UFC-Wetten in der Schweiz 2026: Was erlaubt ist, was es kostet und worauf es ankommt
Nur Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport dürfen hierzulande Sportwetten veranstalten. Wer auf einen Kampfabend der UFC setzen will, hat deshalb keine Auswahl unter zwanzig Buchmachern, sondern ein Angebot mit einer harten Kante: ein bewilligter Katalog, zwei Veranstalter, ein Wohnsitzkriterium. Alles andere, was eine Suchmaschine unter «UFC-Wetten» ausspuckt, ist etwas anderes, als es zu sein scheint – eine Wette ohne Schweizer Bewilligung, ohne Schweizer Schutz.

Stand: 29. Oktober 2026. Die Bewilligungsangaben wurden gegen die öffentlich einsehbare Veranstalter- und Bewilligungslage nach dem Geldspielgesetz und die Aufsicht durch die Gespa geprüft.
Die zehn Anbieter im Überblick: bewilligt, geduldet oder nur auffindbar
Der Kampfabend selbst ist ein Ereignis von wenigen Stunden; die Entscheidung, die ein Leser hier trifft, wirkt länger. Sie entscheidet, ob bei einem Streit über eine Wertung jemand zuständig ist oder niemand. Genau das trennt die beiden Gruppen in der folgenden Einordnung, und es ist der einzige Grund, weshalb sie in einer gemeinsamen Liste stehen.

| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalterin bzw. gemeldete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa | Société de la Loterie de la Suisse Romande |
| Bahigo | keine Schweizer Bewilligung | keine gemeldete Bewilligung, ohne Wirkung in der Schweiz |
| BetOnRed | keine Schweizer Bewilligung | keine gemeldete Bewilligung, ohne Wirkung in der Schweiz |
| Wettigo | keine Schweizer Bewilligung | keine gemeldete Bewilligung, ohne Wirkung in der Schweiz |
| Cloudbet | keine Schweizer Bewilligung | keine gemeldete Bewilligung, ohne Wirkung in der Schweiz |
| Pribet | keine Schweizer Bewilligung | keine gemeldete Bewilligung, ohne Wirkung in der Schweiz |
| MrXbet | keine Schweizer Bewilligung | keine gemeldete Bewilligung, ohne Wirkung in der Schweiz |
| MyStake | keine Schweizer Bewilligung | keine gemeldete Bewilligung, ohne Wirkung in der Schweiz |
| X3Bet | keine Schweizer Bewilligung | Tobique (Kanada), ohne Wirkung in der Schweiz |
Eine Veranstalterbewilligung nach dem Geldspielgesetz gilt nur in der Schweiz, und sie wird nur einmal je Produkt vergeben. Dass in der unteren Hälfte der Liste zehn Namen stehen, in der oberen nur zwei, ist deshalb keine Marktbeobachtung, sondern das Ergebnis einer Deckelung: Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Ein ausländisches Papier – gleich ob aus Curaçao, Malta oder Deutschland – entfaltet hier keine Wirkung. Das ist keine Wertung, sondern der Inhalt eines Gesetzesartikels, und es erklärt, warum sich ein Anbieter auf seiner Seite trotzdem «lizenziert» nennen darf. Auf seiner eigenen Rechtsgrundlage mag er es sein. Für einen Spielenden in Genf oder Chur bedeutet es nichts.
Ein Hinweis zur Liste selbst: Ein Eintrag hier ist keine Empfehlung, und ein fehlender Eintrag kein Urteil über das ganze Angebot. Die Gespa führt keine Liste bewilligter Buchmacher jenseits der beiden Veranstalter, weil es keine gibt. Sie führt nur die Sperrliste der ausländischen Domains, deren Zugang Schweizer Telekom-Anbieter über DNS unterbinden.
Was die UFC überhaupt ist – und warum die Regeln die Wettmärkte bestimmen
Ein Kampf ist kein Spiel mit einer Uhr, die von allein weiterläuft. Das ist der Grund, weshalb es bei Kampfsport mehr Märkte gibt als «Sieger» und «Nicht-Sieger» – und weshalb ein Teil davon in der Schweiz schlicht nicht angeboten werden darf.
Die Ultimate Fighting Championship veranstaltete ihren ersten Kampfabend am 12. November 1993 in Denver. Sitz ist Las Vegas in Nevada, Eigentümerin die TKO Group Holdings, Präsident Dana White. Aus einem Turnier mit kaum Regeln ist in dreissig Jahren ein Sport mit neun Gewichtsklassen geworden: Strohgewicht, Fliegengewicht, Bantamgewicht, Federgewicht, Leichtgewicht, Weltergewicht, Mittelgewicht, Halbschwergewicht und Schwergewicht. Die Spanne ist gross. Das Schwergewicht reicht von 205 lb bis 265 lb, umgerechnet 93 bis 120 kg, das Strohgewicht endet bei 115 lb oder 52,15 kg. Wer diese Zahlen überfliegt, hat schon den ersten Grund, weshalb zwei Kämpfer derselben Veranstaltung völlig unterschiedliche Märkte tragen.
Die Taktung ist eng. Eine Runde dauert 5 Minuten, zwischen den Runden liegen 1 Minute Pause. Ein regulärer Kampf geht über 3 Runden, ein Titelkampf über 5. Aus diesen beiden Sätzen folgt fast das ganze Livegeschäft: Ein Kampf kann in der ersten Minute enden oder nach 25 Minuten in die Hände von drei Kampfrichtern wandern, und beides ist derselbe Kampf.
Wie er endet, ist ebenfalls geregelt und alles andere als eindeutig. Ein Kampf endet durch Aufgabe, Knockout, technischen Knockout, Kampfrichterentscheidung, Disqualifikation oder Nichtantreten des Gegners; ein Unentschieden ist möglich. Genau diese Liste ist der Bauplan der Märkte. Siegesart, Rundenzahl, Punktentscheidung – jeder dieser Märkte ist ein Ausschnitt aus einem dieser Enden.
Punktzettel, Unentschieden und der teure Unterschied
Bei einer Kampfrichterentscheidung vergeben drei Kampfrichter pro Runde 10 Punkte an den Rundengewinner und 9 oder weniger an den Verlierer; eine Runde ohne Sieger kann mit 10:10 bewertet werden. Nach den Unified Rules of Mixed Martial Arts fällt eine Punktentscheidung einstimmig, mehrheitlich oder geteilt aus – und ein Unentschieden kann ebenfalls einstimmig, mehrheitlich oder geteilt sein. Vier Wörter, die auf dem Zettel fast gleich aussehen und auf dem Wettschein verschiedene Dinge bedeuten.
Dazu kommen die Fälle, in denen der Kampf gar nicht zählt. Nach den Unified Rules wird ein Kampf als «No Contest» gewertet, wenn ein unabsichtliches Foul einen Kämpfer kampfunfähig macht; bei einem absichtlichen Foul folgt die Disqualifikation. Kann ein Kämpfer wegen eines Fouls später im Kampf nicht weiterkämpfen, gewinnt er per technischer Entscheidung, wenn er nach Punkten vorn liegt; andernfalls endet der Kampf als technisches Unentschieden. Für einen Wettenden heisst das: Der Ausgang hängt in diesen Fällen an der Absicht hinter einem Regelverstoss und am Punktestand zu einem Zeitpunkt, den niemand vorher kennt.
Wer auf einen Kampfabend setzt, sollte darum eine Frage vor jeder anderen klären: Wie lautet die Wette im Fall eines «No Contest»? Die Antwort steht in den Teilnahmebedingungen des Veranstalters und nicht in irgendeiner Faustregel. Sie entscheidet über den Einsatz, nicht über die Höhe eines Gewinns.
Die Rechtslage: eine Bewilligung, zwei Gebiete, keine dritte Adresse
Die Rechtslage in der Schweiz ist kurz genug, um sie in einem Satz zu sagen, und sie wird selten so gesagt: Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, und veranstalten darf sie, wer dafür eine Bewilligung hat – und das sind zwei.

Das Geldspielgesetz ist seit dem 1. Januar 2019 in Kraft. Online-Sportwetten fallen unter die Grossspiele, beaufsichtigt werden sie von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern, deren Konkordat seit dem 1. Januar 2021 in Kraft ist. Wer jetzt an die ESBK denkt, liegt falsch: Diese Aufsicht kümmert sich um Casinos und nur um Casinos. Eine Bewilligung braucht es zweimal, als Veranstalterbewilligung und zusätzlich pro Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport.
Swisslos betreibt Sporttip im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein; zusammen ist das das Swisslos-Vertragsgebiet. Die Genossenschaft hat ihren Sitz in Basel und stützt sich auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019.
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Das ist die entscheidende Folge für jeden Leser, der die Seite wegen eines Kampfabends in Las Vegas öffnet: Ob man Sporttip überhaupt nutzen kann, hängt nicht am Geschmack, sondern am Wohnkanton. Ein Konto setzt Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz voraus und in der Praxis im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Wer in Zürich wohnt, wird bei Jouez Sport nicht teilnehmen können; wer in Neuenburg wohnt, nicht bei Sporttip. Ein Umzug verändert also nicht nur die Adresse im Ausweis, sondern das Wettangebot.
Der Katalog ist geschlossen – und er ist nicht der Katalog der UFC
Was gewettet werden darf, ist keine Frage des Anbieter-Geschmacks. Die Gespa führt eine Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten, und nur was darauf steht, ist erlaubt. Nur Sportereignisse sind zulässig – Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind es nicht. Qualifikationsrunden stehen nur auf der Liste, wenn sie dort aufgeführt sind; Frauenwettkämpfe ebenfalls nur, wenn sie aufgeführt sind. Ranglistenwetten sind möglich, wenn die Rangierung über den Einzug in einen internationalen Wettkampf oder aufs Podest entscheidet. Auf Trainingsläufe darf nie gewettet werden.
Zwei Beobachtungen an dieser Liste sind für Kampfsport-Fans unangenehm und trotzdem nützlich. Sie zeigt keine Corner- und keine Kartenmärkte, also nichts, was an den Ecken oder an Punktrichtern hängt. Und sie kennt keine Esport-Sektion: E-Sport kommt in der Gespa-Liste nicht vor. Wer sich also fragt, ob sich die Fragerunde «wie viele Ecken» oder ein virtueller Kampf über die bewilligte Schiene abbilden lässt – die Antwort steckt in der Liste, nicht in einer Produktseite. Einzelne Live-Märkte sind gesetzlich nicht eingeschränkt: Livewetten sind erlaubt, vor dem Kampf und während des Kampfes, soweit der Veranstalter über eine entsprechende Zulassung verfügt.
Ein Detail, das in der Praxis häufiger greift, als man denkt: Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Bei Kampfsport ist das keine Nebensache, sondern die Hauptsache: Verlängert wird hier nicht, aber es gibt eine Zeitdimension, an der eine Wette hängen kann.
Offshore: die Bewilligung, die hier nichts bedeutet
Ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung ist in der Schweiz nicht im gleichen Sinn «verboten», wie es in einem Satz oft heisst. Die Veranstaltung von Sportwetten ohne Bewilligung ist eine Straftat – bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Der Spielende wird nach Auskunft des Bundesamts für Justiz nicht bestraft. Das klingt beruhigend und ist es nur halb.
Was folgt, ist unangenehmer als eine Strafe. Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Das Spielerkonto hängt an keinem Schweizer Sperrregister, es gibt keine Schweizer Aufsicht über die Auszahlung, und bei einem Streit über eine Kampfrichterentscheidung steht man einem Unternehmen gegenüber, das keiner hiesigen Stelle Rechenschaft schuldet. Die Gespa führt eine Sperrliste der ausländischen Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter über DNS blockieren; die erste Liste stammte vom 3. September 2019, Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockiert wird, was gerade erreichbar ist: Die Gespa beschreibt, dass gesperrte Domains innert Stunden ersetzt werden – das sogenannte Domain-Hopping.
Das ist der ehrliche Schluss aus alldem: Die bewilligte Schiene ist nicht automatisch die günstigere und nicht automatisch die mit dem breiteren Markt. Sie ist diejenige mit einem geschlossenen Katalog, einer Wohnsitzbedingung, einer Identitätsprüfung und einer Instanz, an die man sich wenden kann. Die Offshore-Schiene hat den offeneren Markt und keinen Schweizer Ansprechpartner.
Spielerschutz: was folgt, wenn Limiten und Sperren greifen
Die Schweiz kennt keine staatliche Einzahlungsobergrenze. Das ist ein Satz, den viele nicht erwarten, und er erklärt, warum die Selbstbegrenzung hier keine freiwillige Geste ist, sondern die eigentliche Schutzmechanik. Der Veranstalter muss von Gesetzes wegen einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen. Die Zahl setzt der Spielende selbst.
Bei Sporttip läuft das konkret so: Vor der ersten Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Von Gesetzes wegen beträgt die Wartefrist für eine Erhöhung 24 Stunden; Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Wer die Limite erhöhen will, wartet also länger als das Gesetz vorschreibt.
Interessant ist, wie sich die 72 Stunden auf einen Kampfabend auswirken. Eine Limite nach einem verlorenen Abend hochzusetzen ist die naheliegendste Reaktion überhaupt, und genau in dieser Nacht passiert nichts. Die Wartezeit ist keine Schikane, sie ist die einzige Bremse, die zwischen einem Impuls und dem Konto liegt.
Spielsperre: die Sperre, die weiter reicht als das Konto
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt damit auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Das Sperrregister ist die schärfste Waffe im Schweizer System: Wer dort steht, wird von der Kontosperre zur Personensperre.
Nach dem Geldspielgesetz werden überschuldete oder spielsuchtgefährdete Personen sowie Selbstsperren in einem gemeinsamen Register erfasst. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten aufheben, und es ist eine Fachstelle beteiligt. Ein selbst gewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Ausgeschlossene und minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Der letzte Satz hat es in sich: Die Rückerstattung des Einsatzes ist kein Auffangnetz, das immer existiert.
Die Altersgrenze ist 18. Minderjährige sind online nicht zugelassen, und wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Dass die Kontrolle aber nicht überall greift, zeigt ein Befund aus Testkäufen der Gespa aus dem Jahr 2025: An Verkaufsstellen wurde in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer die Schutzwirkung als streng beschreibt, sollte diesen Satz kennen.
Warum das bei Kämpfen besonders zählt: Ein Kampfabend ist schnell. Eine Livewette lässt sich in einer Rundenpause platzieren, eine Niederlage in fünf Minuten realisieren. Verlustlimiten sind auf Tage und Wochen gerechnet, nicht auf Runden, und genau deshalb müssen sie vorher stehen, nicht während.
Für jemanden, der das Gefühl kennt, hier zu viel zu investieren, gibt es Beratungsstellen in der Schweiz, an die man sich wenden kann, ohne ein Konto zu haben. Ein Unterbruch lässt sich ab drei Monaten aufheben, aber er lässt sich nicht rückdatieren.
Wie eine Einschätzung vor dem Kampfabend entsteht – und wo sie endet
Ein UFC-Abend liefert mehr Information pro Minute als fast jede andere Sportart, und das verleitet zu einem Denkfehler: Wer viel sieht, glaubt schnell viel zu wissen. Eine Einschätzung ist trotzdem kein Vorhersagewerkzeug, sondern eine Reihenfolge, in der man Fragen abarbeitet – und an deren Ende eine bewusste Entscheidung steht, nicht ein Ergebnis.
Der erste Baustein ist der Stil. Gewichtsklassen und Kämpferprofile bestimmen, wie ein Kampf tatsächlich abläuft, und damit, welcher Markt überhaupt einen Sinn hat. Ein Ringer gegen einen Konter-Schläger ist ein anderer Kampf als zwei, die beide vorwärts gehen. Wer den Stil nicht liest, liest nur den Namen, und Namen entscheiden keine Runden.
Der zweite Baustein ist die Form. Ein Kampfabend ist brutal und klein: Wenige Auftritte pro Jahr, dazwischen Verletzungen, Trainingslager, Gewichtsverlust. Ein Sieg vor acht Monaten trägt weniger Information als ein Kampf von letztem Monat. Wer Formkurven vergleicht, sollte auch die Gegnerqualität und den Ausgang vergleichen – ein später Punktesieg gegen einen härteren Gegner ist nicht dasselbe wie ein früher Abbruch gegen einen taktischen Aussenseiter.
Der dritte Baustein sind die Quoten selbst: Sie bündeln die Einschätzungen vieler und die Marge des Veranstalters. Wer eine Quote liest, liest keine Prophezeiung, sondern eine Zahl mit einem eingebauten Abschlag. Daraus folgt die nüchterne Seite des Tipps: Die eigene Einsicht muss grösser sein als dieser Abschlag, sonst ist man nicht schlauer, sondern nur früher dran; und beides, die eigene Einsicht und die Quote, kann falsch sein.
Die vierte Frage hat mit Kampfsport weniger zu tun als mit Buchhaltung: Passen Markt und Wette zu dem, was man erwartet? Eine Wette auf die Siegesart zahlt mehr als eine auf den Sieger, weil sie schwieriger zu treffen ist. Eine Wette auf die Rundenzahl trifft ein Ereignis, das mit der Rundenzeit, der Pause und der Wertung zusammenhängt. Wer diese Bedingung nicht in sein Kalkül zieht, hat einen Markt gewählt, dessen Preis er nicht gelesen hat.
Und die fünfte Frage ist die unbequemste: Was passiert, wenn der Kampf nicht so läuft? Ein Unentschieden ist möglich, eine technische Entscheidung ist möglich, ein «No Contest» ist möglich. Eine gute Einschätzung ist keine, die den unwahrscheinlichen Fall ignoriert, sondern eine, die ihn einmal durchgeht und dann entscheidet, ob man ihn tragen will.
Was einem Tipp dabei nicht abgenommen werden kann: kein Hinweis auf dieser oder einer anderen Seite weiss, wie ein Kampf ausgeht. Das ist keine Vorsicht, sondern eine Tatsache über die Zukunft. Ein Tipp hier ist ein Weg, Fragen zu ordnen, und wer ihn als Ergebnis liest, liest ihn falsch.
Wettmärkte und Quoten: was die Zahl bedeutet, die neben dem Namen steht
Eine Quote ist zuerst eine Rechnung. Sie sagt nicht, wer gewinnt, sondern wie viel ausgezahlt wird, falls. Bei einer Einzelwette sind es Einsatz mal Quote; der Nettogewinn ist der Einsatz mal Quote minus eins.
Bei einer Kombiwette aus mehreren Kämpfen multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Teile zu einem Preis. Zwei Kämpfe zu 1,90 ergeben zusammen 3,61, und das ist die Falle und der Reiz desselben Mechanismus: Der Gewinn steigt schnell, und jede zusätzliche Station muss stimmen. Bei einem Kampfabend über elf Kämpfe lässt sich eine Kombination mit sehr grosser Quote bauen, und die Wahrscheinlichkeit, dass alle Teile halten, sinkt mit jedem hinzugefügten Teil.
Typische Märkte bei Kämpfen sind der Sieger, die Siegesart und die Rundenzahl. Dazu kommen Märkte, die auf die Mechanik eines Kampfes zielen. Was in der Schweiz angeboten werden darf, begrenzt die Gespa-Liste; wie tief ein Veranstalter einen erlaubten Markt staffelt, ist seine Sache.
Was zwischen den beiden Quoten verschwindet
Warum zeigt ein Buchmacher überhaupt Quoten und nicht nur einen Geldbetrag? Weil die Quote die einzige Zahl ist, die ein Buchmacher öffentlich machen kann, ohne seine Marge offenzulegen: Wer beide Seiten einer Zweiweg-Wette liest, sieht zwei Auszahlungen und nicht den Anteil, der dazwischen verschwindet.
Das lässt sich mit einem Rechenbeispiel zeigt sich das. Nehmen wir einen illustrativen Zweiweg-Markt zu 1,90 und 1,90 – ausdrücklich ein Beispiel, kein quotierter Preis. Der Auszahlungsschlüssel ist eins geteilt durch die Summe der Kehrwerte der Quoten, hier eins geteilt durch eins geteilt durch 1,90 plus eins geteilt durch 1,90, also rund 95 Prozent. Die Marge ist der Rest: rund 5 Prozent des Umsatzes dieses Marktes, unter der Annahme, dass die Einsätze einigermassen gleichmässig auf beide Seiten verteilt sind.
Die Bandbreite liegt schmal darüber und darunter. Schon ein Paar aus 1,85 und 1,85 bringt den Auszahlungsschlüssel auf etwa 97,4 Prozent und die Marge auf etwa 2,6 Prozent; geht eines der beiden auf 1,80 zurück und das andere bleibt oder sinkt ebenfalls, verdoppelt sich die Marge rasch auf rund 5 bis 11 Prozent. Die Zahl neben dem Namen sagt also nichts über denjenigen Markt, der auf einem anderen Bildschirm steht – und erst recht nichts über einen anderen Sport. Fünf Prozent Marge sind nicht «fünf Prozent des Einsatzes» und auch nicht fünf Prozent eines Gewinns; es ist der Anteil des Umsatzes, den der Markt im Mittel abzieht, bevor ein Ergebnis bekannt ist. Über viele Wetten ist das eine Zahl, die man nicht wegdiskutieren kann, und bei einer einzelnen Wette ist sie unsichtbar.
Bei einem Auszahlungsschlüssel von rund 95 Prozent zahlt ein Zweiweg-Markt über viele Wetten hinweg gerechnet im Mittel etwa 95 Rappen je Franken zurück. Auf einem Kampfabend mit zwölf Wetten ist dieses Mittel nicht die eigene Erfahrung: Man kann alle zwölf gewinnen. Man kann alle zwölf verlieren. Was bleibt, ist die Richtung – je mehr Wetten man platziert, desto näher kommt das eigene Ergebnis an diese Zahlen heran, weil sich Glück und Pech mehr Gelegenheiten haben, sich gegenseitig auszugleichen.
Dasselbe gilt für eine Kombination: Die Quoten der Teile multiplizieren sich, die Margen der Teile multiplizieren sich ebenfalls. Eine Dreierkombination trägt den Abschlag dreimal, und deshalb ist eine Kombination nicht nur schwerer zu treffen, sondern auch teurer als drei einzelne Wetten zu denselben Quoten. Der Preis eines grösseren Gewinns ist nicht nur das Risiko, sondern auch ein zweiter Abschlag, den man erst sieht, wenn man die Quoten liest und nicht das Ergebnis.
Ein Hinweis zum Rechnen: Schweizer Quoten und Dezimalwerte werden mit einem Punkt geschrieben, die Währung mit «CHF» vor dem Betrag und einem Apostroph für Tausender. Wer eine Quote auf einem Wettschein mit zwei Nachkommastellen liest, liest das Dezimalformat, nicht das englische Bruchformat.
Kampfabende, Turniere und der Blick auf den Spielplan
Der Spielplan ist bei Kampfsport kein Kalenderdetail, sondern die Grundlage jeder Wette. Und hier liegt die Besonderheit der Schweiz: Ob Kämpfe im Wettprogramm stehen, hängt nicht allein von der UFC ab, sondern von der Liste der Gespa und vom Programm der beiden Veranstalter. Diese Frage ist also nicht mit einer festen Liste zu beantworten, sondern nur mit einem Blick in das Wettprogramm des jeweiligen Veranstalters – Sporttip in der Deutschschweiz, im Tessin und in Liechtenstein, Jouez Sport in der Westschweiz.
Ein Blick auf das Programm lohnt sich aus mehreren Gründen. Ein Fight Night und ein Titelkampf unterscheiden sich in der Rundenzahl, und die Rundenzahl ist das Rückgrat des Marktes. Ein regulärer Kampf geht über drei Runden, ein Titelkampf über fünf; mehr Runden heissen mehr Minuten und deutlich mehr mögliche Ausgänge in der zweiten Kampfhälfte. Wer auf die Rundenzahl setzt, wettet auf einen Unterschied, der in der Ansetzung schon festgelegt ist.
Auch das Ortsschild zählt. Die UFC hat ihren Sitz in Las Vegas, veranstaltet aber weltweit, und Kämpfe auf verschiedenen Kontinenten haben verschiedene Uhrzeiten. Ein Abend in Nordamerika beginnt für einen Leser in der Schweiz mitten in der Nacht. Das ist für eine Prematch-Wette nur eine Frage der Planung, für eine Livewette in der zweiten Kampfhälfte eine Frage der Aufmerksamkeit um vier Uhr morgens.
Und dann ist da noch die Frage, die niemanden ausserhalb der Schweiz interessiert: Der Veranstalter entscheidet, welche Kämpfe und welche Märkte ins Programm kommen, und die bewilligte Schiene ist schmaler als das, was ein ausländischer Anbieter auf denselben Kampf legt. Wer die Breite sucht, findet sie nicht hier; wer die Aufsicht sucht, bekommt sie nirgends sonst.
Die zwei bewilligten Veranstalter im Vergleich
Die Reihenfolge unten folgt keiner Rangfolge, sondern dem Gesetz: Zuerst die beiden Veranstalter, die Sportwetten in der Schweiz anbieten dürfen, danach die Plattformen, die hier ohne Bewilligung auftreten. Die Bewertung fragt jedes Mal nach der Folge für den Spielenden – und die sieht bei jedem Namen anders aus.
Swisslos Sporttip: das Kontingent, das die Schweiz abdeckt
Swisslos ist keine Buchmacherfirma mit Schweizer Zulassung, sondern die Schweizer Ausnahme selbst: eine Genossenschaft mit Sitz in Basel, gestützt auf die interkantonale Vereinbarung vom 20. Mai 2019, die Sportwetten unter dem Namen Sporttip betreibt. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.
Für die Schweiz heisst das: Der deutschsprachige Teil des Landes hat hier seinen einzigen legalen Zugang zum Sportwetten. Wer in Zürich, Bern oder St. Gallen ein Konto eröffnen will, kommt nicht an Swisslos vorbei, weil es kein anderes Angebot gibt. Die Registrierung verlangt mindestens 18 Jahre und Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft – die Anmeldung ist damit kein Formular, sondern eine Identitätsprüfung, und für manche Leser ist genau das der Punkt, an dem sie sich entscheiden.
Die Limiten sind operativ, aber sie setzen den Rahmen: Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 je Einzel- oder Kombinationswette und bei CHF 10’000 je Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. CHF 1 als Untergrenze ist für einen kleinen Abend einladend; CHF 1’000 als Obergrenze ist für die meisten Konten irrelevant und schützt vor einem einzelnen Fehler mit dem Nullen-Tippfehler. Dazwischen liegt alles beim Spielenden selbst.
Zwei Funktionen, die man bei einer Kampfwette schnell vermisst: Cash-Out und Boosts. Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann jederzeit geändert werden; eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Wer in der zweiten Runde aus einer Wette aussteigen will, sollte diesen Satz kennen, bevor er ihn braucht.
Dazu kommt die Quotenmechanik. Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00; in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Bei Kampfsport übersetzt sich das in eine praktische Warnung: Ein Klick, der eine Sekunde zu spät kommt, kann den Einsatz zurückbringen und nichts sonst. Ein Livekampf bewegt sich schneller als jede Fussballpartie, und der Knockout ist ein spielentscheidender Moment, der nicht angekündigt wird.
Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wichtig für Kombinationen: Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombiwette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.
Die Kehrseite der Bewilligung ist die Schmalleit des Katalogs. Die Gespa-Liste bestimmt, welche Sportarten und Wettarten überhaupt möglich sind, und wer an einem Sonntagabend einen exotischen Markt sucht, findet ihn nicht. Den Gegenwert dafür liefert die Ausschüttung: Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio., davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Jahr 2024. Ein Teil dessen, was hier verloren wird, landet in einem Sportfonds; das ist keine Rechtfertigung für einen Einsatz, aber es ist der Unterschied zu einem Konto im Ausland. In der Praxis wird sich das an der eigenen Quote nicht zeigen. Es zeigt sich daran, wer am Ende das Geld behält, das nicht zurückgezahlt wurde.
Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe Gesetz, anderes Gebiet
Die Loterie Romande ist das westliche Gegenstück mit demselben Rechtsrahmen und einem anderen Einzugsbereich. Unter dem Namen Jouez Sport veranstaltet sie Sportwetten für die sechs Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14 in Lausanne; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Für einen Leser in Genf oder Lausanne ist das die einzige bewilligte Adresse, und für einen Leser in Zürich ist es eine geschlossene Tür. Die beiden Veranstalter sind keine Alternativen zueinander, sondern zwei Gebietskörperschaften derselben Regel: Wer in einem Kanton des einen wohnt, kann beim anderen kein Konto eröffnen. Der Grund ist keine Bequemlichkeit, sondern die Interkantonale Vereinbarung, die das Gebiet aufteilt.
Der Katalog folgt denselben Grenzen: Erlaubt ist, was auf der Liste der Gespa steht, nicht mehr und nicht weniger. Wer also grundsätzlich bei Jouez Sport spielen könnte, sollte dieselbe Frage zuerst stellen wie bei Sporttip – steht der Kampfabend im Programm, und welche Märkte sind darauf freigegeben? Die Antwort ist eine Momentaufnahme, keine dauerhafte Eigenschaft des Anbieters.
Die 2’350 Verkaufsstellen erzählen eine andere Geschichte als die reine Konto-Eröffnung. Sie sind der Teil des Geschäfts, der offline funktioniert – und zugleich der Teil, an dem eine Sportwette in der Testkaufreihe 2025 an eine minderjährige Person verkauft wurde. Für eine Spielerin oder einen Spieler bedeutet das: Die Aufsicht ist nicht lückenlos, und die eigene Kontrolle bleibt die verlässlichere.
Strukturell unterscheiden sich die beiden Veranstalter in der Ausschüttung, die einem Wettenden begegnet, nicht. Beide sind demselben Gesetz unterworfen, beide setzen ihre Limiten in eigenen Bedingungen – Swisslos und die Loterie Romande wenden bei der Erhöhung einer Verlustlimite 72 Stunden an, statt der gesetzlichen 24. Für wen das im Alltag zählt, ist schnell klar: Wer die Limite in einer Nacht nach einem verlorenen Kampf erhöhen möchte, wartet in der Westschweiz genauso lange wie in der Deutschschweiz.
Bahigo, BetOnRed, Wettigo, Cloudbet, Pribet, MrXbet, MyStake und X3Bet: derselbe Status, verschiedene Gesichter
Die acht folgenden Plattformen lassen sich in einem Absatz zusammenfassen, weil sie im entscheidenden Punkt identisch sind: keine Schweizer Bewilligung. Ihre Bewilligungslage ist nicht festgestellt und entfaltet in der Schweiz keine Wirkung; sie hängen an keinem Schweizer Sperrregister, es gibt keinen Schweizer Rechtsschutz, und ihre Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden, deren Zugang Schweizer Telekom-Anbieter über DNS blockieren. Beim Anbieter X3Bet wird von Drittanbietern eine Lizenz aus Tobique in Kanada gemeldet – ein Papier, das in der Schweiz nichts bewirkt.
Was folgt daraus konkret, im Alltag eines Wettenden? Weniger, als man vermuten würde, solange alles funktioniert. Eine Auszahlung, die ankommt, kommt an. Der Unterschied zeigt sich in dem Moment, in dem etwas nicht funktioniert: bei einer strittigen Wertung, bei einem «No Contest», bei einer Konto-Sperre, bei einer Auszahlung, die nicht ankommt. Dann steht kein Schweizer Ansprechpartner bereit, und der Weg über eine hiesige Aufsichtsbehörde führt ins Leere.
Ein zweiter Unterschied betrifft die Identität. Diese Plattformen sind nicht an das schweizerische Sperrregister angebunden. Wer sich freiwillig sperren liess und danach bei einem ausländischen Anbieter weiterspielt, hat formal keine Sperre verletzt – er hat nur den Teil des Schutzes umgangen, der in der Schweiz greift. Eine Personensperre, wie Swisslos sie ins schweizerische Register einträgt, hat dort keine Wirkung.
Steuerlich ist die Lage bei diesen Anbietern anders und weniger günstig als bei den bewilligten. Während Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn steuerfrei bleiben, unterliegen Gewinne bei ausländischen Anbietern nicht der Verrechnungssteuer, und die kantonale Praxis – etwa im Kanton Thurgau – behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Die bewilligte Schiene verlangt also mehr Kontrolle und gibt im Gegenzug einen steuerlichen Vorteil für den Normalfall. Ein typischer Wettender gewinnt weit unter dem Freibetrag und zahlt weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer auf einen Gewinn aus einem bewilligten Schweizer Angebot.
Und trotzdem gibt es einen Leser, für den diese acht relevant bleiben. Wer in einem Land mit breitem Angebot lebt, für den ist die Enge der Schweizer Schiene mitunter der Preis für die Aufsicht; wer vor allem einen Markt sucht, den die Gespa-Liste nicht kennt, findet ihn bei den bewilligten Veranstaltern nicht. Die Entscheidung ist dann eine Abwägung zwischen Breite und Ansprechpartner, und sie sollte bewusst getroffen werden und nicht, weil eine Seite grün leuchtet.
Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist nach dem Geldspielgesetz verboten; Verstösse können mit einer Busse bis CHF 500’000 geahndet werden. Das ist der Grund, weshalb diese Plattformen hier beschrieben und bewertet, aber nicht beworben werden – und der Grund, weshalb auf dieser Seite kein Anbieter zum Abschluss drängt.
Steuern und Zahlungen: die kleine Rechnung, die selten jemand aufmacht
Die steuerliche Regel ist einfach, sobald man ihre Grenze kennt. Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen – die Eidgenössische Steuerverwaltung nennt Sportwetten ausdrücklich – sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn steuerfrei und erst darüber steuerpflichtig. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 bei CHF 1’070’400. Die kantonale Schwelle unterscheidet sich, deshalb gilt «je nach Kanton» und nicht eine einzelne Zahl.
Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die man über die Deklaration in der Steuererklärung zurückholt. Ein typischer Sportwettender gewinnt weit unterhalb dieses Betrags: keine Einkommenssteuer, keine Verrechnungssteuer auf dem Gewinn. Eine Steuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht. Wer trotzdem eine grössere Summe erwartet, sollte einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung fragen, statt im Bekanntenkreis nach der Antwort zu suchen.
Bei den Zahlungen ist die Regel bei den bewilligten Veranstaltern so streng, wie sie nur sein kann. Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto im Namen der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers ausbezahlt. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Sportwetten nicht. Ein Kredit an Spielende ist verboten. Ein Spielerkonto bei Swisslos wird gegen Adressdatenbanken geprüft, und jede Person darf sich nur einmal registrieren.
Das klingt nach Aufwand für eine Kampfwette an einem Samstagabend, und das ist es auch. Es ist aber auch der Grund, weshalb eine bewilligte Auszahlung ein Ende hat: Es gibt kein Konto ohne Namen und keine Auszahlung an Dritte. Wer eine schnelle Auszahlung an eine Wallet sucht, wird in der bewilligten Schiene nicht fündig, und das ist kein Versäumnis, sondern die Bauart. Auch wenn ein Anbieter im Ausland Krypto-Auszahlungen anbietet: Für Schweizer Spielende ist das ein Weg ohne Schweizer Ansprechpartner.
Wie viel ein Bonus kostet, bevor er etwas einbringt
Ein Gratisspielguthaben braucht die vorgängige Zustimmung der Gespa; 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Bonusbeträge und Bedingungen ergeben sich nur aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters. Auf dieser Seite steht keine Promo- oder Rabattziffer. Sie nützt niemandem: Die Bedingungen dahinter entscheiden, ob ein Angebot etwas wert ist, und nicht der Name, den man eintippt.
Stattdessen die Frage, auf die es ankommt: Was muss geschehen, bevor ein Gratisbetrag oder Bonus tatsächlich Geld wird? Bei einem Freiwettbetrag, dessen Einsatz nicht mit ausgezahlt wird, ist der Wert kleiner als die Zahl, die auf der Werbefläche steht. Für eine Quote von 2,10 in einem Markt mit rund 95 Prozent Auszahlungsschlüssel ergibt sich aus einem Freiwettbetrag von CHF 100 ein mittlerer Wert von etwa CHF 45 – deutlich weniger als die Hälfte des beworbenen Betrags. Die Zahl beantwortet, was das Angebot im Mittel wert ist, und nicht, was es gewinnt. Ein Gewinn im Einzelfall kann sie nicht vorhersagen, und sie kann auch nicht vorhersagen, ob die Wette überhaupt gewinnt.
Dazu kommen die Bedingungen, die auf dasselbe Angebot wirken: ein Mindestumsatz, eine Mindestquote, eine Frist, eine Obergrenze für den Gewinn aus dem Freiwettbetrag. Bei den bewilligten Veranstaltern sind die Boosts zusätzlich eingeschränkt: einmal pro Wettendem nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, auf Prematch-Einzelwetten beschränkt, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wer sich deshalb für einen Cash-Out entscheidet, verliert den Vorteil zweimal: einmal durch den tieferen Cash-Out-Betrag und einmal durch den verfallenden Boost. Das ist kein Trick, sondern eine Regel, und sie macht aus zwei guten Entscheidungen eine schlechte Kombination.
Wie Sie einen Anbieter prüfen, bevor Sie einzahlen
Die Reihenfolge für die eigene Prüfung ist kurz, und sie lässt sich in wenigen Minuten abarbeiten. Zuerst die Bewilligung: Steht der Anbieter auf der Liste der Veranstalter, die Sportwetten in der Schweiz anbieten dürfen – das sind Swisslos und die Loterie Romande, sonst niemand. Dann das Gebiet: Wohnen Sie in einem Kanton, der zum Vertragsgebiet gehört, und können Sie überhaupt ein Konto eröffnen. Danach das Programm: Steht der Kampfabend, für den Sie sich interessieren, im Wettprogramm, und welche Märkte sind darauf angeboten.
Weiter zu den Bedingungen. Lesen Sie vor dem ersten Einsatz und nicht danach: die Limiten, die Cash-Out-Regel, die Regeln zur Auszahlung und die Frage, wie ein «No Contest» gewertet wird. Und prüfen Sie zum Schluss die Steuerseite, wenn Sie mit einem grösseren Gewinn rechnen: Der Freibetrag liegt beim Bund bei CHF 1’071’000 pro Einzelgewinn ab dem 1. Januar 2026, und die kantonale Schwelle weicht davon ab.
Für eine Plattform ohne Schweizer Bewilligung lautet die Prüfung anders: Es gibt keine Bewilligung, die Sie prüfen könnten. Eine gemeldete Lizenz aus einem anderen Land hat in der Schweiz keine Wirkung, und niemand hier ist für eine Auszahlung zuständig. Wer diese Abwägung bewusst trifft, kennt das Risiko, das er trägt. Wer sie aus Versehen trifft, kennt es nicht.
Bei allen Fragen zum Spielerschutz bleibt die eigene Limite die erste und wirksamste Massnahme, weil die Schweiz keine feste staatliche Einzahlungsobergrenze kennt. Bei Sporttip liegt die Oberlimite der Verlustlimits bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000; die Wartezeit von 72 Stunden gilt, bevor eine Erhöhung wirksam wird.
Häufige Fragen zu UFC-Wetten in der Schweiz
Wo darf in der Schweiz legal auf Kämpfe der UFC gewettet werden?
Nur bei den beiden Veranstaltern, die eine Bewilligung nach dem Geldspielgesetz haben: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport, beide unter Aufsicht der Gespa. Wer ein Konto eröffnen will, muss im jeweiligen Vertragsgebiet wohnen. Andere Anbieter haben keine Schweizer Bewilligung.
Stehen UFC-Kämpfe bei Swisslos oder der Loterie Romande überhaupt im Programm?
Ein generelles Ja oder Nein wäre geraten, nicht gewusst. Erlaubt ist, was auf der Liste der Gespa steht, und ob ein Kampfabend ins Wettprogramm kommt, entscheidet der Veranstalter. Lesen Sie also das Wettprogramm von Sporttip oder Jouez Sport und prüfen Sie dort, welche Kämpfe und Märkte angeboten werden.
Wie berechnet sich der Gewinn bei einer Kampfwette aus Einsatz und Quote?
Bei einer Einzelwette gilt: Einsatz mal Quote ergibt die Auszahlung, der Nettogewinn ist der Einsatz mal Quote minus eins. Bei einer Kombination multiplizieren sich die Quoten der Teile zu einem Gesamtpreis. Die Marge steckt in jeder Quote; über viele Wetten bleibt dem Markt im Mittel nur ein Teil des Umsatzes.
Warum zeigt ein Veranstalter überhaupt Quoten für Kämpfe an?
Eine Quote ist die Auszahlung pro Franken Einsatz, ausgedrückt in einer Zahl, die für beide Seiten eines Marktes öffentlich ist. Aus zwei Quoten lässt sich der Auszahlungsschlüssel berechnen und damit der Anteil, der im Markt bleibt. Sie sagt nichts darüber, wie ein Kampf ausgeht – nur, was ein Treffer einbringt und was der Markt kostet.
Was bedeutet es, wenn eine ausländische Seite UFC-Wetten ohne Schweizer Bewilligung anbietet?
Eine ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Es gibt keinen Schweizer Rechtsschutz und keine Anbindung an das Sperrregister; Einsätze und Gewinne können in Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Der Spielende wird nach Auskunft des Bundesamts für Justiz nicht bestraft, die Domains können aber gesperrt werden.
Welche Verlustlimiten und Sperren gelten bei Livewetten auf Kämpfe?
Die Limiten setzt der Spielende selbst; der Veranstalter muss Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen. Bei Sporttip sind Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage Pflicht, die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Erhöhung wirkt erst nach 72 Stunden.
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