländische Anbieter treten regelmässig mit höheren Quoten und breiteren Märkten an, und wer dort spielt, kauft genau das — gegen den Verlust der Instrumente, die im Schweizer Markt verpflichtend sind. Limiten, Register und ein Rechtsweg sind keine Zusatzleistungen, sondern regulatorische Pflichten der bewilligten Veranstalter. Bei einem Anbieter ohne Bewilligung existieren sie nicht.
Wer bewusst ausserhalb des Schweizer Systems spielt, sollte wissen, was er aufgibt: Die Sperrliste bedeutet, dass der Zugang jederzeit verschwinden kann. Der Rechtsweg bedeutet, dass ein Streit um ein Ergebnis keinen Schweizer Adressaten hat. Das Sperrregister bedeutet, dass eine selbst gesetzte Pause nicht existiert. Und die Steuerpraxis wäre je nach Kanton eine andere Frage, weil die Verrechnungssteuer bei ausländischen Anbietern nicht greift.
Wettigo, Jackbit und BDMBet: drei Namen mit demselben Eintrag
Bei Wettigo, Jackbit und BDMBet ist die Lage identisch: keine Schweizer Bewilligung, eine nicht festgestellte Lizenzierung ohne Geltung in der Schweiz, keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Möglichkeit einer Sperrung über die Sperrliste.
Was diese drei von den vorigen unterscheidet, ist nichts Rechtliches, sondern die Beobachtung, dass es sich um einen Markt mit einer langen Liste austauschbarer Namen handelt. Wer auf solche Anbieter stösst, findet häufig dieselben Versprechen: hohe Quoten, schnelle Auszahlung, breite Live-Programme. Keine dieser Angaben lässt sich gegen Schweizer Kriterien prüfen, weil die Schweizer Kriterien für sie nicht gelten und es keine Schweizer Stelle gibt, die ihre Angaben bewertet.
Für einen Wettenden heisst das: Die Auswahl unter diesen Anbietern ist keine Auswahl zwischen geprüften Alternativen. Es bleibt ein Vergleich von Versprechen gegeneinander. Wer Wert auf ein prüfbares Regelwerk legt, ist bei den beiden bewilligten Veranstaltern besser bedient, und zwar nicht, weil deren Quoten besser wären, sondern weil es dort ein Regelwerk gibt, das man nachlesen kann.
Pribet und Cloudbet: wo die Grenze der Bewertung liegt
Pribet und Cloudbet tragen ebenfalls keine Schweizer Bewilligung. Die Bewertung stützt sich auf dieselben Kriterien: kein Schweizer Permit, keine festgestellte Lizenzierung mit Geltung in der Schweiz, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Rechtsweg, jederzeitige Sperrmöglichkeit über die Sperrliste.
Bei diesen beiden Marken fällt der Vergleich mit den bewilligten Veranstaltern besonders deutlich aus, weil der Abstand in jeder Kategorie gross ist: Der eine Anbieter hat ein vollständig nachlesbares Reglement mit Fristen, Rundungsregeln, Limiten und einem Rechtsweg. Der andere hat keine dieser Eigenschaften. Zwischen ihnen liegt kein gradueller Unterschied, sondern ein Unterschied der Art.
Wer nach einem Sportwettenanbieter sucht, sollte deshalb die erste Frage nicht nach der Quote stellen. Die erste Frage lautet, wer die Wette veranstaltet und welches Recht auf sie anwendbar ist. Diese Antwort ist bei den beiden bewilligten Anbietern kurz und prüfbar. Bei allen anderen lautet sie: Niemand in der Schweiz.
Wie sich Ergebnisse steuerlich auswirken
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen — die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der eidgenössische Schwellenwert liegt ab dem 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (im Jahr 2025 bei CHF 1’070’400). Der kantonale Schwellenwert weicht davon ab, deshalb gilt: je nach Kanton. Oberhalb des Schwellenwerts behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird.
Die praktische Folge ist einfach: Ein typischer Wettender gewinnt weit unterhalb dieser Grenze, und auf seinen Gewinn fallen weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer an. Bei einem Höchsteinsatz von CHF 500 je Wette, wie ihn Jouez Sport kennt, müsste eine Einzelwette eine Quote von über 2000.00 tragen, um überhaupt in die Nähe des Schwellenwerts zu kommen. Eine solche Quote gibt es in einem Programm nicht.
Anders liegt der Fall bei ausländischen Anbietern: Ihre Gewinne unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis kann sie anders behandeln — die Praxis des Kantons Thurgau etwa erfasst Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als volles Einkommen. Eine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze existiert nicht.
Das ist allgemeine Information und keine Steuerberatung. Wer eine konkrete Situation beurteilen will, muss einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung fragen.
Häufig gestellte Fragen
Wie wird eine Sportwette nach dem Ergebnis abgerechnet?
Zwischen Resultat und Gutschrift steht die Wettauswertung des Veranstalters. Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen mal der Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten — und wird auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, danach auf 5 Rappen abgerundet. Ganzzahlige Beträge sind daher nicht garantiert, und zwei Rappen bleiben in der Regel beim Veranstalter.
Was gilt als reguläre Spielzeit, und zählen Verlängerung und Penaltyschiessen?
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder wenn sie selbst Gegenstand der Wette sind. Im Fussball endet die Abrechnung also mit dem Schlusspfiff nach der Nachspielzeit, nicht mit dem Ende des Abends.
Was passiert mit der Wette, wenn ein Spiel abgesagt oder verschoben wird?
Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Die Kombination bleibt also bestehen und wird mit den übrigen Quoten abgerechnet.
Wie wird der Gewinn aus Einsatz und Quote berechnet und gerundet?
Der Gewinnbetrag folgt aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote. Die Rundung erfolgt in zwei Schritten: Aufrunden auf zwei Nachkommastellen, dann Abrunden auf 5 Rappen. Aus einem rechnerischen Betrag von CHF 42.03 wird damit CHF 42.00, und dieser doppelte Rundungsschritt ist ausdrücklich so geregelt.
Welche Rolle spielen vergangene Ergebnisse für eine Einschätzung?
Vergangene Ergebnisse gehen in die Einschätzung ein, aber sie stecken bereits in der Quote. Eine Serie von vier Siegen ist im Preis verarbeitet, sobald der Markt sie sieht, und eine Heim- oder Auswärtsbilanz über eine halbe Saison ist eine Stichprobe von geringem Umfang. Form beschreibt, was geschehen ist, nicht was geschehen wird.
Was gilt bei Livewetten, die nach dem tatsächlichen Wettausgang platziert werden?
Bei Sporttip zählen Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Rote Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Der Einsatz kommt zurück, ein Gewinn entsteht nicht, und die Wette gilt unabhängig von einer Live-Übertragung.
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