Systemwetten in der Schweiz: Zehn Reihen statt eines Tipps
Stand: 29. Oktober 2026 — Bewilligungsangaben an der Gespa-Aufsicht und den Spielregeln sowie Teilnahmebedingungen von Swisslos Sporttip und Loterie Romande Jouez Sport geprüft.
Eine Systemwette ist keine Wette. Sie ist ein Bündel. Wer drei von fünf Spielen richtig tippt, hat nicht eine Wette gewonnen, sondern mehrere Kombinationen zugleich ins Ziel gebracht — und dafür vorher schon mehr bezahlt, als ein einzelner Schein gekostet hätte. Genau darin liegt das ganze Geschäft: Die Zahl der Wettreihen wächst schneller als die Zahl der richtigen Tipps.

Systemwetten rechner app: Was passiert, wenn aus fünf Tipps zehn Wetten werden
Wer zum ersten Mal ein System auf dem Wettschein ausfüllt, sieht eine Zahl, die nicht zu seinen Tipps passt. Fünf Voraussagen, aber zehn Wettreihen. Der Einsatz multipliziert sich mit zehn, die Trefferwahrscheinlichkeit sinkt pro Reihe, und die Quote jeder Reihe ist das Produkt mehrerer Einzelquoten. Zahlen, die in der ersten Sekunde harmlos aussehen, werden beim Bezahlen konkret.
Bei «3 aus 5» ergeben sich zehn Wettreihen. Wer zwei Franken je Reihe einsetzt, trägt einen Gesamteinsatz von zwanzig Franken auf den Schein. Bei höchstens zwei richtigen Tipps ist diese Wette verloren. Nicht «weniger gewonnen» — verloren, beide Franken mal zehn. Das ist die erste und wichtigste Kostenwahrheit der Systemwette: Der Einsatz steigt mit der Zahl der Reihen, die Sicherheit nicht.

Daraus folgt ein zweiter Gedanke, den die Werbung nie ausspricht. Eine Systemwette schützt nicht gegen die Buchmachermarge. Ob die acht falschen Reihen und die zwei richtigen Reihen insgesamt einen Gewinn ergeben, hängt davon ab, wie viele Reihen ins Ziel kommen und wie hoch die Quoten der Treffer waren. Die Marge sitzt in jeder einzelnen Quote und damit in jeder Reihe. Ein System macht aus einer verlorenen Kombiwette nicht plötzlich ein gutes Geschäft.
Was ein System gegenüber der Kombiwette wirklich ändert, ist die Verteilung der Trefferpflicht. Eine Kombiwette mit fünf Tipps verlangt fünf Treffer. Eine «3 aus 5»-Systemwette verlangt drei, nicht mehr. Der Preis für diese Erleichterung ist der vervielfachte Einsatz. Das ist ein Tausch, kein Geschenk.
Wie viele Wetten aus wie vielen Tipps werden
Die Zahl der Wettreihen kann man nicht «fühlen», man muss sie wissen. Bei «X aus Y» ergibt sich die Zahl der Kombinationen aus der Binomialformel — für die gängigen kleinen Systeme genügt eine Tabelle. «3 aus 6» sind 20 Reihen, «4 aus 5» sind 5 Reihen, «3 aus 5» sind 10 Reihen. Wer den Einsatz auf dem Schein mit der Reihenzahl vergleicht, merkt schnell, wie teuer ein System werden kann, sobald die Tippzahl wächst. Umgekehrt ist die Anzahl der Fehltipps, die eine Wette noch verkraftet, der einzige Puffer gegen einen Totalverlust — und dieser Puffer ist in jedem System auf genau die Differenz zwischen X und Y begrenzt.
Der Systemschein und die Bankwette
Eine Bankwette ist eine Voraussage, die auf jedem Systemschein als «gesetzt» gilt; sie wird in allen Reihen mitgezählt. Das klingt nach Sicherheit und ist das Gegenteil davon. Wer eine Bank einbaut, senkt die Reihenzahl, weil die Zahl der verbleibenden Tipps kleiner wird — aber er macht den ganzen Schein von einer einzigen Quote abhängig. Diese Quote steckt dann in jeder Reihe, und wenn sie danebengeht, geht alles daneben. Die Bank ist ein Konzentrationswerkzeug, kein Sicherheitsnetz.
Wettmärkte der beiden Schweizer Veranstalter im Vergleich
Wer in der Schweiz eine Systemwette platzieren will, hat zwei Adressen, weil die Kantone die Zahl der Veranstalter auf zwei begrenzt haben. Beide betreiben Sportwetten als Grossspiel, beide unterstehen der Gespa, beide haben unterschiedliche Einsatzgrenzen, und beide haben ganz unterschiedliche Reichweiten.
| Veranstalter | Bewilligungsstatus | Veranstalterin bzw. gemeldete Bewilligung | Höchsteinsatz | Servicegebiet |
|---|---|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS | Swisslos, Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel | CHF 10’000 je Systemwette, CHF 1’000 je Einzel- oder Kombinationswette | Deutschschweizer Kantone, Tessin, Fürstentum Liechtenstein |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS | Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande | CHF 7’500 Gesamteinsatz je Wettschein mit Multiples, CHF 500 je Einzel- oder Kombiwette | Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt, Wallis |
| 20Bet | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht festgestellt | — | — |
| ZotaBet | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht festgestellt | — | — |
| X3Bet | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldet: Tobique in Kanada | — | — |
| Funbet | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht festgestellt | — | — |
| Bruce Bet | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht festgestellt | — | — |
| HornetBet | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht festgestellt | — | — |
| BetAlright | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht festgestellt | — | — |
| BillyBets | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht festgestellt | — | — |
Die Tabelle zeigt nicht nur Spalten, sie zeigt ein Gefälle. Bei Sporttip liegt der Höchsteinsatz für eine Systemwette zehnmal höher als für eine Einzel- oder Kombinationswette — die Veranstalterin muss mit einer ganzen Reihe von Einzelwetten rechnen und gibt dem Spieler die Möglichkeit, das System mit einem deutlich höheren Gesamtbetrag zu versehen. Bei Jouez Sport steht an dieser Stelle eine Gesamtobergrenze von CHF 7’500 für einen Wettschein mit Multiples. Wer sein Budget kennt, sieht sofort: Die Systemwette ist kein Format für kleine Beträge, wenn man die Reihe nicht bewusst klein hält.
Der Mindesteinsatz macht den zweiten Kostenpunkt sichtbar. Bei Jouez Sport beträgt er online CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2. Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1. Ein System mit zehn Reihen beginnt dort also bei CHF 10 — und das ist der Betrag, der tatsächlich vom Spielguthaben abgeht, nicht der Betrag pro Reihe.
Was eine Reihe bei drei Quoten wirklich einbringt
Der Einsatz pro Reihe entscheidet über den möglichen Rückfluss, und der Rückfluss ist das, was nach dem Zufall übrig bleiben kann. Ein einziges Rechenbeispiel bringt das auf den Punkt: CHF 1 pro Reihe, Kombinationen aus drei Auswahlen mit Quoten 1.50, 2.00 und 2.50. Je nach Zusammenstellung der Reihe multiplizieren sich diese Quoten zu einer Gesamtquote zwischen etwa 7.50 und 9.38; der Rückfluss je gewonnener Reihe liegt damit zwischen rund CHF 7.50 und CHF 9.38, der Nettogewinn zwischen rund CHF 6.50 und CHF 8.38. Bei zehn Reihen steht dem ein Gesamteinsatz von CHF 10 gegenüber. Das ist keine zugesicherte Zahl, sondern eine Bandbreite unter der Annahme, dass die drei Quoten dieser Reihe alle im Ziel sind; die Marge des Marktes steckt in den Quoten selbst und nicht daneben.
Der Unterschied zu einer Kombiwette aus denselben fünf Tipps ist damit bezifferbar. Eine Kombiwette mit fünf Auswahlen hätte eine deutlich höhere Gesamtquote, aber sie steht und fällt mit fünf Treffern. Die Systemwette tauscht einen Teil dieser hohen Quote gegen die Chance, mit drei richtigen schon etwas zurückzubekommen. Dieser Tausch ist der eigentliche Preis der Systemwette, und er ist nicht in Franken zu messen, sondern in entgangener Quote.
Systemwetten strategie: Warum mehr Reihen nicht mehr Sicherheit bedeuten
Systemwetten gelten als Mittelweg zwischen Einzel- und Kombiwette. Das stimmt insofern, als sie einen Puffer anbietet: Einige Treffer genügen für einen Gewinn, aber nicht jeder Fehler ist verzeihbar. Es stimmt nicht in dem Sinne, in dem viele es lesen. Ein System ist keine Risikostreuung im Sinne der Kapitalanlage. Es ist eine andere Wette mit mehreren Eintrittskarten.
Eine Strategie ergibt nur Sinn, wenn sie auf die tatsächliche Mechanik aufsetzt. Wer ein «3 aus 5» spielt, kauft sich die Chance auf zwei Fehltipps. Wer stattdessen «4 aus 5» spielt, kauft sich nur noch einen Fehltipp — und halbiert dabei die Zahl der Reihen auf fünf. Die Frage ist nicht, welches System objektiv besser ist; das ist keine Eigenschaft des Systems, sondern hängt von der Quote und vom Budget ab. Die Frage ist, wie viel Puffer man sich leisten will und kann.
Eine Strategie kann die Marge nicht schlagen. Viele Spieler wollen mit Systemwetten das Muster der Buchmacher umgehen. In der Praxis ist das eine Illusion: Die Marge steckt in jeder Quote, das System fügt keine zusätzliche Chance hinzu. Wer sein Budget nach dem System richtet, tut etwas Sinnvolles. Wer sein System nach einem erhofften Gewinnmuster richtet, tut etwas Gefährliches.
Quotenboosts, Kombiboost und Systemwetten
Boosts und Systemwetten sind nicht dasselbe, und der Unterschied ist praktisch. Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wer ein System spielt, greift in der Regel also weder zum Quotenboost noch zum Profitboost. Der Sporttip-Kombiboost gilt dagegen nur online, einschliesslich Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Das ist der einzige Hebel, der auf Systemwetten tatsächlich wirkt — und auch er nicht gratis, weil die Mindestquote von 1.50 die Auswahl der Spiele einschränkt.
Der Kombiboost macht die Streitfrage deutlich: Er belohnt mehr Voraussagen, aber dieselbe Bedingung macht die Auswahl schwerer. Wer fünfzehn Auswahlen mit je mindestens Quote 1.50 zusammenbringt, hat den vollen Bonus — und ein grösseres Risiko. Der Bonus gleicht das nicht aus, er macht nur einen Teil des Scheins attraktiver.
Die Grenzen selbst gesetzter Limiten
Ein System kann nicht mehr kosten, als das Guthaben hergibt, aber es kann das Guthaben schneller leeren als gedacht. Bei Sporttip müssen Spielende vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und einer Grenze von CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage ist möglich. Wer sich vor dem ersten System eine niedrige 30-Tage-Limite setzt, schützt sich vor dem klassischen Fehler: der schnellen Wiederholung des Systems nach einem Beinahe-Treffer.
Das klingt nach Gängelung, ist aber der einzige Schutz, der wirklich greift. Die Limite ist die einzige Zahl auf dem Wettschein, die nicht der Zufall schreibt.
Grundlagen der Systemwette: Reihen, Einsatz und was wirklich gezahlt wird
Die Mechanik ist schnell erklärt und wird doch ständig falsch erzählt. Eine Systemwette ist eine Reihe sich ähnelnder Kombinationswetten, geschrieben als «X aus Y». Y ist die Zahl der ausgewählten Ereignisse, X die Zahl der Treffer, die eine einzelne Kombination innerhalb des Systems enthalten muss. Bei «3 aus 5» werden aus fünf Tipps alle Dreierkombinationen gebildet — zehn Reihen. Bei «2 € je Wettreihe» ergibt sich ein Gesamteinsatz von 20 €. Bei höchstens zwei richtigen Tipps ist diese Wette verloren.

Die Schweizer Praxis trennt davon die Form des Wettscheins. Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Diese Feinheit ist im Alltag wichtig: Der Maximalbetrag eines Systems liegt höher als der einfacher Wetten, der Mindestbetrag pro Reihe bleibt aber derselbe wie bei Einzel- und Kombinationswetten.
Wer ein System auf zehn Reihen aufbaut und dabei den Mindesteinsatz pro Reihe einhält, landet schnell bei einem zweistelligen Betrag. Genau dort wird die Systemwette für kleine Budgets unhandlich, und genau dort bleiben viele Systeme liegen: nicht am falschen Tipp, sondern am zu hohen Einsatz.
Wann die Wette ungültig wird
Bei Sporttip wird eine Wette ungültig, wenn ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn (oder im Rahmen eines Turniers) nachgeholt wird. Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Auf ein System übertragen heisst das: Die abgesagte Auswahl fällt praktisch aus den Reihen heraus, das System schrumpft in seinen Kombinationen. Für den Spieler ist das in der Regel günstiger als ein Totalverlust — aber es ist auch nicht das, was er geplant hatte, denn seine Auswahl war auf X Treffer aus Y Ereignissen gerechnet.
Ein verwandtes Thema ist die Live-Wette. Bei Sporttip gilt eine Live-Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid) kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Für ein System heisst das: Eine Auswahl kann im Nachhinein herausfallen, nicht weil sie falsch war, sondern weil sie zu spät gesetzt oder in einer Entscheidungssituation bewertet wurde. Ein Kostenrisiko, das man nicht sieht, wenn man nur die Quote ansieht.
Auch die reguläre Spielzeit ist definiert: Sie umfasst bei Sporttip die reguläre Spieldauer (etwa Fussball 90 Minuten) plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer ein System auf «Endstand» aufbaut, muss diese Definition kennen, sonst rechnet er mit falschen Treffern.
Und schliesslich: Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Ein System, das zwei Ereignisse derselben Veranstaltung in einer Reihe hat, kann also im Nachhinein verschwinden. Das ist kein Randfall, wenn man gewohnt ist, mehrere Märkte desselben Spiels zu mischen.
Cash-Out und Gewinnermittlung bei Systemwetten
Was ein System am Ende wert ist, entscheidet nicht nur die Trefferzahl, sondern auch die Frage, ob man überhaupt bis zum Ende wartet. Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.
Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Für einen Systemschein bedeutet das etwas Unangenehmes, das die Regeln offenlegen: Die Aufzählung nennt Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten. Wer einen Systemschein frühzeitig verkaufen möchte, muss also prüfen, ob er nicht genau aus dieser Kategorie herausfällt. Der frühe Ausstieg ist keine Selbstverständlichkeit, die man mit dem Kauf eines Systems erwirbt.
Bei der Gewinnermittlung geht Sporttip zweistufig vor: Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote (bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten) und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei einem Systemschein wird das für jede gewonnene Reihe einzeln gerechnet, es summieren sich also mehrere Rundungen. Praktisch relevant ist das für kleine Einsätze: Bei CHF 1 pro Reihe liegen die Unterschiede im Rappenbereich, bei einem System über viele Reihen kommen sie zusammen. Wer Gewinne nachrechnet, muss diese zweistufige Rundung kennen — die Summe der Reihengewinne ist nicht einfach Einsatz mal durchschnittliche Quote.
Schliesslich gibt es die Frist, an die viele nicht denken. Sporttip-Gewinne verfallen, wenn sie nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden — zugunsten des Zwecks der Swisslos. Eine Einsprache gegen eine verweigerte Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Beide Fristen sind kurz gemessen an einem System, dessen einzelne Reihen unterschiedlich lange auf die Klärung eines Ereignisses warten.
Die zehn Veranstalter im Einzelnen
Ein Systemwetten-Vergleich kann die beiden Schweizer Veranstalter nicht als zwei Varianten derselben Sache behandeln. Sie sind zwei Firmen mit zwei Bewilligungen, zwei Servicegebieten und zwei völlig unterschiedlichen Vorstellungen davon, was ein Wettschein kosten darf.
Swisslos Sporttip: der Maximalbetrag von CHF 10’000 je Systemwette
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt — zusammen das Swisslos-Vertragsgebiet.
Der Kern der Sache ist die Limite. CHF 1 Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten, CHF 1’000 Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette, CHF 10’000 für eine Systemwette. Das ist die höchste Zahl auf dem Schweizer Markt und der Grund, warum ein System hier überhaupt für grosse Beträge spielbar ist. Es ist aber auch ein Angebot, das den Einsatz pro Reihe in die Höhe treiben kann, denn ein System mit zehn oder zwanzig Reihen erreicht die Limite schnell, ohne je ein hoher Betrag pro Reihe zu sein.
Ein weiterer Punkt, der im Vergleich auffällt: Swisslos vermittelt mehrere Zahlungswege, unter anderem PostFinance Pay, bei dem die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird. Spielguthaben wird innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto ausgezahlt; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen, Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Für System-Spieler mit mehreren kleinen Reihengewinnen heisst das: Es gibt keinen Weg an der Namensprüfung vorbei, und die zweite gratis Auszahlung ist ein echter Vorteil gegenüber der dritten.
Die eigentliche Bewertung fällt hier nicht über die Höhe der Limite, sondern über die Frage, ob sie nützt oder schadet. Wer CHF 10’000 auf einen Schein setzen kann, kann sein Budget in einem Zug verbrennen. Das ist kein Argument gegen Sporttip, aber es ist der Grund, warum die selbst gesetzte Verlustlimite bei Swisslos vor der ersten Teilnahme erzwungen wird und warum das Setzen dieser Limite vor dem ersten System keine Formalität ist.
Loterie Romande Jouez Sport: Multiples und die Gesamteinsatzgrenze
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Ein Online-Konto steht nur Personen offen, die in ihrem Servicegebiet wohnen — wer im Wallis wohnt, kann Jouez Sport online nutzen, wer in Zürich wohnt, nicht.
Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3 und für Multiples CHF 2. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten beträgt CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.
Für System-Spieler ist das eine andere Welt als bei Sporttip. Die Höchsteinsatzgrenze für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500, und der Gesamtbetrag für einen Schein mit Multiples ist auf CHF 7’500 begrenzt. Wer mehr als die übliche Zweistelligkeit einsetzen will, stösst in der Westschweiz schneller an eine Wand. Die gute Nachricht: Die Verkaufsstellen sind die gleiche Adresse für Bargeldkäufe, und die Mindestquote von 1.10 ist niedrig genug, um auch schwache Favoriten zu spielen.
Die Bewertung ist eine Frage der Ausrichtung. Jouez Sport ist das Angebot für moderate Systeme mit mehreren kleinen Reihen; wer mit hohen Einzelbeträgen auf wenige Spiele setzt, findet hier die engere Grenze. Das ist keine Schwäche des Produkts, sondern eine andere Zielgrösse.
20Bet: kein Schweizer Bewilligungsverfahren, kein hiesiges Netz
20Bet darf in der Schweiz nicht als Veranstalter auftreten: Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen Sportwetten hier veranstalten. Eine gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt, und eine allfällige ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung. Es besteht kein Anschluss an das schweizerische Sperrregister, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, und die Domains können auf die Gespa-Sperrliste gesetzt und von Telecom-Anbietern per DNS blockiert werden.
Was das für eine Systemwette konkret bedeutet: Ein System vervielfacht den Einsatz, und hier steht diesem Einsatz keine Schweizer Spielerschutzmechanik gegenüber. Das ist der Punkt, an dem 20Bet im Vergleich der beiden Veranstalter automatisch verliert. Wer ein System über zehn oder zwanzig Reihen spielt, trägt das doppelte Gewicht eines Kontos, auf das die Schweizer Limiten nicht angewendet werden.
ZotaBet: System-Konto ohne Anschluss an das Sperrregister
Bei ZotaBet ist die Ausgangslage identisch: keine Schweizer Bewilligung, eine gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, keine Wirkung in der Schweiz. Es gibt keinen Anschluss an das Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann gesperrt werden.
Ein Systemwetten-Konto auf einer Plattform ohne Schweizer Bewilligung heisst in der Praxis, dass die selbst gesetzten Limiten des Schweizer Systems und die Einzahlungs-Obergrenzen fehlen. Genau die Mechanismen, die eine Systemwette vor dem Budget-Ende bewahren, sind hier nicht verpflichtend. Wer ZotaBet spielt, sollte das wissen; wer sein System auf zehn oder zwanzig Franken begrenzt, merkt den Unterschied weniger.
X3Bet: die gemeldete Tobique-Bewilligung und ihre Grenze in der Schweiz
X3Bet fällt in eine eigene Rubrik: Als gemeldete Herkunft einer Bewilligung nennt Drittquellen Tobique in Kanada. Diese Angabe ist hier wichtig, weil sie zeigt, wie wenig sie in der Schweiz bedeutet. Eine ausländische Bewilligung — gleich aus welchem Land — entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Die Konsequenz ist dieselbe wie bei den anderen ausländischen Plattformen: kein Anschluss an das schweizerische Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Möglichkeit einer DNS-Sperre.
Wer sich von einer Bewilligung beeindrucken lässt, sollte prüfen, wofür sie gilt. Eine Bewilligung für ein anderes Land regelt nicht, ob ein System-Schein mit zehn Reihen in der Schweiz durchsetzbar ist.
Funbet: gleiche Ausgangslage, gleiche Konsequenz
Funbet verfügt über keine Schweizer Bewilligung. Da keine Bewilligung vorliegt, ist das Anbieten von Sportwetten in der Schweiz strafbar, und der Spieler geniesst den Schutz nicht, den das Schweizer System bietet.
Die Konsequenz für das Budget: Ein System, das zehn oder mehr Wetten pro Schein verbindet, hat hier keine der Schweizer Schutzmechanismen an seiner Seite. Das macht Funbet in einem Vergleich der Systemwetten nicht stärker, sondern schwächer — unabhängig davon, ob die Plattform mehr Systemvarianten oder eine andere Mindestquote anbietet.
Bruce Bet: ein Systemkonto ausserhalb des Schweizer Aufsichtsrahmens
Bruce Bet hat keine Schweizer Bewilligung, eine gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt, und es gibt keinen Anschluss an das schweizerische Sperrregister. Dasselbe Bild: keine Schweizer Aufsicht, kein Schweizer Rechtsweg, mögliche DNS-Sperre.
Für einen Systemwetten-Spieler ist die eigentliche Frage nicht, ob das Konto funktioniert, sondern ob es im Problemfall funktioniert. Ein System mit zehn Reihen kann eine schlechte Reihe haben, und die Frage, wohin man sich danach wendet, entscheidet über den Wert des Angebots.
HornetBet: Domain-Hopping und die Sperrliste
HornetBet operiert ohne Schweizer Bewilligung. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste von Domains ausländischer Anbieter, und Telecom-Anbieter blockieren sie per DNS. Blockierte Domains werden allerdings innerhalb von Stunden ersetzt — das sogenannte Domain-Hopping —, und in diesem Zusammenhang nennt die Gespa unter anderem Interwetten und Bet-at-Home; auch bet365 wird als auf der Liste geführt genannt.
Für den Spieler heisst das: Die Adresse, an der er sein System platziert, kann morgen blockiert sein. Das ändert nichts an der Bewilligungsfrage, macht aber die praktische Planung eines Systems mit zehn Reihen unsicherer als bei den beiden Schweizer Veranstaltern.
BetAlright: die Bewilligungsfrage bleibt offen
BetAlright besitzt keine Schweizer Bewilligung. Das ist in diesem Vergleich keine Kleinigkeit, sondern der zentrale Punkt: Wer ein System spielt, nimmt eine erhöhte Einsatzhöhe in Kauf. Genau diese Einsatzhöhe ist in einem bewilligten Schweizer System an Limiten gebunden.
Ein weiterer Gesichtspunkt: Die Schweizer Behandlung von Gewinnen aus ausländischen Anbietern unterscheidet sich von der bei Schweizer Grossspielen. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, werden aber in der kantonalen Steuerpraxis — etwa im Thurgau — unabhängig von der Höhe als steuerbares Einkommen behandelt. Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt, muss also vor dem ersten System die kantonale Praxis klären; dafür ist ein Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung die richtige Adresse.
BillyBets: was am Ende zählt, ist nicht die Reihenzahl
BillyBets ist nicht im Besitz einer Schweizer Bewilligung. Es gibt keinen Anschluss an das schweizerische Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden.
Der Vergleich mit Sporttip macht den Unterschied in einem Satz deutlich: Beide Plattformen mögen «X aus Y» anbieten, aber nur eine bietet es innerhalb des Schweizer Aufsichtsrahmens mit erzwungenen Selbstlimiten, Anschluss an das Sperrregister und einem Schweizer Rechtsweg. Bei BillyBets fehlt nach den vorliegenden Bewilligungsangaben genau dieser Rahmen. Wer sein System bei Sporttip spielt, bekommt dabei noch einen Bonus zwischen 5 und 100 % auf den Nettogewinn — ein Zusatz, der an die Mindestquote von 1.50 je Voraussage gebunden ist und im Ausland nicht in der gleichen Form versprochen wird.
Wie das System in der Schweiz bewilligt wird
Die Rechtslage ist bei Systemwetten kein Nebenthema, sondern der Grund, warum es überhaupt zwei Anbieter gibt und nicht zwanzig. Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019; Art. 3 lit. c und e) und werden von der Gespa beaufsichtigt, nicht von der ESBK, die nur die Casinos beaufsichtigt. Eine Bewilligung braucht ein Veranstalter- und ein Spielbewilligungsverfahren (Art. 21–25 BGS) und gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine gibt — die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten Auslandsdomains. Die Reinerträge fliessen an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen (Art. 125 BGS).
Das ist der Rahmen, in dem eine Systemwette stattfindet, und er erklärt die beiden Extreme des Vergleichs. Wer die Zahl der Reihen erhöht, erhöht seinen Einsatz — in einem System mit zwei Veranstaltern, zwei Servicegebieten und einem gemeinsamen Aufsichtsrahmen. Wer stattdessen zu einem ausländischen Anbieter wechselt, verlässt diesen Rahmen vollständig.
Was gesetzt werden darf — und was nicht
Der bewilligte Angebotsrahmen ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden nur, wenn sie auf der Liste stehen, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie auf der Liste stehen, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet, nie Wetten auf Trainingsläufe. Die Liste enthält keine Eckball- oder Kartenmärkte und keinen Esport-Bereich. Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen sind gesperrt (Art. 25 Abs. 2 BGS). Live-Wetten sind erlaubt, vor dem Spiel und live, wenn der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung hat; das BGS enthält keine Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Cash-Out ist nicht geregelt — es ist als Funktion jedes Veranstalters zu beschreiben, bei Sporttip etwa für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, nur als vollständiges Cash-Out und ohne Garantie pro Markt.
Für System-Spieler ist die Liste keine Formalie, sondern eine Einschränkung der Auswahl. Wer ein «4 aus 6» bauen will, muss sechs zugelassene Ereignisse finden, die zusammen angeboten werden. Die geschlossene Liste macht das enger, und die Systemwette lebt von der Vielfalt der Auswahl.
Spielerschutz, Sperrregister und warum die Limiten nicht vom Staat kommen
Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Minderjährige sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Ein Konto pro Spieler mit verifizierter Identität (Art. 47–52 VGS). Die Limiten setzt der Spieler, nicht der Staat: Der Veranstalter muss einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen (Art. 87 VGS). Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach Statut nach 24 Stunden — Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Ein gesetzlicher Einzahlungsdeckel existiert in der Schweiz nicht.
Die Spielsperre (Art. 80–82 BGS) sieht den Ausschluss überschuldeter oder suchtgefährdeter Personen und die Selbstsperre vor, eingetragen in ein gemeinsames Register gesperrter Personen. Eine freiwillige Spielsperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS), unter Beteiligung einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Gesperrte oder minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS).
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.
Das ist die wichtigste Passage der ganzen Seite, und sie ist nicht angenehm. Wer eine Systemwette spielt, hat mehrere Reihen und mehrere kleine Chancen. Wer nicht aufhört, wenn diese Reihen leer ausgehen, hat kein Wettproblem, sondern ein Budgetproblem. Die Gespa prüft nicht die Kontoauszüge; sie prüft nur, ob die Limite gesetzt ist. Und wer sich sperren lässt, sperrt sich breiter, als er denkt — auch für Casinos und für Liechtenstein. Genau das ist der Sinn. Wer merkt, dass er die Einsätze nicht mehr im Griff hat, findet hier den Weg, der nicht über den Wettschein führt.
Die Prüfung der Verkaufsstellen
Die Gespa-Testkäufe von 2025 zeigen ein unbequemes Ergebnis: An Verkaufsstellen wurde in 47.5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer die Jugendschutzpraxis an der Verkaufsstelle als streng darstellt, geht damit am Befund vorbei. Für die eigene Planung heisst das: Wer an einem Kiosk ein System spielt, verlässt sich besser nicht darauf, dass die Kontrolle des Verkaufspersonals ihn schützt. Der Schutz der eigenen Limiten liegt bei ihm selbst.
Sporttip und Jouez Sport im Kopf-zu-Kopf-Vergleich
Zwei Veranstalter, zwei Produkte und zwei völlig verschiedene Vorstellungen davon, was ein Wettschein kosten darf. Die folgende Übersicht stellt die Systemwetten-Frage in den Mittelpunkt.
| Kriterium | Swisslos Sporttip | Loterie Romande Jouez Sport |
|---|---|---|
| Bewilligungsstatus | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa |
| Mindesteinsatz je Reihe | CHF 1 | online CHF 2, Verkaufsstelle CHF 3, Multiples CHF 2 |
| Höchsteinsatz je Wette | CHF 1’000 je Einzel- oder Kombinationswette, CHF 10’000 je Systemwette | CHF 500 je Einzel- oder Kombiwette, CHF 7’500 Gesamteinsatz je Wettschein mit Multiples |
| Höchstgewinn | Gewinn wird auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen abgerundet | CHF 300’000 je Einzel- oder Kombiwette, CHF 1’000’000 für alle Multiples zusammen |
| Zahl der Voraussagen je Kombination | Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten | 2 bis 10 Voraussagen, Gesamtquote mindestens 1.10, höchstens 100’000 |
| Servicegebiet | Deutschschweizer Kantone, Tessin, Liechtenstein | Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt, Wallis |
| Zahl der Verkaufsstellen | nicht festgestellt | 2’350 Verkaufsstellen, 221 Mitarbeitende |
Die Tabelle lässt sich schnell lesen, aber ihr Wert liegt nicht in den Zahlen allein. Auffällig ist die Doppelstruktur der Höchsteinsätze: Sporttip nennt zwei verschiedene Obergrenzen, eine für einfache und eine für Systemwetten. Jouez Sport nennt eine Grenze für einfache Wetten und eine für den Schein mit Multiples insgesamt. In beiden Fällen ist der Systemschein die grössere Kategorie — die Veranstalter wissen, dass ein System mehr kostet.
Der zweite Punkt ist die Mindestquote. Bei Jouez Sport liegt die Mindestquote bei 1.10; bei Sporttip gibt es keine vergleichbare Mindestquote, dafür aber die Kombiboost-Grenze von mindestens 1.50 je Voraussage. Wer zwischen beiden wählt, wählt damit auch, wie gross seine Auswahl an Favoriten sein darf.
Was ein Systemwetten-Schein in einem konkreten Fall kostet
Die beste Vorbereitung ist ein durchgerechnetes Beispiel; die Zahlen darin sind aber kein Versprechen, sondern eine Bandbreite unter einer Annahme.
Angenommen, jemand wählt drei Ereignisse mit Quoten 1.50, 2.00 und 2.50 und setzt CHF 1 pro Reihe. Bei «3 aus 3» gibt es nur eine Reihe, und die Gesamtquote ist das Produkt der drei Einzelquoten. Bei CHF 1 Einsatz beträgt der Rückfluss bei Treffer CHF 7.50, der Nettogewinn CHF 6.50.
Bei «3 aus 5» sind es dagegen zehn Reihen: Aus den fünf Voraussagen werden zehn Dreierkombinationen gebildet. Bei CHF 1 je Reihe liegt der Gesamteinsatz bei CHF 10, bei CHF 2 je Reihe bei CHF 20. Gewonnen wird nur, wenn eine der zehn Reihen alle drei Tipps trifft; richtig getippt werden müssen also lediglich drei der fünf Spiele. Bei nur zwei Treffern ist der Schein verloren.
Die Bandbreite des Rückflusses entsteht durch die Zusammenstellung der Reihen. Steckt in einer Reihe die Kombination 1.50 × 2.00 × 2.50, ergibt das bei CHF 1 rund CHF 7.50 zurück; steckt eine schwächere Kombination in der Reihe, entsprechend weniger. Über alle Reihen liegt der Rückfluss je getroffener Reihe bei diesem Einsatz zwischen rund CHF 7.50 und CHF 9.38. Kommen keine drei Treffer zusammen, ist der Gesamteinsatz von CHF 10 weg — und das ist der Betrag, den ein Spieler in dieser Konstellation verliert.
Was das Beispiel lehrt, ist der eigentliche Preis der Systemwette: Nicht die einzelne Reihe ist teuer, sondern die Summe der Reihen bei kleinen Einsätzen. Bei zehn Reihen und CHF 1 je Reihe zahlt man CHF 10 für eine Chance, die an drei von fünf Tipps hängt. Der Unterschied zur Kombiwette ist der Unterschied zwischen «alles oder nichts» und «drei reichen» — und der Preis für diesen Unterschied ist der Einsatz mal zehn.
Grundlagen der Systemwette: Schreibweise, Quoten und der Gesamteinsatz
Wer ein System zum ersten Mal auf dem Wettschein sieht, sieht vor allem eine Schreibweise. «X aus Y» bedeutet: aus Y Voraussagen werden alle Kombinationen mit X Voraussagen gebildet. Bei «3 aus 5» ergeben sich zehn Reihen, bei «4 aus 5» nur fünf, bei «5 aus 5» genau eine — die letzte ist die Kombiwette, die einfachste Rechnung, aber auch die schwierigste Wette. Die Wahl des Systems entscheidet also nicht nur über die Trefferpflicht, sondern über den Gesamteinsatz: Ein grösseres X verkleinert die Zahl der Reihen und damit den Gesamteinsatz, verlangt aber mehr Treffer.
Eine Systemwette berechnet den Gewinn pro Reihe wie eine Kombiwette: Die Gesamtquote einer Reihe ist das Produkt der Einzelquoten. Wer Systeme vergleicht, vergleicht also nicht die Reihenzahl allein, sondern das Produkt aus Reihenzahl und Reihenquote. Diese Multiplikation ist der Grund, warum ein System mit vielen Reihen und niedrigen Quoten am Ende weniger bringen kann als ein System mit wenigen Reihen und hohen Quoten.
Der Gesamteinsatz ist die zweite Hälfte der Rechnung, und er wird bei vielen Spielern übersehen. Ein Systemwetten-Schein wird nicht mit dem Mindesteinsatz belastet, sondern mit dem Gesamteinsatz. Wer CHF 1 pro Reihe setzt und zehn Reihen baut, zahlt CHF 10 und nicht CHF 1. Diese einfache Tatsache wird regelmässig überlesen, weil der Mindesteinsatz pro Reihe so klein aussieht.
Wo die Kosten einer Systemwette wirklich versteckt sind
Die Rolle des Auszahlungsschlüssels
Ein System gibt für einen Teil der Fehler einen Teil des Einsatzes zurück, aber nicht mehr, und seine Kostenstruktur lässt sich mit dem Auszahlungsschlüssel beschreiben — dem Anteil aller Einsätze, den ein Markt zurückzahlt. Die Quoten dieses Marktes bestimmen den Auszahlungsschlüssel, und die Marge des Veranstalters ist der Rest. Wer nur die Trefferchance sieht und nicht diese Differenz, verwechselt Mechanik mit Geschäft. Je mehr Wetten über den Tag zusammenkommen, desto stärker macht sich der Auszahlungsschlüssel bemerkbar: Zwanzig Scheine verteilen denselben Nachteil über zwanzig Wetten statt über eine.
Was die Bankwette über das Risiko sagt
Die Bankwette ist der Testfall für die Risikofreude. Wer eine Voraussage als Bank setzt, reduziert die Zahl der Reihen und macht den ganzen Schein von einer Quote abhängig. Das kann den Gesamteinsatz senken und damit die Kosten drücken, es kann aber auch den Einsatz in einer einzigen Wette konzentrieren. Wer das tut, sollte den Betrag so wählen, dass ein Scheitern nicht das nächste System beeinträchtigt.
Wann eine Systemwette an ihre Grenzen kommt
Wenn der Ersteinsatz das Budget übersteigt
Die grösste Gefahr ist nicht der verlorene Tipp, sondern die Budgetüberschreitung. Ein System mit zehn Reihen und CHF 2 je Reihe sind CHF 20 — doppelt so viel wie zwei Einzelwetten mit je CHF 10. Wer das System nicht einplant, spielt es am nächsten Tag erneut, um den Verlust auszugleichen, und das ist der Moment, in dem die Limite gesetzt sein muss.
Wenn die Auswahl nicht zum System passt
Ein System braucht mehrere Ereignisse mit ähnlichem Vertrauen. Wer aus drei Tipps ein «2 aus 3» baut, hat kaum mehr Chancen als mit einer Einzelwette, aber mehr Risiko. Wer aus zwölf Tipps ein «6 aus 12» baut, hat viele Reihen und einen hohen Gesamteinsatz. Die Auswahl der Ereignisse bestimmt den Erfolg ebenso wie die Zahl der Reihen — und kein System macht eine schwache Auswahl stärker.
Was ein System nicht leistet
Ein System macht aus einem Verlust kein besseres Geschäft. Es bündelt die Chancen mehrerer Kombinationen zu einer grösseren Zahl von Gelegenheiten, zu einem höheren Preis. Wer die Systemwette als Sicherheit gegen den Zufall verkauft bekommt, sollte wissen: Der Zufall wird nicht gestreut, sondern vervielfacht. Mehr Reihen bedeuten mehr Positionen und ein höheres Gesamtrisiko.
Wie Systemwetten in der Schweiz aufgezogen sind
Die Bewilligung gilt nur in der Schweiz
Eine Bewilligung nach dem BGS gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Ein ausländisches Angebot ist damit nicht per se illegal, und der Spieler wird nicht bestraft — aber es läuft ausserhalb des Schweizer Schutzes. Einsätze und Gewinne können in Verfahren gegen den Anbieter beschlagnahmt werden, und es gibt weder Schutz noch Fairplay-Kontrolle. Wer ein Systemwetten-Konto im Ausland führt, verliert die Schweizer Kontrolle über das Ergebnis. Wie das Sperrsystem für Schweizer Konten funktioniert und was eine unbefristete Sperre umfasst, steht im Abschnitt zum Spielerschutz und zum Sperrregister.
Die Sorgfaltspflicht bei der Registrierung
Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Das ist eine der strengen Grenzen auf dem Schweizer Markt, und sie hat eine klare Konsequenz für System-Spieler: Ein Konto ist nicht anonym, und die Limiten gelten für dieses eine Konto.
Bei Jouez Sport ist die Registrierung ähnlich gebunden: Das Servicegebiet umfasst Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis. Wer dort wohnt, kann ein Konto eröffnen; wer in Zürich wohnt, muss zu Sporttip. Der Systemschein folgt damit der Wohnadresse, nicht dem Geschmack.
Häufige Fragen zu Systemwetten
Was ist eine Systemwette, und wie unterscheidet sie sich von einer Kombiwette?
Eine Systemwette ist eine Reihe sich ähnelnder Kombinationswetten, geschrieben als «X aus Y». Sie verlangt weniger Treffer als eine Kombiwette mit gleicher Voraussagenzahl: Bei «3 aus 5» genügen drei richtige Tipps, während eine Kombiwette mit fünf Auswahlen alle fünf braucht. Der Preis dafür ist der vervielfachte Gesamteinsatz, denn jede Reihe wird einzeln berechnet.
Wie viele Wettreihen ergeben sich bei «3 aus 5», und wie hoch ist dann der Gesamteinsatz?
Bei «3 aus 5» ergeben sich zehn Wettreihen, weil aus fünf Voraussagen zehn Dreierkombinationen gebildet werden. Bei CHF 1 je Reihe liegt der Gesamteinsatz bei CHF 10, bei CHF 2 je Reihe bei CHF 20. Bei höchstens zwei richtigen Tipps ist die Wette verloren, unabhängig von der Höhe des Einsatzes.
Wie berechnet sich der Gewinn, wenn nur ein Teil der Tipps richtig ist?
Jede getroffene Reihe wird einzeln gerechnet: Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten, der Gewinn ist Einsatz mal Gesamtquote. Bei Sporttip wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen abgerundet. Bei mehreren getroffenen Reihen summieren sich die Einzelbeträge, und die Rundung wirkt auf jede Reihe. Kein Treffer bedeutet Verlust des Gesamteinsatzes.
Welche Systemwette ist die beste, oder hängt das von Quoten und Budget ab?
Sie hängt von beidem ab, und die Frage nach der besten Systemwette geht damit an der Sache vorbei. Ein grösseres X senkt die Zahl der Reihen und den Gesamteinsatz, verlangt aber mehr Treffer. Ein kleineres X erhöht die Reihenzahl und die Kosten, senkt aber die Trefferpflicht. Die Wahl richtet sich nach dem Budget und der Zahl der Ereignisse, die man wirklich beurteilen kann.
Bieten Sporttip und Jouez Sport Systemwetten an, und welcher Höchsteinsatz gilt?
Beide Schweizer Veranstalter bieten Systemwetten an, und beide haben unterschiedliche Grenzen. Bei Sporttip liegt der Höchsteinsatz für eine Systemwette bei CHF 10’000, bei Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1’000, bei einem Mindesteinsatz von CHF 1. Bei Jouez Sport liegt der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten bei CHF 500, ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten.
Was bedeutet eine Bankwette, und was passiert, wenn ein Ereignis des Systems abgesagt wird?
Eine Bankwette ist eine Voraussage, die in allen Reihen eines Systems als gesetzt gilt und damit die Trefferpflicht des Scheins von einer einzigen Quote abhängig macht. Wird ein Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt, wird die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00.
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Inhalt erstellt vom Team «europapokalch.com»
