Zwei Veranstalter, zehn Namen: woran sich Super-Bowl-Wetten in der Schweiz entscheiden

Updated Oktober 2026
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Stand: 29. Oktober 2026. Die Bewilligungssituation wurde gegen die Veranstalter- und Spielbewilligungen nach Geldspielgesetz und die Aufsicht der Gespa geprüft.

Ein ovaler Lederball liegt auf einem Rasen, dahinter ragt ein gelbes Torgestell in den Abendhimmel.
Der Super Bowl LX fand am 8. Februar 2026 im Levi's Stadium in Santa Clara, Kalifornien statt; die Seattle Seahawks gewannen 29:13 gegen die New England Patriots.

Der Super Bowl LX ist gespielt. Am 8. Februar 2026 gewannen die Seattle Seahawks im Levi’s Stadium in Santa Clara mit 29:13 gegen die New England Patriots, und wer damals in der Schweiz auf dieses Spiel setzen wollte, hatte dafür genau zwei Adressen zur Auswahl: Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Nicht zehn. Nicht zwanzig. Zwei.

Der nächste Endspielabend ist der 14. Februar 2027 im SoFi Stadium in Inglewood, Kalifornien — Super Bowl LXI. Bis dahin läuft eine ganze Saison, und bis dahin hat sich an der Grundrechnung nichts geändert: Wer hierzulande auf American Football setzen will, setzt bei einem Veranstalter mit eidgenössisch abgesegneter Bewilligung oder bei einem ausländischen Anbieter, der hier keine hat. Der Unterschied zwischen diesen beiden Wegen ist keine Geschmacksfrage, sondern eine Frage dessen, was passiert, wenn etwas schiefgeht.

Die zehn Namen, die im Folgenden unter die Lupe kommen, stehen deshalb nicht in einer Reihe. Zwei von ihnen dürfen das Spiel anbieten; acht tun es ohne Bewilligung, und die Bewilligung, auf die sie sich berufen, hat in der Schweiz keine Wirkung. Das ist die erste Entscheidung, die jeder Wettende trifft, ob er will oder nicht, und sie fällt vor jeder Quotendiskussion.

Die zehn Anbieter im Vergleich: zwei mit Bewilligung, acht ohne

Die Reihenfolge ist keine Rangliste der Wettqualität. Sie folgt der Rechtslage: erst die beiden Veranstalter, die Sportwetten in der Schweiz überhaupt anbieten dürfen, dann die ausländischen Marken, die Schweizer Spielende antreffen und die nach denselben Gesichtspunkten eingeordnet werden.

Anbieter Bewilligungsstatus in der Schweiz Veranstalterin beziehungsweise berichtete Bewilligung
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande)
Playzilla keine Schweizer Bewilligung keine belastbare Bewilligung bekannt; eine ausländische Bewilligung entfaltet nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Wirkung
Betscore keine Schweizer Bewilligung keine belastbare Bewilligung bekannt; eine ausländische Bewilligung entfaltet nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Wirkung
Wettigo keine Schweizer Bewilligung keine belastbare Bewilligung bekannt; eine ausländische Bewilligung entfaltet nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Wirkung
Jackbit keine Schweizer Bewilligung keine belastbare Bewilligung bekannt; eine ausländische Bewilligung entfaltet nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Wirkung
Sportuna keine Schweizer Bewilligung keine belastbare Bewilligung bekannt; eine ausländische Bewilligung entfaltet nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Wirkung
FortuneJack keine Schweizer Bewilligung keine belastbare Bewilligung bekannt; eine ausländische Bewilligung entfaltet nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Wirkung
BetPanda keine Schweizer Bewilligung keine belastbare Bewilligung bekannt; eine ausländische Bewilligung entfaltet nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Wirkung
Bahigo keine Schweizer Bewilligung keine belastbare Bewilligung bekannt; eine ausländische Bewilligung entfaltet nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Wirkung

Was in der Tabelle nach einer Formalie aussieht, ist der eigentliche Inhalt. Zwei Zeilen mit einer Bewilligung, acht Zeilen ohne — und die acht sind untereinander nicht deshalb gleich, weil sie alle ohne Bewilligung dastehen. Sie sind es, weil jeder von ihnen dieselbe Lücke teilt: keine Anbindung an das schweizerische Sperrregister, kein schweizerischer Rechtsweg, und die Möglichkeit, dass die Domain über die Sperrliste der Gespa für Anschlüsse in der Schweiz unerreichbar wird. Wer dort gewinnt, gewinnt bei einem Unternehmen, das sich gegenüber einer Schweizer Aufsicht zu nichts verpflichtet hat.

Die Kehrseite gehört in denselben Absatz. Die Bewilligung ist kein Qualitätsgütesiegel für ein breites Angebot. Sie bringt einen geschlossenen Katalog mit, eine Wohnsitzbedingung, eine Identitätsprüfung — und im Gegenzug vollen Spielerschutz nach Schweizer Recht. Beides ist wahr. Nur ist das eine ein Vorteil und das andere ein Preis, und welcher davon schwerer wiegt, entscheidet sich daran, was der Einzelne mit seinem Konto vorhat.

Zwei Veranstalter, zwei Gebiete — und eine Grenze, die niemand überqueren kann

Swisslos mit Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH durchgeführt, dazu im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura, nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende.

Diese Aufteilung ist die härteste Bedingung des ganzen Themas, und sie trifft einen Teil der Leserschaft sofort. Ein Online-Konto gibt es nur für Personen mit Wohnsitz im jeweiligen Gebiet. Wer in Zürich wohnt, kommt an Jouez Sport nicht heran; wer in Genf wohnt, nicht an Sporttip. Kein Vergleich der Quoten, keine Bonusdiskussion und kein Umweg über einen Verkaufsstellen-Gutschein ändert daran etwas. Die beiden Veranstalter sind kein Duopol im Wettbewerb, sondern zwei Monopole nebeneinander, jedes mit eigenem Zaun.

Was daraus folgt, ist unbequem und trotzdem die ehrliche Antwort auf die Frage, welcher Anbieter der beste sei: Für die meisten Schweizer Wettenden gibt es keine Wahl zwischen den beiden, sondern nur die Wahl zwischen dem einen zuständigen Veranstalter und einem Anbieter ohne Bewilligung. Wer in der Deutschschweiz sitzt, hat faktisch ein legales Angebot; wer in der Romandie sitzt, ebenfalls. Der Vergleich lohnt sich also nicht als Einkaufsbummel, sondern als Frage, ob das eigene lokale Angebot für den geplanten Einsatz gross genug ist.

Playzilla: ohne Bewilligung, ohne schweizerischen Rechtsweg

Playzilla gehört zu den acht Marken, die in der Schweiz keine Bewilligung haben, und dabei bleibt es. Die Bewilligung, auf die sich das Unternehmen beruft, ist nicht belastbar, und selbst wenn sie es wäre, hätte sie nach Art. 4 BGS hier keine Wirkung. Praktisch heisst das: keine Verbindung zum schweizerischen Sperrregister, kein Rechtsweg in der Schweiz, und die Domain kann über die Sperrliste der Gespa gesperrt werden. Wer dort ein Konto führt, führt es auf eigenes Risiko gegenüber einem Anbieter, den die Schweizer Aufsicht nicht erreicht.

Das ist keine Warnung, die man einmal ausspricht und dann vergisst. Es ist die Bedingung, unter der jede weitere Eigenschaft dieses Anbieters zu lesen ist. Ein guter Preis nützt wenig, wenn die Auszahlung im Streitfall vor einem Gericht durchgesetzt werden müsste, das nicht das eigene ist. Die Sperrliste ist das sichtbarste Zeichen dieser Konstruktion: Der Zugang kann von einem Tag auf den anderen weg sein.

Betscore: derselbe Status, ein anderer Name im Gespräch

Bei Betscore wiederholt sich der Befund, und das ist kein Zufall, sondern die Struktur des Marktes. Keine Schweizer Bewilligung, keine Anbindung an das Sperrregister, kein schweizerischer Rechtsweg, Sperrung über die Gespa-Liste möglich. Ein ausländischer Bewilligungsnachweis, so er denn existiert, entfaltet nach Art. 4 BGS keine Wirkung auf Schweizer Boden.

Wer die Marke aus Werbung kennt, sollte den Unterschied zwischen «bewilligt» und «beworben» im Kopf behalten. Die Werbung für Geldspiele, die in der Schweiz nicht erlaubt sind, ist nach Art. 74 Abs. 3 BGS strafbar und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet — ein Satz, der nichts über Betscore als Unternehmen sagt, aber viel darüber, wie wenig eine Anzeige über die Zulässigkeit eines Angebots aussagt.

Wettigo: ein Konto ohne Schweizer Aufsicht

Wettigo reiht sich in dieselbe Gruppe. Kein Schweizer Veranstalter- oder Spielbewilligung, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrlisten-Risiko inklusive. Das bedeutet für den Alltag: Die Bedingungen, die für ein Konto gelten, sind die Bedingungen des Unternehmens, und die Schweizer Behörden können nicht verlangen, dass sie eingehalten werden.

Genau hier zeigt sich, was eine Bewilligung wert ist, ohne dass man sie romantisieren muss. Sie ist kein Versprechen auf gute Quoten. Sie ist ein Rahmen, in dem ein Anbieter sanktioniert werden kann, wenn er sich nicht an seine eigenen Regeln hält.

Jackbit: Marke im Ausland, Regeln im Ausland

Jackbit steht an derselben Stelle der Tabelle: ohne Schweizer Bewilligung, ohne Registeranbindung, ohne hiesigen Rechtsweg, mit dem Risiko der Zugangssperre. Wer hier wettet, wettet nach den Bedingungen eines ausländischen Anbieters — und trägt das Prozessrisiko selbst, falls es zum Streit kommt.

Die Frage, die sich ein Leser an dieser Stelle stellen sollte, ist nicht, ob Jackbit seriös wirkt. Sie lautet, ob man im Streitfall jemanden erreichen kann, der einen zwingen kann, den Streit zu regeln. In der Schweiz ist das bei einem bewilligten Veranstalter die Aufsicht; bei Jackbit ist es niemand.

Sportuna: ohne Bewilligung, mit dem bekannten Nachteil

Sportuna ist der fünfte Name ohne Schweizer Bewilligung in dieser Übersicht. Die ausländische Bewilligung, auf die das Unternehmen verweist, ist in der Schweiz wirkungslos, die Verbindung zum Sperrregister fehlt, und eine Sperrung der Domain über die Gespa-Liste ist möglich.

Es lohnt sich, diesen Punkt einmal auszusprechen, weil er in Werbetexten regelmässig untergeht: Eine Bewilligung aus einem anderen Land ist für einen Schweizer Wohnsitz kein Schutz, sondern nur eine Angabe über den Sitz des Unternehmens. Der Schweizer Spielerschutz endet an der Grenze, und das ist bei einem Grossanlass mit hoher Emotionalität wie dem Super Bowl kein nebensächlicher Punkt.

FortuneJack: ein Name, der nach Casino klingt, und die Grenze zum Sport

FortuneJack ist eine der Marken ohne Schweizer Bewilligung in dieser Übersicht, mit denselben Folgen: kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, mögliche Sperrung über die Gespa-Liste. Zum Sportwettangebot dieses Anbieters und dazu, welche Wettarten rund um den Super Bowl dort überhaupt verfügbar wären, ist auf Basis der verfügbaren Angaben nichts Belastbares zu sagen — was bei einer Marke, die überwiegend als Casino-Adresse auftritt, auch nicht überrascht.

Wichtig ist der Unterschied zwischen dem Angebot und dem Bewilligungsstatus. Fehlende Informationen über das Sportangebot machen den Anbieter nicht besser; sie machen ihn nur unbekannter. Der Bewilligungsstatus bleibt davon unberührt.

BetPanda: dieselbe Lücke, andere Domain

BetPanda führt die Reihe der Anbieter ohne Schweizer Bewilligung fort. Keine Registeranbindung, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrlisten-Risiko. Die ausländische Bewilligung bleibt in der Schweiz ohne Wirkung.

Was für alle acht gilt und hier am deutlichsten wird: Eine fehlende Schweizer Bewilligung ist kein Mangel an Papier, sondern ein Mangel an Durchsetzbarkeit. Wer gewinnt, hat einen Anspruch gegen ein Unternehmen. Ob er ihn realisieren kann, hängt davon ab, ob es eine Stelle gibt, die das Unternehmen dazu bringt.

Bahigo: die letzte Zeile der Liste ohne Bewilligung

Bahigo schliesst die Gruppe ab, ohne dass sich am Befund etwas ändert: keine Schweizer Bewilligung, keine Verbindung zum Sperrregister, kein hiesiger Rechtsweg, Zugangssperre über die Gespa-Liste möglich.

Zehn Namen, zwei Bewilligungen. Wer die Tabelle so liest, hat das Wichtigste schon vor der ersten Quote verstanden. Alles Weitere — Quoten, Kombiwetten, Cash-Out, Limiten — spielt sich innerhalb dieser Zweiteilung ab, und wer sie ignoriert, diskutiert Feinheiten eines Angebots, dessen Rahmen er nicht kontrolliert.

Grundlagen und Einordnung: was am Endspielabend tatsächlich gewettet wird

American Football hat in der Schweiz keinen grossen Ligenbetrieb, aber einen festen Abend im Kalender. Der Super Bowl wird traditionell am zweiten Sonntag im Februar ausgetragen, und dieser Termin ist für viele der einzige Berührungspunkt mit der Sportart im ganzen Jahr. Genau daraus entsteht das Wettverhalten, das diesen Markt prägt: Wenige kennen die Saison, viele kennen das Finale, und das Finale ist das Spiel, auf das gesetzt wird.

Ein Sofa mit Wolldecke und eine Schale Popcorn auf dem Couchtisch in einem Wohnzimmer bei Lampenlicht am späten Abend.
Der Super Bowl LXI ist für den 14. Februar 2027 im SoFi Stadium in Inglewood, Kalifornien angesetzt.

Die Geschichte des Anlasses erklärt einen Teil der Anziehungskraft. Der erste Super Bowl wurde 1967 als AFL-NFL World Championship Game ausgetragen und später als Super Bowl I gezählt; der Name «Super Bowl» wurde 1969 offiziell. Aus einer Meisterschaft zwischen zwei Ligen wurde über die Jahrzehnte ein Medienereignis, dessen Rahmendaten für sich sprechen: Beim Super Bowl LX waren 70’823 Zuschauer im Stadion, den Halbzeit-Auftritt bestritt Bad Bunny, in Deutschland übertrugen RTL und DAZN, und ein 30-Sekunden-Werbespot kostete 10 Millionen US-Dollar.

Diese Zahlen sind keine Randnotizen für Nostalgiker. Sie erklären, warum das Angebot rund um das Endspiel anders aussieht als das einer gewöhnlichen Ligarunde. Ein Ereignis, das eine halbe Milliarde Menschen erreicht, zieht Spezialmärkte an, und die Frage, was davon in der Schweiz überhaupt erlaubt ist, wird im Abschnitt zur Rechtslage beantwortet. Der Punkt hier ist ein anderer: Die Aufmerksamkeit ist gross, die Sachkenntnis ist es nicht. Wer einmal im Jahr auf ein Spiel setzt, dessen Teams er nicht verfolgt hat, setzt auf eine Einschätzung, die er nicht hat.

Wer den Anlass verfolgt, kennt auch die Namen. Die New England Patriots und die Pittsburgh Steelers haben je sechs Super Bowls gewonnen, die San Francisco 49ers und die Dallas Cowboys je fünf. Tom Brady gewann als Spieler sieben Super Bowls; Bill Belichick kommt mit acht Siegen auf die meisten Super-Bowl-Siege einer Einzelperson, zwei davon mit den Giants und sechs mit den Patriots. Solche Listen sind das, was einem Wettenden als Anhaltspunkt einfällt, wenn er nach einem Favoriten sucht. Sie sagen über den 14. Februar 2027 nichts.

Warum der Endspielabend ein anderer Markt ist als die Saison

Ein Super-Bowl-Markt hat eine Eigenschaft, die ihn von einem Ligaspiel im Oktober unterscheidet: Er ist das letzte Spiel der Saison, und damit der letzte Punkt, an dem sich eine ganze Saisonbilanz auszahlen kann. Wer während der Saison auf einzelne Spiele gesetzt hat, trägt an diesem Abend oft mehr als einen offenen Posten. Der Endspielabend bündelt, was über Monate aufgebaut wurde.

Diese Bündelung hat eine praktische Konsequenz, die man nicht auf den ersten Blick sieht: Sie verleitet zu grösseren Einsätzen. Der eine Abend soll es dann richten. Wer im Februar eine Jahresbilanz glätten will, setzt mehr, als er im Oktober gesetzt hätte, und das ist der Moment, in dem die Verlustlimiten im Abschnitt zum Spielerschutz von einer Formalie zu einem Werkzeug werden.

Hinzu kommt die Berichterstattung. Wer den Super Bowl einschaltet, schaltet eine Show ein: eine Halbzeitshow, Werbespots für 10 Millionen US-Dollar pro 30 Sekunden, ein Stadion mit über 70’000 Menschen. Diese Rahmung macht das Spiel zum Ereignis und die Wette zum Teil des Ereignisses. Für den Anbieter ist das kein Problem. Für den Wettenden ist es der Punkt, an dem er sich fragen sollte, ob er auf ein Ergebnis setzt oder auf eine Stimmung.

Der Spielplan als Weg zum 14. Februar 2027

Der Weg zum nächsten Endspiel führt durch eine ganze Saison und durch die Playoffs. Der Super Bowl LXI ist für den 14. Februar 2027 im SoFi Stadium in Inglewood, Kalifornien angesetzt. Bis dahin spielen die Teams eine reguläre Saison, qualifizieren sich über die Playoffs, und erst danach steht fest, wer an diesem Abend tatsächlich antritt.

Für Wettende, die früh eine Siegerwette platzieren, ist das der wichtigste Satz dieses Abschnitts: Ein Team, das im September als Favorit gehandelt wird, muss im Januar noch nicht dabei sein. Langzeitwetten auf den Sieger sind damit nicht nur eine Aussage über die Stärke einer Mannschaft, sondern auch über die Wahrscheinlichkeit, dass sie den Weg bis zum Endspiel übersteht. Das ist ein doppeltes Risiko, und es erklärt, warum solche Quoten oft attraktiver wirken, als sie sind.

Die beiden bewilligten Veranstalter schreiben ihre Programme selbst. Welche Märkte zu welchem Spiel angeboten werden, ist damit eine Frage des jeweiligen Wettprogramms und nicht eine, die man generell beantworten könnte. Wer im Januar auf die Playoffs setzen will, findet die konkreten Partien und Voraussagen im Programm des zuständigen Veranstalters.

Rechtslage in der Schweiz: warum es bei zwei Veranstaltern bleibt

Online-Sportwetten sind nach dem Geldspielgesetz ein Grossspiel. Das BGS (SR 935.51) ist am 1. Januar 2019 in Kraft getreten und regelt in Art. 3 lit. c und e, was darunter fällt. Beaufsichtigt wird das Ganze von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern, deren Grundlage das Geldspielkonkordat ist, in Kraft seit dem 1. Januar 2021. Nicht zuständig ist die ESBK, die ausschliesslich die Casinos überwacht — ein Punkt, der in Diskussionen über Wetten regelmässig verwechselt wird.

Ein Bürogebäude aus Glas in der Dämmerung mit beleuchteten Fenstern, gesehen von einer Strassenecke.
Der erste Super Bowl wurde 1967 als AFL-NFL World Championship Game ausgetragen; der Name «Super Bowl» wurde 1969 offiziell.

Eine Bewilligung braucht zwei Teile: eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel, geregelt in Art. 21 bis 25 BGS. Und sie gilt nach Art. 4 BGS nur in der Schweiz. Das ist der Satz, an dem sich alles Weitere aufhängt. Eine ausländische Bewilligung — aus Curaçao, Malta, Deutschland oder sonst woher — entfaltet auf Schweizer Boden keine Wirkung. Sie ist kein Nachweis, sondern eine Information über den Sitz.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine gibt; die Gespa veröffentlicht lediglich die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains. Die Reingewinne fliessen nach Art. 125 BGS gemeinnützigen Zwecken in den Kantonen zu — bei Swisslos waren das für 2025 CHF 562 Mio., davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe, wobei aus den Sportwetten CHF 109 Mio. stammten nach CHF 122 Mio. im Jahr 2024.

Wer wissen will, ob ein Anbieter in der Schweiz tätig sein darf, hat damit einen einfachen Test: Steht er nicht auf der Liste der beiden Veranstalter, darf er es nicht. Alles andere ist Verhandlung mit sich selbst.

Was überhaupt gewettet werden darf

Das erlaubte Angebot ist eine geschlossene Liste. Die Gespa führt die zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten in einer Liste, die in der Fassung vom 10.09.2026 gilt und sich auf Art. 25 BGS und Art. 29 VGS stützt. Nur Sportereignisse sind zulässig — Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen nicht. Qualifikationsrunden nur, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, Rankings nur dann, wenn das Ranking über den Einstieg in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet, und niemals Wetten auf Trainingsläufe. Corner- und Kartenmärkte erscheinen in der Liste ebenso wenig wie eine Esport-Sektion. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind nach Art. 25 Abs. 2 BGS gesperrt.

Live-Wetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, soweit der Veranstalter über eine entsprechende Entscheidung verfügt; eine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte kennt das BGS nicht. Cash-Out ist nicht geregelt und bleibt eine Funktion des jeweiligen Veranstalters. Zu virtuellen Sportarten ist die Rechtslage nicht geklärt; Esport taucht in der Gespa-Liste schlicht nicht auf.

Der Punkt, der bei einem Endspiel am häufigsten übersehen wird: Die Liste entscheidet, welche Spezialmärkte es geben darf. Wer im Februar nach einer Wette auf den Halbzeit-Auftritt oder auf einen Werbespot sucht, sucht etwas, das nicht angeboten werden darf. Das ist keine Einschränkung des Geschmacks, sondern eine des Katalogs.

Der ausländische Weg: was er kostet

Ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung begeht mit dem Veranstalten von Sportwetten eine Straftat — bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren nach Art. 130 BGS. Der Spielende wird nicht bestraft. Das ist die gute Nachricht und gleichzeitig der Grund, warum die Nachteile so leicht zu übersehen sind: Strafrechtlich passiert ihm nichts, wirtschaftlich kann er alles verlieren.

Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Es gibt keine Spielerschutz-Aufsicht, keine Fair-Play-Kontrolle und keinen Rechtsweg in der Schweiz. Dazu kommt die Sperrliste: Die Gespa veröffentlicht ausländische Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren, gestützt auf Art. 86 bis 93 BGS. Die erste Liste stammte vom 3. September 2019, am Ende des Jahres 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt — Domain-Hopping —, und die Gespa nennt in diesem Zusammenhang Interwetten und Bet-at-Home sowie bet365 als auf der Liste stehend.

Das ist der Moment, in dem die Werbung für ausländische Anbieter und die Praxis auseinanderfallen. Ein Angebot, dessen Domain jederzeit verschwinden kann, ist kein stabiles Konto. Und die Steuerfrage kommt hinzu: Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Praxis etwa im Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als voll steuerbares Einkommen. Je nach Kanton kann ein Gewinn also steuerfrei sein oder voll versteuert werden müssen — und niemand weiss vorher, in welchem Kanton er landet.

Wer die beiden Wege vergleicht, sollte sie nicht als «sicher» gegen «unsicher» buchen. Der bewilligte Weg bringt vollen Schweizer Schutz, aber nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzbedingung und eine Identitätsprüfung. Der ausländische Weg bringt ein breites Programm und keinen Schutz. Beides hat seinen Preis, und nur einer der beiden Preise ist gesetzlich dokumentiert.

Spielerschutz: die Limiten, die vor dem ersten Einsatz stehen

Der Schweizer Weg zum Spielerschutz funktioniert anders, als viele erwarten. Es gibt keine staatlich verordnete Einzahlungsobergrenze. Die Limiten setzt der Spielende selbst, und der Veranstalter muss dafür sorgen, dass eine oder mehrere Höchstwerte für Tages-, Wochen- oder Monatseinsätze beziehungsweise -verluste gesetzt werden — so verlangt es Art. 87 VGS. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach Gesetz nach 24 Stunden; Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an.

Bei Swisslos konkret: Vor der ersten Teilnahme an Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Diese Architektur hat eine Eigenschaft, die man kennen sollte, bevor man sie braucht: Sie schützt nur den, der sie ernst nimmt. Wer die Limite in einer ruhigen Minute hochsetzt, wartet 72 Stunden — und genau diese Frist ist der eigentliche Schutzmechanismus. Drei Tage sind lang genug, dass ein Impuls verpufft. Sie sind kurz genug, dass niemand das Gefühl hat, für immer festzusitzen. Wer am Abend des Super Bowl merkt, dass er mehr setzen will, als er sich im Januar erlaubt hat, kann es nicht mehr.

Sperren, Pausen und das Register

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Rechtlich steht dahinter die Spielsperre nach Art. 80 bis 82 BGS, die Ausschluss überschuldeter oder spielsüchtiger Personen und die Selbstsperre umfasst und in einem gemeinsamen Register der gesperrten Personen erfasst wird. Eine freiwillige Sperre kann nach Art. 84 VGS erst nach drei Monaten aufgehoben werden, unter Beteiligung einer Fachstelle nach Art. 81 BGS; eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden, so Art. 89 VGS.

Für gesperrte oder minderjährige Spielende besteht nach Art. 45 BGS kein Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Das ist ein harter Satz, und er ist ernst gemeint: Wer gesperrt ist und trotzdem gewinnt, hat keinen Anspruch. Wichtiger noch als die Regel ist ihre Wirkung — das Register ist der Grund, warum eine Selbstsperre mehr ist als ein Knopf im Konto. Sie gilt auch dort, wo man sie nicht gesetzt hat.

Der Schweizer Weg zum Spielerschutz funktioniert anders, als viele erwarten. Es gibt keine staatlich verordnete Einzahlungsobergrenze. Die Limiten setzt der Spielende selbst.

Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt, steht ausserhalb dieses Systems. Kein Register, keine Sperre, die über die Domain hinaus wirkt, keine Fachstelle, die eingreift. Eine selbst gesetzte Limite im Konto eines ausländischen Anbieters ist eine Hausregel, die das Unternehmen jederzeit ändern kann und die niemand kontrolliert.

Der Punkt, an dem der Schutz kleiner ist als die Vorschrift

Es wäre zu einfach, die Schweizer Aufsicht als lückenlos zu beschreiben. Die Gespa hat 2025 Testkäufe durchgeführt: An Verkaufsstellen wurde in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer den Schutz an Verkaufsstellen als streng darstellt, hat diese Zahl gegen sich.

Für den Online-Bereich gilt eine andere Lage, und das ist der relevante Unterschied für dieses Thema. Die Registrierung bei Swisslos setzt mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet voraus, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Für Online-Wetten braucht es also mehr als ein Formular.

Dass die Aufsicht an der Verkaufsstelle Schwächen hat, ändert nichts an der Empfehlung für den Endspielabend, im Konto zu spielen statt am Schalter. Der Schalter hat den Test verloren. Das Konto hat eine Prüfung, die die Ausweisnummer liest.

Tipps zum Super Bowl: wie eine Einschätzung entsteht und warum keine sicher ist

Eine Super-Bowl-Einschätzung entsteht aus vier Zutaten, und keine davon ist ein Geheimnis. Die Form der Mannschaften, der Verlauf der Saison, der Zustand des Kaders und die Quoten der Veranstalter — wer diese vier Dinge zusammennimmt, hat eine begründete Meinung. Mehr hat niemand.

Die Form ist der offensichtlichste Punkt und der am schwierigsten zu lesende. Eine Serie von Siegen im Herbst sagt wenig über ein Spiel im Februar, weil dazwischen Monate liegen, in denen sich Kader verändern, Verletzungen entstehen und die Belastung wächst. Beim Super Bowl LX waren es am Ende die Seattle Seahawks, die mit 29:13 gegen die New England Patriots gewannen, und wer 135 Rushing-Yards bei 27 Läufen von Kenneth Walker III als wertvollstem Spieler notiert, hat eine Zahl, die man vorher nicht wusste. Das ist der Kern: Der Ausgang war vorher offen.

Verletzungen sind der Faktor, den Wettende am häufigsten unterschätzen, weil sie zu Beginn einer Saison nicht absehbar sind. Ein Spieler, dessen Ausfall im August gemeldet wird, ist im Dezember längst eingepreist. Ein Spieler, der zwei Wochen vor dem Finale ausfällt, ist es nicht. Deshalb ist eine früh platzierte Langzeitwette auf den Sieger ein anderes Geschäft als eine Wette kurz vor dem Anpfiff — nicht weil die Quoten besser wären, sondern weil das Risiko objektiv grösser ist.

Statistiken sind die Zutat, die am meisten überschätzt wird. Sie beschreiben, was passiert ist. Ob ein Team zahlenmässig überlegen war, sagt etwas über die Liga, aber nichts über ein einzelnes Spiel mit einem speziellen Kader, einer besonderen Vorbereitung und einem Abend, an dem alles passen muss. Wer Statistik als Prognose liest, verwechselt Vergangenheit mit Zukunft.

Die Quoten schliesslich sind die einzige Zutat, die der Veranstalter beisteuert, und sie enthalten den Teil, der über Gewinn und Verlust entscheidet: die Marge. Wie sie funktioniert, steht im Abschnitt zu Wettarten und Quoten. An dieser Stelle genügt der Hinweis, dass eine gute Einschätzung auf einer schlechten Quote immer noch eine schlechte Wette ist.

Wetterlose Wetten gibt es nicht

Ein sicherer Tipp existiert nicht. Das ist keine Floskel für das Kleingedruckte. Es folgt aus dem, was oben über die Form gesagt wurde: Eine Mannschaft kann in der Saison jedes Spiel gewonnen haben und im Finale unterliegen, weil an einem Abend ein Ball springt, ein Schiedsrichter entscheidet oder ein Kicker einen Rekord aufstellt und trotzdem verliert. Der Super Bowl LI im Jahr 2017 war der erste, der in die Verlängerung ging — die New England Patriots gewannen 34:28 gegen die Atlanta Falcons. Wer vorher auf ein spannungsarmes Spielsetzte, hatte unrecht, und sein Irrtum war nicht der Irrtum eines Statistikfehlers, sondern der eines Abends.

Wetten sind kein Einkommen. Der Markt ist so gebaut, dass der Veranstalter über alle Wettenden hinweg etwas behält; wer langfristig gewinnen will, müsste nicht nur innerhalb dieser Logik gewinnen, sondern auch noch gegen die Marge aller seiner Wetten. Das ist möglich, aber selten, und niemand, der darüber schreibt, kennt den nächsten Ausgang.

Was ein Wettender tun kann, ist nicht besser raten, sondern besser rechnen. Er kann prüfen, was ein Gewinn tatsächlich zurückzahlt, was eine Kombination tatsächlich multipliziert und wie viel von jedem Einsatz der Veranstalter einbehält. Das klingt langweiliger als ein Tipp, und es ist die einzige Zutat, die man kontrolliert.

Kombinationen: warum mehr Legs nicht mehr Chance bedeuten

Eine Kombination aus mehreren Voraussagen ist ein Produkt, und sie fühlt sich wegen der grösseren Zahl besser an als sie ist. Wenn zwei Märkte je etwa drei Prozent Marge tragen, trägt die Kombination beide. Bei zehn Legs ist aus einer Vervielfachung der Quote eine Vervielfachung des Nachteils geworden.

Sporttip bietet für Systemwetten und für Kombinationen einen Kombiboost an, und dessen Staffelung sagt mehr über das Angebot als der Marketingname: Mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50 sind nötig, dann beträgt der Bonus auf den Nettogewinn 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Der Boost ist an Bedingungen geknüpft, die man selten liest: gilt nur online für Prematch-, Live- und Systemwetten, und die Mindestquote pro Auswahl ist die Hürde, an der viele Kombinationen scheitern. Fünfzehn Voraussagen mit Mindestquote, die alle zutreffen — wer das schafft, hat den Bonus verdient, nicht umgekehrt.

Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden bei Sporttip ausschliesslich über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Das ist praktisch relevant: Wer zwei Märkte desselben Spiels kombiniert, sollte sicher sein, dass die Funktion sie verbindet.

Wettarten und Quoten: Siegerwetten, Kombis, Spezialmärkte und die Marge

Rund um das Endspiel sind drei Familien von Wetten denkbar. Die Siegerwette benennt den Gewinner des Spiels. Die Kombiwette verbindet mehrere Voraussagen zu einer. Die Spezialwetten umfassen alles, was zu einzelnen Spiel- und Rahmendaten zulässig ist. Welche davon tatsächlich angeboten werden, entscheidet der Veranstalter in seinem Wettprogramm und innerhalb des Katalogs, den die Gespa-Liste zulässt.

Damit sind die lästigen Fälle schon benannt: Halbzeitshow, Werbespots, politische Wetten, Trainingsläufe — alles nicht angeboten und nicht angeboten werden dürfend. Wer dieses Feld vermisst, dem mag Seriosität altmodisch vorkommen. Sie ist es. Sie hat dafür den Vorteil, dass ein Gewinn aus einer erlaubten Wette einklagbar bleibt.

Was der Veranstalter von jedem Franken behält

Die Quote ist das Angebot des Veranstalters, einen Einsatz zu einem bestimmten Vielfachen zurückzuzahlen. Der Gewinn einer Siegerwette ist Einsatz mal Quote, der Nettogewinn Einsatz mal (Quote minus 1). Der Teil der Einsätze, der auf alle Märkte einer Wette verteilt tatsächlich zurückfliesst, wird als Quotenschlüssel oder Auszahlungsquote bezeichnet, und errechnet sich als 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes. Die Marge ist 100 % abzüglich dieser Auszahlungsquote.

Rechnen wir das an einem illustrativen Zweier-Markt, ausdrücklich als Beispiel und nicht als zitierte Quote: Stehen beide Seiten einer Siegerwette bei 1.90, dann liegt der Quotenschlüssel bei 1 / (1/1.90 + 1/1.90), also bei rund 95 %. Die Marge beträgt dann knapp 5 %. Das ist die Bandbreite, in der sich die Rechnung bei einem ausgeglichenen Zweiwegemarkt bewegt — und es ist der Grund, warum eine Quote allein nichts über die Qualität eines Angebots sagt. Beim gleichen Markt mit zwei noch ausgeglicheneren Seiten verändert sich die Marge, ohne dass sich an der Wahrscheinlichkeit im Geringsten etwas geändert hätte. Das ist der Unterschied zwischen einem Preis und einem Geschäftsmodell: Die Quote zeigt, was man gewinnen kann, die Marge zeigt, was man bezahlt hat, um es zu dürfen.

Was eine zu erwartende Kostenrechnung wäre, lässt sich mit derselben Zahl sagen: Die Marge fällt auf jeden Einsatz an, der in einem Markt mit dieser Marge gesetzt wird. Bei einem Einsatz von CHF 100 in einem Markt mit knapp 5 % Marge sind das im statistischen Durchschnitt etwas unter CHF 5 pro Wette — nicht als Gebühr auf der Abrechnung, sondern eingebaut in den Preis. Diese Zahl beschreibt eine Erwartung über viele Wetten, nicht das Ergebnis einer einzelnen. Wer eine Wette gewinnt, zahlt sie in diesem Moment nicht als Abzug; wer hundert Wetten spielt, hat sie bezahlt, ob er verteilt gewinnt oder verliert.

Nun ist das nur eine Quote eines Marktes an einem erfundenen Beispiel. Die tatsächliche Marge eines Super-Bowl-Marktes variiert je nach Veranstalter, Wettart und Zeitpunkt, und sie ist bei exotischen Märkten regelmässig höher als bei der Siegerwette. Wenn ein Angebot mit Spezialmärkten lockt, sollte man nicht annehmen, dass die Marge dort so aussieht wie im Hauptmarkt. Meistens ist sie grösser, weil die Einschätzung schwieriger ist — ein Punkt, den die englischen Buchmacher «picking the pockets» nennen würden, wenn sie ehrlich wären.

Dazu kommen Boost-Aktionen, die den Nettogewinn erhöhen, aber nicht die Marge senken. Ein Quotenboost bei Sporttip gilt nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, ein Profitboost erhöht den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Ein Boost ist also eine Prämie für ein bestimmtes Verhalten, und der Preis dafür ist, dass man den Wettverlauf nicht mehr anfassen darf.

Cash-Out: freiwillig, vollständig und nicht garantiert

Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten.

Der Satz über die Höhe ist der entscheidende. Der angebotene Betrag ist immer kleiner als der volle mögliche Gewinn — sonst wäre es eine Nullrechnung für den Veranstalter. Das ist kein Betrug, sondern Mathematik: Wer vorzeitig aussteigt, verkauft den Rest seiner Chance zum Preis, den der Markt dafür bezahlt. Wer Cash-Out nutzt, um einen Fehler zu korrigieren, tut gut daran; wer es nutzt, um Gewinne mitzunehmen, handelt gegen sich selbst, weil er genau den Teil verkauft, für den er ursprünglich bereit war, ein Risiko zu tragen.

Und die Live-Regel gilt dazu: Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wer live wettet, wettet also gegen ein System, das die Situation schneller sieht als er. Das ist keine Unfairness, sondern ein Hinweis darauf, dass Live-Wetten in Spielen mit häufigen Unterbrechungen schlicht nichts für Anfänger sind.

Reguläre Spielzeit, Verlängerung und der Einsatz

Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Für die Frage, ob eine Verlängerung zur regulären Spielzeit zählt, ist die Antwort damit eindeutig: Nein, nicht automatisch. Wer auf den Endstand nach regulärer Spielzeit wettet, hat verloren, wenn das Spiel in der Overtime entschieden wird — und beim Super Bowl ist die Overtime keine Randerscheinung, sie kam 2017 erstmals vor.

Der Einsatzrahmen bei Sporttip ist eng: Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000, für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Wer für den Endspielabend einen grösseren Betrag plant, sollte diesen Satz zweimal lesen, weil er bedeutet, dass die Limite vor dem Einsatz geprüft werden muss und nicht während des Wetteinsetzens.

Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, jüngere sind ausgeschlossen.

Sportlicher Rahmen: Super Bowl, Saison und der Weg ins Finale

Der Super Bowl ist das Endspiel der National Football League und wird jedes Jahr ausgetragen. Die Bezeichnung «Super Bowl» ist erst seit 1969 offiziell; der erste Austragung 1967 hiess noch AFL-NFL World Championship Game. Seitdem ist einiges passiert, was sich in Zahlen fassen lässt, die man in einer Liga-Runde vergebens sucht.

Am Ende der jüngsten Ausgabe: Super Bowl LX am 8. Februar 2026 im Levi’s Stadium in Santa Clara, Kalifornien. Die Seattle Seahawks gewannen 29:13 gegen die New England Patriots. Zum wertvollsten Spieler wurde Kenneth Walker III gewählt, der 135 Rushing-Yards bei 27 Läufen erzielte; Kicker Jason Myers verwandelte mit fünf Field Goals einen Super-Bowl-Rekord. Rundherum: 70’823 Zuschauer, Bad Bunny in der Halbzeitshow, Übertragungen in Deutschland bei RTL und DAZN, 10 Millionen US-Dollar für 30 Sekunden Werbezeit.

Das ist die Vergangenheit. Die Zukunft ist ein Datum: 14. Februar 2027, SoFi Stadium in Inglewood, Kalifornien, Super Bowl LXI. Dazwischen liegt die Saison mit ihren Playoffs, und wer den langen Weg mitverfolgen will, findet den Spielplan im Wettprogramm des zuständigen Veranstalters — mit dem üblichen Vorbehalt, dass späte Partien erst nach den Playoff-Runden feststehen.

Was die Tradition angeht, lohnt sich ein Blick auf die Verteilung der Titel, weil sie ein Gefühl für die Liga gibt und nicht mehr: Die Patriots und die Steelers haben je sechs Super Bowls gewonnen, die 49ers und die Cowboys je fünf. Tom Brady gewann als Spieler sieben; Bill Belichick hält mit acht Siegen den Rekord für die meisten einer Einzelperson, zwei mit den Giants und sechs mit den Patriots. Wer daraus eine Prognose für 2027 basteln will, bastelt an einer Geschichte, die noch nicht geschrieben ist.

Der Termin selbst ist übrigens traditionell gesetzt: am zweiten Sonntag im Februar. Das macht die Planung einfacher als bei anderen Ereignissen — und es erklärt, warum der Markt rund um den Super Bowl über Monate hinweg offen bleibt. Langzeitwetten auf den Sieger, Vorwetten auf einzelne Spiele der Playoffs und Spezialmärkte, die erst kurz vor dem Anpfiff vollständig ausgebuchst sind, laufen alle auf denselben Abend zu.

Häufig gestellte Fragen

Ja, aber nur bei einem bewilligten Veranstalter. Das sind ausschliesslich Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport, beide mit Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz und unter Aufsicht der Gespa. Acht weitere Anbieter in dieser Übersicht haben keine Schweizer Bewilligung; ihre ausländische Bewilligung entfaltet hier nach Art. 4 BGS keine Wirkung.

Steht American Football auf der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten?

Die Gespa-Liste der erlaubten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten in der Fassung vom 10.09.2026 regelt, was überhaupt angeboten werden darf. Qualifikationsrunden und Frauenwettbewerbe erscheinen nur, wenn sie aufgeführt sind; Trainingsläufe sind ausgeschlossen, ebenso Corner- und Kartenmärkte sowie Esport. Ob ein konkreter Super-Bowl-Markt verfügbar ist, zeigt das Wettprogramm des Veranstalters.

Wann und wo steigt der nächste Super Bowl?

Super Bowl LXI ist für das genannte Datum und Stadion angesetzt. Traditionell wird der Super Bowl am zweiten Sonntag im Februar ausgetragen. Die jüngste Ausgabe, Super Bowl LX, fand am 8. Februar 2026 im Levi’s Stadium in Santa Clara statt und endete mit 29:13 für die Seattle Seahawks gegen die New England Patriots.

Wie entsteht eine Quote auf den Sieger, und was bedeutet die Marge?

Der Veranstalter setzt Quoten so, dass über beide Seiten des Marktes mehr eingenommen als zurückgezahlt wird. Die Marge ist 100 % abzüglich des Quotenschlüssels, also der Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes. Bei einem illustrativen Zweier-Markt mit je 1.90 liegt der Quotenschlüssel bei rund 95 %, die Marge also knapp 5 % — je nach Markt und Anbieter mehr.

Wie rechnet sich der Gewinn einer Kombiwette aus mehreren Quoten?

Die Quoten der einzelnen Voraussagen multiplizieren sich zu einer Gesamtquote; der Nettogewinn ist Einsatz mal (Gesamtquote minus 1). Bei Sporttip gilt für abhängige Ereignisse desselben Spiels die Bet-Builder-Funktion, und der Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit je mindestens 1.50, bevor er bei sieben, zehn oder fünfzehn Auswahlen höher greift.

Zählt beim Super Bowl eine Verlängerung zur regulären Spielzeit?

Bei Sporttip nicht automatisch. Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer auf den Endstand nach regulärer Spielzeit setzt, verliert die Wette, wenn das Spiel in der Overtime entschieden wird — 2017 war das erstmals der Fall.

Inhalt erstellt vom Team «europapokalch.com»