Favoritenwetten in der Schweiz: tiefe Quote, kleine Marge, klare Wege
Die Quote ist eine Zahl mit einer Meinung. Sie sagt nicht, wer gewinnt. Sie sagt, wie das Geld der anderen Wettenden steht, abzüglich des Anteils, den der Veranstalter für sich behält. Wer auf einen klaren Favoriten setzt, kauft sich eine hohe geschätzte Wahrscheinlichkeit zu einem Preis, der schon bezahlt ist, bevor der Ball rollt. In der Schweiz kommt eine zweite Eigenheit dazu: Für Sportwetten gibt es genau zwei Veranstalter mit Bewilligung, und wer bei einem von ihnen ein Konto will, muss in dessen Gebiet wohnen.

Stand: 29. Oktober 2026. Die Bewilligungen und die Einträge der geprüften Anbieter wurden gegen die Angaben der Gespa und der interkantonalen Geldspielaufsicht abgeglichen.
Die Einordnung: was eine Favoritenquote überhaupt ist
Ein Buchmacher verkauft keine Vorhersage, er verkauft eine Position. Er nimmt alle Einsätze auf ein Ereignis an und setzt die Quoten so, dass er über das ganze Feld hinweg nicht verliert. Die Quote auf den Favoriten ist deshalb tief, weil auf ihn viel Geld läuft und weil in jedem Preis ein Aufschlag steckt. Beides gehört zusammen, und das verwechselt man leicht.
Der erste Teil ist Statistik. Wenn ein Sportereignis zwei mögliche Ausgänge hat und die Wahrscheinlichkeit des einen auf rund 53 Prozent geschätzt wird, dann ist 1.90 ein fairer Preis dafür: 1 geteilt durch 0.53 ergibt ungefähr 1.90. Der zweite Teil ist Geschäft. Läge der Buchmacher bei dieser Quote, würde er über zwei gleich wahrscheinliche Ausgänge zu je 1.90 genau so viel auszahlen, wie er eingenommen hat, und nichts verdienen. Also setzt er beide Quoten tiefer an. Diese Differenz ist seine Marge, und sie ist der einzige Teil des Preises, den er garantiert bekommt.
Was eine tiefe Quote bedeutet und was nicht
Eine Quote von 1.20 liest sich für viele wie eine Zusage. Sie ist keine. Sie ist die umgerechnete Aussage: Der Markt hält dieses Ergebnis für so wahrscheinlich, dass 1 Franken Einsatz nur 20 Rappen Gewinn abwirft. Alles Weitere ist offen. Der Aussenseiter gewinnt solche Spiele regelmässig, sonst wären es keine Spiele.
Der Denkfehler liegt darin, die Quote als Sicherheitsversprechen zu lesen statt als Preisangabe. Bei 1.20 steht die geschätzte Wahrscheinlichkeit bei ungefähr 83 Prozent, abzüglich Aufschlag also etwas darunter. Das heisst: Etwa jede sechste bis siebte solche Wette endet in einem Verlust, und dann ist der gesamte Einsatz weg, nicht nur der Gewinn. Vier gewonnene Favoritenwetten bei 1.20 bringen rund 80 Rappen Ertrag auf einen Franken Einsatz. Eine einzige verlorene nimmt den ganzen Franken. Diese Rechnung ist die eigentliche Nachricht einer tiefen Quote.
Sie erklärt auch, warum die Favoritenwette in der Praxis selten allein gespielt wird. Wer 20 Franken auf 1.20 legt, gewinnt 4 Franken und hat dafür ein Risiko von 20 Franken getragen. Kombiniert er drei solche Positionen zu einer Wette, sieht die Quote ordentlich aus, das Risiko ist aber nicht kleiner geworden: Es hat sich multipliziert.
Woher die Zahlen kommen, mit denen ein Favorit eingeschätzt wird
Form, Direktduelle, Aufstellungen, Verletzungen, Reisestrapazen, die Bedeutung eines Spiels für die Tabelle. All das fliesst in die Einschätzung ein, die am Ende in der Quote landet. Nur: Wenn die Quote veröffentlicht ist, ist das alles bereits eingepreist. Ein Wettender, der die letzten fünf Direktduelle auswendig kennt, weiss damit in der Regel nichts, was der Markt noch nicht weiss. Das ist keine Kritik an der Vorbereitung, sondern eine Einordnung ihres Nutzens: Sie hilft, die Zahl zu verstehen, nicht, sie zu schlagen.
Interessant wird es an einer anderen Stelle. Wenn eine Mannschaft öffentlich stark gehypt wird und das Geld in Scharen auf sie fliesst, kann sich die Quote weiter senken, obwohl sich an der sportlichen Lage nichts geändert hat. Hier zahlt der Wettende die Beliebtheit der Mannschaft mit. Die Bewegung einer Quote vor dem Anstoss ist mitunter informativer als die Quote selbst.
Grundlagen der Quote: Marge, Auszahlungsquote und die Rechnung mit zwei Zahlen
Um zu verstehen, was ein Favoritenwettender für seinen Preis bezahlt, braucht es zwei Begriffe. Die Auszahlungsquote eines Marktes ist der Anteil aller Einsätze, der über diesen Markt wieder zurückfliesst. Die Marge ist der Rest, also 100 Prozent minus dieser Anteil. Beide beschreiben dasselbe Verhältnis aus zwei Richtungen, und es lohnt sich, die Zahl zu benutzen, die der Veranstalter selbst ausweist.

Für einen Markt mit nur zwei Ausgängen liefert die Rechnung schnell ein Gefühl für die Grössenordnung. Nehmen wir einen illustrativen Zweiwegemarkt, der zu je 1.90 angeboten wird. Das ist ein Beispiel, kein zitierter Preis und keine Empfehlung. Kehrwerte bilden: 1 geteilt durch 1.90 gibt ungefähr 0’526, zweimal genommen 1’053. Die Auszahlungsquote liegt also bei rund 94.7 Prozent, die Marge bei etwa 5.3 Prozent. Wer 100 Franken auf diesen Markt setzt, hat im statistischen Mittel gut 94 Franken zurückzuerwarten, und die Differenz ist der Preis für die Möglichkeit, überhaupt zu setzen.
Solche Werte sind Bandbreiten, keine Naturkonstanten. Weil die Quoten auf zwei Nachkommastellen festgelegt werden und die Buchmacher runden, schwankt die Marge um die genannten Zahlen herum. Die folgende Übersicht (siehe Grundlagen der Quote) zeigt, wo die Schweizer Veranstalter und die ausländischen Anbieter in diesem Vergleich stehen.
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter oder gemeldete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel | Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande |
| GG.Bet | keine Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz gültige Bewilligung bekannt |
| 1Bet | keine Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz gültige Bewilligung bekannt |
| Playzilla | keine Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz gültige Bewilligung bekannt |
| ZotaBet | keine Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz gültige Bewilligung bekannt |
| Betify | keine Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz gültige Bewilligung bekannt |
| HornetBet | keine Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz gültige Bewilligung bekannt |
| Coolzino | keine Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz gültige Bewilligung bekannt |
| Wettigo | keine Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz gültige Bewilligung bekannt |
Die Tabelle trennt zwei Gruppen, die nicht zusammengehören. Bei den ersten beiden Einträgen steht die Bewilligung des Veranstalters, die das Gesetz verlangt und die nur in der Schweiz gilt. Bei den acht übrigen steht das, was sonst über sie zu sagen ist: Sie verfügen über keine Schweizer Bewilligung, und eine ausländische Bewilligung entfaltet hier keine Wirkung. Das ist die entscheidende Einordnung, weil die Gruppe nicht «die Alternativen» ist, sondern eine andere Rechtswirklichkeit mit anderen Folgen.
Was die Zahlen in der letzten Spalte mit dem Preis auf dem Wettschein zu tun haben? Weniger, als man erwarten würde. Die Marge eines ausländischen Anbieters ist nicht automatisch tiefer, und der Schweizer Veranstalter ist nicht der teure. Die Preisgestaltung folgt dem Wettprogramm, nicht dem Sitz der Firma.
Die Quote auf einen Favoriten und die Marge darin
Hier lohnt ein zweiter Blick auf die Verteilung, denn die Marge liegt nicht gleichmässig auf den Ausgängen. Bei einem klaren Favoriten ist die Marge in Prozent meist unauffällig, weil die kleine Zahl danebensteht. Das täuscht über die Situation, nicht über die Prozentrechnung.
Konkret: Läuft bei einem Zweiwegemarkt die eine Seite bei 1.90 und die andere bei 1.88, beträgt der Kehrwert der ersten Quote etwa 0’526 und der zweiten ungefähr 0’532. Zusammen 1’058, also eine Auszahlungsquote von rund 94.5 Prozent und eine Marge von etwa 5.5 Prozent. Solche Beispiele zeigen, dass die Marge eines Marktes aus allen angebotenen Quoten zusammen entsteht und nicht aus der einzelnen Zeile auf dem Wettschein. Wer die Zahl prüfen will, addiert die Kehrwerte aller Ausgänge eines Marktes und sieht, wie weit die Summe über 1 liegt.
Bei Favoritenwetten in der Grössenordnung 1.10 bis 1.30 fällt dieser Anteil je Wette besonders stark ins Gewicht, weil von einem sehr kleinen möglichen Ertrag zuerst noch etwas abgeht. Bei 1.15 bleiben von einem Franken Einsatz 15 Rappen möglicher Gewinn vor der Marge; nach dem Aufschlag ist ein Teil davon nicht mehr vorhanden. Deshalb ist es ein Unterschied, ob jemand auf einen Favoriten mit einer Buchmacherquote von 1.15 oder auf eine andere Wette setzt: Nicht die Sicherheit ist grösser, nur der Hebel kleiner.
Wer wissen will, was eine einzelne Wette zurückgibt, braucht dafür keine Rechnung. Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal der Gesamtquote, die das Produkt der Einzelquoten ist. Bei Swisslos Sporttip wird dieser Betrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Wer also 20 Franken auf 1.50 legt, kommt a conto 30 Franken, wobei die Rundung auf 5 Rappen den Betrag leicht nach unten ziehen kann.
Die Rechtslage: zwei Veranstalter, ein geschlossener Wettkatalog
Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel. Das Geldspielgesetz regelt sie seit dem 1. Januar 2019, die Aufsicht liegt bei der Gespa, der interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern. Zuständig ist sie und nicht die eidgenössische Spielbankenkommission, denn diese beaufsichtigt ausschliesslich die Casinos. Wer Sportwetten anbieten will, braucht zweierlei: eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung je Spiel, und diese Bewilligung gilt nur in der Schweiz.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Es sind die Swisslos, die unter dem Namen Sporttip auftritt, und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Eine darüber hinausgehende Liste bewilligter Buchmacher existiert nicht, weil es keine gibt. Die Gespa veröffentlicht nur eine Sperrliste der Domänen ausländischer Anbieter, die Schweizer Telekommunikationsanbieter über DNS sperren. Ende 2025 standen 671 Domänen darauf, die erste Liste datiert vom 3. September 2019.
Wer in welchem Gebiet überhaupt setzen darf
Die beiden Veranstalter teilen die Schweiz unter sich auf, und der Zugang ist nicht offen für alle. Sporttip wird im Gebiet der Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich durchgeführt, dazu im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Jouez Sport veranstaltet die Loterie Romande für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Für die Registrierung eines Online-Kontos braucht es Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im jeweiligen Gebiet, und in der Praxis prüft ein Veranstalter genau das.
Diese Aufteilung ist der eigentliche Filter für jeden Favoritenwettenden in der Schweiz. Wer in Zürich wohnt, kann kein Konto bei Jouez Sport eröffnen, wer in Genf wohnt, keines bei Sporttip. Es gibt also nicht zwei Anbieter zur Auswahl, sondern einen pro Aufenthaltskanton, wenn man im bewilligten System bleiben will. Das ist die zentrale Erkenntnis dieser Seite und die Ursache dafür, dass Schweizer Wettende überhaupt auf ausländische Plattformen schauen.
Die Registrierung selbst ist an weitere Bedingungen geknüpft: mindestens 18 Jahre, keine bestehende Spielsperre, und pro Person nur ein Konto. Die Angaben werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Die Loterie Romande zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende; Sporttip ist online über die Website von Swisslos und die Sporttip App für iOS und Android erreichbar, und in der App zusammengestellte Wetten lassen sich an einer Verkaufsstelle per QR-Code einlösen.
Der bewilligte Wettkatalog und was nicht darauf steht
Was überhaupt gespielt werden darf, steht nicht in einem Rahmen, sondern in einer Liste. Die Gespa führt die bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten in einer Fassung vom 10. September 2026. Qualifikationsrunden sind nur erlaubt, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, und Ranglistenwetten nur dann, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen, Eckball- und Kartenmärkte erscheinen in der Liste nicht, und einen Esport-Abschnitt gibt es nicht. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige beteiligt sind, sind gesperrt.
Livewetten sind zulässig, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern der Veranstalter über eine entsprechende Bewilligung verfügt. Das Gesetz beschränkt sie nicht auf bestimmte Märkte. Bei Sporttip gilt eine Livewette unabhängig davon, ob das Ereignis übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wer in den letzten Sekunden einer Partie nachsetzt, sollte das wissen.
Cash-Out ist gesetzlich nicht geregelt und bleibt eine Funktion des jeweiligen Veranstalters. Bei Sporttip gibt es ihn für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführter Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der angebotene Betrag liegt tiefer als der mögliche Gewinn ohne vorzeitigen Ausstieg, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann geändert werden.
Ein Sonderfall, der Favoritenwettende betrifft: Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung lassen sich bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombinieren. Nimmt Swisslos eine solche Kombination irrtümlich ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Wer Favorit und Torergebnis desselben Spiels zusammenlegt, bewegt sich in diesem Bereich.
Ausländische Plattformen: was fehlt, wenn die Bewilligung fehlt
Eine Bewilligung aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land hat in der Schweiz keine Wirkung. Das ist keine Formalität, sondern der Grund für drei reale Unterschiede, die den Alltag eines Wettenden betreffen.
Der erste betrifft den Zugang zu Schutzinstrumenten. Ausländische Anbieter sind nicht an das schweizerische Sperrregister angeschlossen. Eine hier eingetragene Spielsperre gilt für die beiden bewilligten Veranstalter und für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein, nicht aber für eine Plattform im Ausland. Wer sich also selbst sperren lässt und dann zu einem Anbieter ohne Bewilligung wechselt, hat nichts gewonnen, sondern nur die Tür gewechselt.
Der zweite betrifft den Rechtsweg. Gegen einen Veranstalter ohne Schweizer Bewilligung gibt es keinen Schweizer Rechtsschutz und keine Schweizer Aufsicht über die Fairness des Angebots. Das Organisieren von Sportwetten ohne Bewilligung ist strafbar und kann mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe geahndet werden, bei gewerbsmässigem Betrieb mit bis zu fünf Jahren. Der Wettende selbst wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Das ist der Punkt, an dem die Rechnung kippt: Man kann gewinnen und den Gewinn trotzdem nicht behalten.
Der dritte betrifft das Geld. Auszahlungen gehen bei den bewilligten Veranstaltern nur auf ein Zahlungskonto, das auf den Namen des Kontoinhabers lautet. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Sportwetten nicht, und Kredite an Spielende sind verboten. Dass eine Plattform ohne Bewilligung das anders handhabt, macht es nicht zu einem Vorteil.
Aus alledem folgt nicht, dass die bewilligten Anbieter die richtige Wahl für jeden sind, und ebenso wenig, dass eine ausländische Plattform sicher wäre. Der ehrliche Satz lautet: Die beiden Wege haben unterschiedliche Kosten. Der bewilligte Weg liefert vollen Schweizer Schutz, aber nur zwei Veranstalter, eine Gebietsbeschränkung, ein geschlossenes Wettprogramm und eine Identitätsprüfung. Der andere Weg liefert ein breiteres Programm und keine Schweizer Beschränkung, dafür keinen Schweizer Schutz, keinen Zugang zum Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsweg. Wer das eine wählt, kauft nicht Sicherheit, sondern eine bestimmte Form von Rückhalt. Wer das andere wählt, kauft Vielfalt und trägt selbst das Risiko.
Steuern: der Freibetrag und die kantonale Praxis
Gewinne aus einem in der Schweiz bewilligten Grossspiel, und die Steuerverwaltung nennt Sportwetten ausdrücklich so, sind bis zu einem Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn steuerfrei und erst darüber steuerpflichtig. Auf Bundesebene liegt dieser Freibetrag ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, für 2025 betrug er CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, weshalb hier «je nach Kanton» das einzig richtige Wort ist. Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die man über die Deklaration in der Steuererklärung zurückholt.
Für einen typischen Wettenden mit Einsätzen von 20 oder 50 Franken ist das irrelevant: Er bleibt weit unter jedem Freibetrag und zahlt weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer auf den Gewinn. Eine Steuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht; wer das Gegenteil liest, liest etwas Falsches.
Anders sieht es aus, wenn die Wette im Ausland platziert wird. Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, sie sind aber auch nicht automatisch steuerfrei. Die kantonale Praxis, etwa im Kanton Thurgau, behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als steuerbares Einkommen. Das spricht nicht gegen den ausländischen Anbieter als solchen, es gehört nur in die Rechnung, und wer das für sich klären will, fragt einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.
Verantwortungsvoll wetten: warum ein klarer Favorit kein sicheres Auskommen ist
Favoritenwetten ziehen ein bestimmtes Publikum an, und es ist nicht das Publikum der hohen Quoten. Wer auf einen klaren Aussenseiter setzt, weiss, was er tut. Wer auf einen Favoriten setzt, hält sich oft für vorsichtig. Genau darin liegt die Gefahr dieser Spielart.
Betrachten wir den typischen Verlauf. Jemand setzt 50 Franken auf 1.20, gewinnt 10 Franken, ist zufrieden. Am nächsten Tag dasselbe, dann wieder. Nach zwanzig solchen Wetten steht ein Ertrag von rund 200 Franken auf dem Konto, und das Gefühl sagt: Das funktioniert. Kommt dann die eine verlorene Wette, sind die 50 Franken weg, und mit ihnen fünffach das, was eine einzelne Wette eingebracht hat. Der Ertrag ist nicht gestiegen, weil das Spiel sicher war. Er ist gestiegen, weil das Risiko pro Wette unterschätzt wurde.
Diese Mechanik macht das Setzen auf Favoriten zur klassischen Einstiegsfalle bei Sportwetten. Sie fühlt sich wie Sparen an und funktioniert wie Wetten. Der springende Punkt ist nicht die einzelne Quote, sondern die Häufigkeit: Viele kleine Einsätze auf tiefe Quoten summieren sich zu einem Volumen, das in keinem Verhältnis zum Ertrag steht.
Die Limiten setzen, die wirklich greifen
Die Schweiz kennt keine gesetzliche Einzahlungsobergrenze. Was die Veranstalter verlangen, ist eine Limite, die der Wettende selbst setzt. Bei Swisslos Sporttip müssen Spielende vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage festlegen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage einrichten.
Die 72 Stunden sind der wichtigste Teil dieser Regel, denn sie sind der eingebaute Bremsweg. Wer nach einem verlustreichen Abend die Limite erhöhen will, kann sie nicht sofort erhöhen. Nach dem Gesetz gilt für eine Erhöhung ohnehin eine Frist von 24 Stunden; die beiden Schweizer Veranstalter wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Ein kluger Umgang mit den Limiten heisst deshalb nicht, die Limite möglichst hoch anzusetzen, sondern sie tief genug zu wählen, dass eine kurze Pechsträhne keinen Schaden anrichtet.
Interessant ist die zweite Limite: die Einzahlungslimite. Sie begrenzt nicht den Einsatz, sondern den Zustrom von Geld auf das Spielkonto. Wer 30 Tage mit einem Budget von 100 Franken einzahlt, kann diese 100 Franken über die ganze Zeit verteilen oder an einem Abend verbrauchen, aber danach kommt nichts nach. Das ist ein anderes Instrument als die Verlustlimite und in der Praxis oft das wirksamere.
Was ein Spielguthaben im Wallet überhaupt kosten kann, ist ebenfalls geregelt: Käufe sind per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein möglich, mit einem Mindestbetrag von CHF 20, höchstens CHF 10’000 in 30 Tagen, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Die Grenze liegt also nicht beim einzelnen Kauf, sondern beim Bestand. Auch das ist eine Form der Selbstbegrenzung, die man kennen sollte, bevor man sie versehentlich auslöst.
Spielsperre und Sperrregister
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Nach Gesetz kann eine freiwillige Sperre erst nach drei Monaten wieder aufgehoben werden, und eine Fachstelle ist daran beteiligt. Eine selbstgewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden.
Ausgeschlossene Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Das ist eine harte Regel und sie ist bewusst so geschrieben, denn sie soll die Sperre wasserdicht machen. Wer während einer laufenden Sperre über einen Zweitaccount spielt, verliert im Zweifel beides.
Ein Punkt, der in jede ehrliche Betrachtung gehört: Der Schutz am Verkaufspunkt ist nicht lückenlos. Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47.5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer Minderjährige im Haushalt hat oder selbst jung ist, sollte den Online-Kanal nicht für den strengeren halten. Die formale Altersgrenze von 18 Jahren und der Ausschluss Minderjähriger sind das eine, die gelebte Kontrolle ist das andere.
Wer merkt, dass die Favoritenwetten mehr kosten, als sie einbringen, hat mehrere Wege: die Verlustlimite senken, was sofort gilt; eine zeitlich begrenzte Spielsperre setzen; oder die unbefristete Spielsperre mit Eintrag ins Register wählen. Alle drei sind jederzeit möglich und kosten nichts.
Wie Favoriten eingeschätzt werden: Statistik, Quote und ihre Grenzen
Statistik fliesst in die Einschätzung eines Favoriten ein, und sie fliesst in die Quote ein, bevor man sie liest. Dieser doppelte Weg ist der Kern des ganzen Themas. Wer Form, Direktduelle und Verletzungen studiert, arbeitet mit denselben Informationen, aus denen der Buchmacher seinen Preis gebaut hat. Er kann damit eine Einschätzung prüfen, aber er hat keinen Vorsprung.
Was der Wettende stattdessen tun kann, ist etwas Nüchterneres und Wirksameres: Er kann die Wahrscheinlichkeit, die in der Quote steckt, in eine Zahl übersetzen und dann fragen, ob er das Ergebnis für plausibler oder für weniger plausibel hält als der Markt. Die Umrechnung ist einfach. Eine Quote von 1.50 entspricht ungefähr 66.7 Prozent, eine Quote von 2.00 ungefähr 50 Prozent, eine Quote von 4.00 ungefähr 25 Prozent. Diese Prozentwerte sind immer noch mit dem Aufschlag behaftet, liegen also über der eigentlichen Markterwartung.
Der Nutzen dieser Übung ist nicht, dass man den Markt schlägt. Es ist, dass man aufhört, Quoten als Eigenschaften von Mannschaften zu lesen, und anfängt, sie als Preise zu behandeln.
Form, Direktduelle, Verletzungen: was davon in der Quote steht
Alles davon steht darin, und zwar bereits verarbeitet. Eine Mannschaft in guter Form wird kürzer gehandelt, eine mit Ausfällen länger. Wer eine Favoritenwette spielt, weil eine Mannschaft «in Form ist», spielt das, was der Markt ohnehin schon eingepreist hat.
Es gibt eine legitime Verwendung dieser Arbeit: die Frage, ob die Quote auf ein Niveau gefallen ist, auf dem der Aufschlag in keinem Verhältnis mehr zum Ertrag steht. Bei einer Quote von 1.15 in einem Markt mit etwa fünf Prozent Marge bleibt von 15 Rappen möglichem Gewinn pro Franken ein sehr schmaler Rest. Eine Serie solcher Wetten muss schon sehr gut laufen, damit etwas hängen bleibt. Das ist kein Argument gegen die Wette, es ist ein Argument gegen die Häufigkeit.
Bei sehr kurzen Quoten kommt ein zweites Problem hinzu, das mit dem Sport nichts zu tun hat: die Rundung. Wo der Gewinnbetrag auf 5 Rappen abgerundet wird, verliert jede Wette einen kleinen Teil ihres Ertrags an der Kasse. Bei tiefen Quoten und kleinen Einsätzen ist dieser Anteil relativ gross. Wer regelmässig 1 Franken auf 1.10 setzt, merkt das deutlicher als jemand, der einmal 500 Franken auf 1.80 setzt.
Warum Kombinationen das Risiko nicht verkleinern
Die Kombiwette ist die naheliegende Antwort auf die tiefe Quote: Drei Favoriten mit je 1.40 ergeben zusammen rund 2.74. Plötzlich sieht der Wettschein nach etwas aus. Was sich verändert hat, ist der Preis, nicht das Risiko.
Die einzelnen Ausgänge bleiben voneinander unabhängig, und die Wahrscheinlichkeiten multiplizieren sich. Drei Ereignisse, die der Markt mit je rund 70 Prozent bewertet, treten zusammen in weniger als der Hälfte der Fälle ein. Die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten, und dasselbe gilt für die Wahrscheinlichkeiten, nur umgekehrt. Aus drei ziemlich wahrscheinlichen Ereignissen wird eine ziemlich unwahrscheinliche Wette. Das ist der Grund, warum Kombinationen auf Favoriten so verbreitet und so oft verloren sind.
Bei Sporttip kommt eine Bedingung dazu, die genau diesen Bereich betrifft. Der Kombiboost gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen, wobei Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert sind. Sehr kurz gehandelte Favoriten fallen durch dieses Raster: Vier Voraussagen mit Quoten um 1.20 erfüllen die Mindestquote von 1.50 nicht, und der Boost bleibt ausser Reichweite. Wer den Boost nutzen will, muss auf Positionen ausweichen, die er sonst nicht gespielt hätte. Das ist ein Anreiz, den man durchschauen sollte, bevor man ihn nutzt.
Die Loterie Romande zieht bei Kombinationen eine andere Grenze: Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Der Höchstgewinn liegt bei CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und bei CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen.
Quotenboosts und ihre Bedingungen
Boosts sind der zweite Hebel, mit dem Anbieter kurze Quoten attraktiv machen. Bei Sporttip gelten Quotenboosts nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Die letzte Bedingung ist die interessanteste. Wer eine geboostete Wette spielt und dann während des Spiels aussteigt, verliert die Erhöhung. Boost und Cash-Out schliessen sich also aus. Wer beides will, muss sich entscheiden, und das steht nicht im Werbetext.
Ein Wort zur Sprache der Anbieter. «Risikofrei» heisst in diesem Geschäft nichts anderes, als dass unter bestimmten Bedingungen etwas zurückkommt, meist als Gratisspielguthaben und nicht als Geld. Wer die Bedingungen liest, findet dort eine Mindestquote, eine Frist und einen Höchstbetrag. Das sind die drei Zahlen, an denen sich der Wert einer Gratiswette entscheidet, und keine davon steht in der Überschrift.
Gratisspielguthaben aus Promotionen ist im Übrigen nicht auszahlbar. Es lässt sich zum Setzen verwenden, aber nicht abheben. Auch das ist eine Bedingung, die den Wert einer Aktion bestimmt.
Die Rangliste: Schweizer Veranstalter und ausländische Plattformen im Vergleich
Zehn Anbieter, zwei Gruppen, ein Massstab. Bewertet wird hier, wie sich ein Anbieter für jemanden schlägt, der auf Favoriten setzen will: Wie teuer ist der Markt, wie klar sind die Bedingungen, wie gut greifen die Schutzinstrumente, und was passiert mit einem Gewinn. Die Reihenfolge folgt der Logik des Artikels: zuerst die beiden Veranstalter mit Schweizer Bewilligung, dann die ausländischen Plattformen. Innerhalb der zweiten Gruppe stehen acht Namen, und es wäre unehrlich, ihnen den Anschein zu geben, als hätte man sie einzeln vermessen.
Swisslos Sporttip: die bewilligte Basis mit den klarsten Spielregeln
Sporttip ist der Veranstalter für die Deutschschweizer Kantone, den Tessin und Liechtenstein, betrieben von der SWISSLOS Interkantonalen Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel. Die Grundlage ist die interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Für Wettende in diesem Gebiet ist Sporttip der Weg mit dem vollständigsten Regelwerk.
Die Spielregeln sind für Favoritenwettende in mehreren Punkten aussagekräftig. Der Mindesteinsatz liegt bei CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und bei CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Die Obergrenze von CHF 1’000 pro Wette ist für die meisten Privaten irrelevant, für einen Gelegenheitsspieler mit Verlustlimite aber eine relevante Schranke.
Weitere Details, die im Alltag auftauchen: Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer, beim Fussball also 90 Minuten plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer im Pokal auf ein Ergebnis tippt, ohne auf die Spielzeit zu achten, wettet unter Umständen auf etwas anderes als gedacht.
Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage die Quote 1.00. Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos. Eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Die 26 Wochen sind grosszügig, die 10 Tage für eine Einsprache nicht.
Beim Geld ist Swisslos ebenfalls explizit. Auszahlungen von Spielguthaben sind innerhalb von 365 Tagen zweimal kostenlos auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto möglich; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 Prozent belastet werden, und die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben, darüber wird bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Konto überwiesen. Als Zahlungsart zum Aufladen des Spielkontos nennt Swisslos unter anderem PostFinance Pay, bei dem die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird.
Was folgt daraus für Favoritenwettende? Der entscheidende Vorzug liegt nicht in einer besonders günstigen Quote, sondern in einem Regelwerk, das jeden Sonderfall benennt: die abgesagte Partie, der Cash-Out, der Boost, der verfallene Gewinn. Wer mehrere Hundert Franken im Jahr auf Favoriten setzt, bekommt hier für jeden Streitfall eine geschriebene Antwort. Das ist der Wert dieses Anbieters, und er liegt ausserhalb der Quote.
Loterie Romande Jouez Sport: derselbe Schutz, andere Obergrenzen
Jouez Sport ist das Produkt der Loterie Romande, der Société de la Loterie de la Suisse Romande, für die Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Kontaktadresse liegt an der Avenue de Provence 14 in Lausanne. Die Loterie Romande betreibt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und beschäftigt 221 Mitarbeitende. Die Bewilligungsgrundlage ist dieselbe wie bei Sporttip, es handelt sich um einen Veranstalter mit Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel unter Aufsicht der Gespa.
Der auffälligste Unterschied zu Sporttip liegt in den Gewinngrenzen. Der Höchstgewinn beträgt CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Diese Obergrenze von CHF 300’000 pro Wette liegt sehr weit über den Beträgen, um die es bei Favoritenwetten in der Praxis geht, und ist deshalb weniger eine Beschränkung als eine Information über die Grössenordnung, in der dieses Regelwerk denkt.
Die Untergrenze der Gesamtquote von 1.10 ist für Favoritenwettende die interessantere Zahl. Sehr kurze Wetten sind also grundsätzlich spielbar, aber eine Kombination, die nur aus solchen Positionen besteht, muss diese Schwelle überschreiten. Wer zwei Voraussagen mit je 1.10 kombiniert, landet bei 1.21 und liegt damit im erlaubten Bereich; die Regel sperrt nur extreme Fälle aus.
Für Wettende in der Westschweiz ist die Wahl zwischen den beiden Anbietern keine Wahl. Wer in Genf oder Lausanne wohnt, hat Jouez Sport, wer in Zürich oder Bern wohnt, hat Sporttip, und die Bedingung des Wohnsitzes im Gebiet gilt unabhängig davon, welche Quoten einem besser gefallen. Das ist der nüchterne Kern der Schweizer Situation, und er ist der Grund, warum die folgenden acht Namen überhaupt auftauchen. Wer aus einem anderen Grund als dem Wohnsitz zu einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung greift, sollte sich über die drei Dinge im Klaren sein, die fehlen: der Zugang zum Sperrregister, der Schweizer Rechtsweg und die Schweizer Beschränkung der Auszahlung auf ein Konto auf den eigenen Namen.
GG.Bet, 1Bet und Playzilla: ohne Schweizer Bewilligung, ohne Schweizer Schutz
Diese drei Plattformen gehören zur Gruppe der Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. In der Schweiz dürfen nur Swisslos und die Loterie Romande Sportwetten anbieten, und eine ausländische Bewilligung hat hier keine Wirkung. Für alle drei ist keine in der Schweiz gültige Bewilligung bekannt, und keine von ihnen ist an das Schweizer Sperrregister angeschlossen. Ihre Domänen können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und über DNS blockiert werden.
Für einen Favoritenwettenden heisst das vor allem eines: Die Bedingungen, unter denen die Wette zustande kommt, stehen nicht in einem Schweizer Regelwerk mit Veranstalterbewilligung, sondern in den Bedingungen der Plattform. Wer wissen will, wie eine abgesagte Partie, ein Cash-Out oder ein verfallener Gewinn behandelt wird, findet das in den jeweiligen Geschäftsbedingungen, und nur dort. Diese Bedingungen zu lesen ist kein Misstrauen, es ist der einzige Weg, an Informationen über einen Anbieter zu kommen, den die Schweizer Aufsicht nicht prüft.
ZotaBet, Betify und HornetBet: die Frage nach dem Warum
Bei diesen drei stellt sich eine Frage, die vor jeder Bewertung kommt: Was sucht jemand aus der Schweiz hier? Wenn der Wohnsitz in einem Kanton liegt, der von Sporttip oder Jouez Sport bedient wird, gibt es einen bewilligten Zugang mit Sperrregister und Rechtsweg. Der Wechsel auf eine Plattform ohne Schweizer Bewilligung bringt dann ein breiteres Programm, aber keinen zusätzlichen Schutz.
Für Wettende, die in einem anderen Land steuerpflichtig sind oder dort wohnen, oder für die das schweizerische Wettprogramm mit seinem geschlossenen Katalog nicht ausreicht, sieht die Rechnung anders aus. Für alle anderen ist der ehrliche Rat, vor der Anmeldung die Punkte zu prüfen, die in der Rechtslage gelten: kein Zugang zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, keine steuerliche Neutralität des Gewinns und die Möglichkeit, dass Domänen nachträglich gesperrt werden. Eine Plattform, die von einem Tag auf den anderen blockiert wird, ist ein unangenehmer Ort, um ein Guthaben zu halten.
Coolzino und Wettigo: Namen ohne Erkennungsmerkmal
Weder Coolzino noch Wettigo ist an das Schweizer System angeschlossen, und für beide ist keine in der Schweiz gültige Bewilligung bekannt. Wer sie als Wettplattformen prüft, sollte das über die eigenen Bedingungen des Anbieters tun.
Zwei Namen, zwei Domänen im Spielbereich, kein Schweizer Bezug. Das ist keine Verurteilung und auch keine Empfehlung, sondern eine Feststellung über die Faktenlage. Was einen erwachsenen Wettenden betrifft, ist die Frage der Einordnung: Solange ein Anbieter nicht unter der Schweizer Aufsicht steht, ist er im Vergleich neutral bewertet ein anderer Weg mit anderen Unbekannten. Die drei Dinge, die fehlen, sind oben benannt und gelten auch hier.
Was die Rangliste nicht sein kann
Eine Rangliste über zehn Anbieter setzt voraus, dass zehn Anbieter vergleichbar sind. Das sind sie nicht. Acht davon stehen ausserhalb des schweizerischen Bewilligungssystems, und zwar vollständig: kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, keine Schweizer Aufsicht über das Wettprogramm und die Fairness. Sie auf dieselbe Skala zu stellen wie die beiden Veranstalter mit Bewilligung würde eine Vergleichbarkeit behaupten, die es nicht gibt.
Wer sich die Rangfolge ansieht, sollte deshalb zwei Fragen getrennt halten. Die erste lautet: Will ich im schweizerischen System bleiben oder nicht? Diese Frage entscheidet über den Zugang zu Sperrregister, Rechtsweg und steuerlicher Behandlung, und sie lässt sich nicht durch eine bessere Quote aufwiegen. Die zweite lautet: Wenn ich im System bleibe, welcher der beiden Veranstalter ist für mich zuständig? Diese Frage entscheidet der Wohnsitz, nicht die Vorliebe.
Das ist die Struktur des Schweizer Sportwettenmarkts. Sie ist eng, und sie ist eng mit Absicht. Wer auf Favoriten wetten will, trifft diese Entscheidung, bevor er die erste Quote liest.
Die Kostenprobe: was eine Marge und eine Gratiswette wirklich wert sind
Der Punkt, an dem ein Werbeversprechen aufhört und eine Zahl anfängt, ist immer derselbe: die Bedingungen. Eine Quote von 1.20 sieht harmlos aus, bis man hochrechnet, dass vier gewonnene Wetten dieser Art weniger einbringen als eine verlorene kostet. Ein Boost sieht grosszügig aus, bis man die Mindestquote von 1.50 pro Voraussage liest. Und eine Gratiswette sieht wie geschenktes Geld aus, bis man bemerkt, dass der Einsatz bei einem Gewinn nicht ausbezahlt wird.
Rechnen wir das zu Ende, so weit die Angaben reichen. Bei Swisslos Sporttip ist der Höchsteinsatz pro Einzelwette CHF 1’000, der Mindesteinsatz CHF 1. Der veröffentlichte Aufschlag kommt in den Grössenordnungen, die in der Einordnung (siehe Grundlagen der Quote) beschrieben sind, daher: Wer einen Zweiwegemarkt zu je 1.90 vorfindet, zahlt ungefähr 5.3 Prozent Marge, und dieser Satz gilt für den ganzen Markt, nicht für die einzelne Zeile. Bei tiefen Favoritenquoten ist der relative Anteil am möglichen Ertrag grösser, obwohl die absolute Marge ähnlich bleibt.
Wird ein Boost gespielt, ändert sich das Bild. Der Kombiboost setzt vier Voraussagen mit je mindestens 1.50 voraus und erhöht den Nettogewinn um 5 Prozent. Ob er sich lohnt, hängt an der Frage, ob man diese vier Voraussagen auch ohne den Boost gespielt hätte. Wenn nicht, hat man sein eigenes Wettprogramm an eine Aktion angepasst, und das ist ein schlechtes Geschäft, ganz unabhängig von der Prozentzahl.
Bei der Gratiswette gilt Ähnliches in verschärfter Form. Der erhaltene Wert hängt an drei Grössen: dem Betrag, der Quote, auf die man sie setzt, und dem Anteil, den der Markt auszahlt. Eine Gratiswette ist am ehesten dort etwas wert, wo die Quote hoch genug ist, um einen nennenswerten Ertrag zu erzeugen, und der Markt nicht allzu teuer ist. Auf einen Favoriten mit 1.20 gesetzt, bleibt von einer Gratiswette über 10 Franken ein möglicher Gewinn von 2 Franken vor der Marge, und der Einsatz selbst kommt bei einem Gewinn nicht zurück. Das ist die ganze Grosszügigkeit in einer Zeile.
Was eine Gratiswette kostet, hat auch eine zweite Seite. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist bei den Schweizer Veranstaltern nicht auszahlbar. Wer damit gewinnt, gewinnt Spielguthaben und kein Geld auf dem Konto. Das ist kein Betrug, aber es ist der Unterschied zwischen einem Guthaben und einem Auszahlungsbetrag, und es gehört zur Bewertung einer jeden Aktion.
Bei den Gratisspielguthaben gilt zudem eine formale Schranke: Für Gratisspiele oder Gratisguthaben braucht der Veranstalter die vorgängige Zustimmung der Gespa. Im Jahr 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Diese Zahl sagt nichts über die Attraktivität der Aktionen, aber sie erklärt, warum das Angebot in der Schweiz schmaler ist als auf ausländischen Plattformen: Es ist genehmigungspflichtig. Wer Aktionen ohne Bewilligung sieht, sieht sie auf einem Weg, der diese Bewilligung nicht kennt.
Die Kostenprobe endet deshalb nicht bei der Prozentzahl. Sie endet bei der Frage, ob eine Aktion das eigene Wettverhalten verändert. Der Kombiboost verlangt vier Voraussagen mit mindestens 1.50. Der Quotenboost verfällt bei einem Cash-Out. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar. Immer wenn eine Bedingung einen dazu bringt, etwas zu spielen, das man sonst nicht gespielt hätte, hat die Marge einen neuen Angriffspunkt gefunden.
Häufige Fragen zu Favoritenwetten in der Schweiz
Warum ist die Quote auf einen Favoriten so tief, und was verrät sie über die Wahrscheinlichkeit?
Die Quote ist der Kehrwert der geschätzten Wahrscheinlichkeit, abzüglich des Aufschlags des Veranstalters. Steht sie bei 1.50, hält der Markt das Ergebnis für ungefähr zwei Drittel wahrscheinlich. Dieser Wert sagt aber nur, wie die Einsätze der anderen stehen. Aus einer tiefen Quote folgt keine Sicherheit, im Gegenteil: Sie bedeutet bei einem Verlust den ganzen Einsatz.
Was macht die Marge des Buchmachers mit einer Wette auf den Favoriten?
Sie ist im Preis schon eingerechnet, bevor man ihn liest. Bei einem illustrativen Zweiwegemarkt zu je 1.90 ergibt die Summe der Kehrwerte rund 1’053, was einer Auszahlungsquote von etwa 94.7 Prozent und einer Marge von etwa 5.3 Prozent entspricht. Je tiefer die Quote, desto stärker wiegt dieser Anteil im Verhältnis zum kleinen möglichen Ertrag.
Wie viel bringt eine Wette mit 20 Franken Einsatz und Quote 1.50?
Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, hier also 30 Franken. Bei Swisslos Sporttip wird dieser Betrag zunächst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Vom möglichen Ertrag geht ausserdem der Aufschlag ab, der im Markt steckt und sich nicht auf der einzelnen Zeile des Wettscheins zeigt.
Weshalb erfüllen Favoriten mit sehr kurzer Quote einen Kombiboost mit Mindestquote 1.50 oft nicht?
Weil der Boost eine Untergrenze pro Voraussage setzt und kurze Favoriten sie unterschreiten. Bei Swisslos Sporttip verlangt der Kombiboost mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50 und erhöht den Nettogewinn um 5 Prozent bei vier Voraussagen. Wer auf sehr klare Favoriten setzt, muss deshalb auf andere Positionen ausweichen, um die Grenze zu erreichen.
Welche Turniere und Wettarten dürfen in der Schweiz überhaupt gespielt werden?
Die Gespa führt die bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten in einer geschlossenen Liste, zuletzt in der Fassung vom 10. September 2026. Qualifikationsrunden und Frauenwettbewerbe sind nur erlaubt, wenn sie dort stehen, Ranglistenwetten nur in bestimmten Fällen, Trainingsläufe gar nicht, Eckball- und Kartenmärkte ebenso wenig. Einen Esport-Abschnitt enthält die Liste nicht.
Wie setze ich Verlustlimiten, damit Favoritenwetten nicht zu teuer werden?
Bei Swisslos Sporttip müssen vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, mit einer Oberlimite von CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren von CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Sinnvoll ist eine Limite, die eine Pechsträhne verkraftet, ohne den Spielraum unnötig gross zu machen.
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